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Bischöfliches Priesterseminar – Ein traditionsreicher Weingut im Bistum Trier

Das Bischöfliche Priesterseminar ist eines der drei Gründungsgesellschafter der Bischöflichen Weingüter Trier und blickt auf eine über 250-jährige Weinbautradition zurück. Die Geschichte des Weinguts ist untrennbar mit der kirchlichen Weinbautradition an Mosel, Saar und Ruwer verbunden, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bereits im Jahr 1249 wurden die Domherren während der Weinlese von ihren religiösen Pflichten befreit – ein früher Beleg für die enge Verflechtung von Kirche und Weinbau in der Region.

Das Bischöfliche Priesterseminar wurde im Jahr 1773 gegründet und ist damit die älteste der drei kirchlichen Institutionen, die 1966 zu den Bischöflichen Weingütern Trier fusionierten. Gemeinsam mit dem Bischöflichen Konvikt (gegr. 1840) und der Hohen Domkirche (gegr. 1851) bildet es das Fundament eines der bedeutendsten Weingüter Deutschlands. Die Rebfläche des Bischöflichen Priesterseminars umfasst 34 Hektar und erstreckt sich über erstklassige Lagen an Mosel, Saar und Ruwer. Zu den renommiertesten Einzellagen zählen der Erdener Treppchen und die Trittenheimer Apotheke an der Mosel, das Kaseler Nies’chen an der Ruwer sowie die Ayler Kupp an der Saar. Diese Spitzenlagen sind Teil des umfangreichen Besitzes der Bischöflichen Weingüter, die insgesamt über 120 Hektar Rebfläche in 145 Parzellen bewirtschaften.

Der Anbauschwerpunkt liegt mit etwa 88 Prozent eindeutig auf der Rebsorte Riesling, ergänzt durch rote und weiße Burgundersorten. Die Weinbereitung folgt einer Philosophie, die traditionelle Techniken mit moderner Präzision verbindet. Etwa 40 Prozent der Weine werden in traditionellen 1.000-Liter-Fudern aus Eichenholz ausgebaut, die den Weinen Struktur und Langlebigkeit verleihen. Die Kellerräume der Bischöflichen Weingüter im Zentrum von Trier erstrecken sich über 30.000 Quadratmeter und lassen sich in Teilen bis in die Römerzeit zurückverfolgen.

Unter der Leitung von Güterdirektorin Julia Lübcke, die das Amt seit 2020 innehat, verfolgen die Bischöflichen Weingüter eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie. Das Unternehmen orientiert sich an den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Der kirchliche Hintergrund prägt dabei den Wertekanon des Weinguts: Wertschätzung für die Mitarbeiter, Gemeinschaftsgedanke und die Bewahrung der Schöpfung stehen im Mittelpunkt. Für Weinliebhaber bietet das Bischöfliche Priesterseminar mit seinen Weinen die Möglichkeit, ein Stück lebendiger kirchlicher Weinbautradition zu erleben – eine Tradition, die seit über 250 Jahren gepflegt und für kommende Generationen erhalten wird.