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Weingut Battenfeld-Spanier: Terroir-Weine vom Kalkstein des Wonnegaus

Das Weingut Battenfeld-Spanier in Hohen-Sülzen im südlichen Wonnegau gehört zu den profiliertesten Betrieben Rheinhessens. Gegründet wurde es 1991 von Hans-Oliver Spanier, der damals zwanzig Jahre alt war und zuvor verpachtete Weinberge übernahm. Von Beginn an wirtschaftete Spanier ökologisch und verzichtete auf chemische Pflanzenschutzmittel; 2005 stellte er auf biologisch-dynamischen Weinbau um. 1995 schloss er sich mit dem benachbarten Weingut Battenfeld zusammen, seit 2008 ist der Betrieb Mitglied im VDP. Im Jahr 2006 heiratete Spanier die Önologin Carolin Gillot vom Weingut Kühling-Gillot; beide Weingüter werden bis heute unabhängig voneinander geführt, teilen sich jedoch seit 2007 die Kelleranlagen in Hohen-Sülzen.

Das Weingut bewirtschaftet rund 50 Hektar Rebfläche, die zu etwa 75 Prozent mit Riesling bestockt ist, ergänzt durch Spätburgunder, Chardonnay und Weißburgunder. Das Terroir ist von mächtigen Kalkbänken geprägt, die den Unterboden des Wonnegaus durchziehen. Die Reben müssen tief in das poröse, wasserspeichernde Gestein wurzeln, um an Nährstoffe zu gelangen. Durch den Donnersberg im Westen liegt die Region im Regenschatten, sodass die Sommer trockener ausfallen als anderswo. Der Kalkstein verleiht den Weinen ihre charakteristische Mineralität, die weniger auf Frucht als auf Steinaromen setzt.

Zu den renommiertesten Lagen zählen der Frauenberg in Flörsheim-Dalsheim – eine historische, bereits 1290 urkundlich erwähnte Steillage mit bis zu 40 Prozent Hangneigung, Kalkschotterauflage und reinem Kalkfels im Untergrund – sowie das Kirchenstück in Hohen-Sülzen, eine uralte Lage auf einem Plateau zwischen zwei Kirchen, deren Kernstück Reben aus den 1960er Jahren beherbergt. Hinzu kommen der Zellerweg am Schwarzen Herrgott in Mölsheim, eine der ältesten dokumentierten Weinlagen Deutschlands mit derselben Kalksteinbasis wie der Frauenberg, und der Kreuzberg im Zellertal mit seinen enormen unterirdischen Kalkvorkommen.

Die Weinbereitung folgt einer Philosophie minimaler Eingriffe: Die Trauben werden von Hand gelesen, spontan mit wilden Hefen vergoren und in großen Holzfässern oder Edelstahl ausgebaut. Die Großen Gewächse reifen in Stückfässern und zeichnen sich durch eine straffe, mineralische Struktur mit großer Langlebigkeit aus.