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Weingut A. Christmann

1. Zusammenfassung

Das Weingut A. Christmann in Gimmeldingen (Pfalz) zählt zu den klassischen Grand-Cru-Betrieben Deutschlands und gehört zur absoluten Spitze der deutschen Riesling- und Spätburgunder-Erzeugung. Unter der Leitung von Steffen Christmann (7. Generation) und seiner Tochter Sophie wird das Gut seit 2004 biodynamisch bewirtschaftet und konzentriert sich mit kompromissloser Konsequenz ausschließlich auf die besten Lagen der Pfalz.


2. Geschichte

Die Wurzeln des Weinguts reichen bis ins Jahr 1798 zurück. Gegründet wurde es 1845 von den Cousins Johann Martin und Prof. Dr. Louis Häusser. Durch die Heirat der Gründerenkelin Henriette Häusser mit Eduard Christmann im Jahr 1894 kam der Name Christmann ins Spiel. Deren zweiter Sohn Arnold gab dem Gut schließlich den bis heute gültigen Namen A. Christmann.

Seit 1996 führt Steffen Christmann das Weingut in siebter Generation. Seine Tochter Sophie, Absolventin des Studiengangs Weinbau und Önologie in Geisenheim, stieg 2018 in den Betrieb ein und verantwortet seither den Spätburgunder-Bereich.


3. Philosophie & Sortiment

Steffen Christmann verfolgt einen unbedingten Willen zur Klarheit und Reduzierung:

  • Rebsorten: Beschränkung auf Riesling, Spätburgunder und Weißburgunder

  • Weinberge: Ausschließlich VDP.GROSE LAGEN und VDP.ERSTE LAGEN – Betriebe, die nicht dieser Klassifikation entsprechen, wurden konsequent abgegeben (Reduzierung um ein Drittel)

  • Sortiment: Keine Guts- oder Ortsweine mehr; unterhalb der Lagenweine gibt es nur noch eine Cuvée pro Rebsorte: „Aus den Lagen“


4. Die großen Lagen

Das Weingut bewirtschaftet fünf VDP.GROSE LAGEN, darunter als Kronjuwel den Königsbacher Idig – eine Lage, die bereits im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde und vom Gut monopolartig besessen wird. Weitere bedeutende Lagen sind der Gimmeldinger Meerspinne, der Neustadter Vogelsang und der Königsbacher Ölberg-Hart.

Die Weinberge liegen im südlichen, kühleren Teil der Mittelhaardt – waldnah und mit kalkigen Böden, die den Weinen eine ausgeprägte Mineralität und Frische verleihen.


5. Biodynamie & Kellerarbeit

Die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung erfolgte ab 2001 bzw. 2004 – aus Überzeugung, dass großes Terroir im Einklang mit seiner Umwelt leben muss. Die Weinbereitung ist von Finesse und Purismus geprägt:

  • Keine ausgedehnte Maischestandzeit

  • Vergärung bei vergleichsweise höheren Temperaturen

  • Keine malolaktische Gärung

  • Verzicht auf Zusätze außer geringen Schwefelmengen


6. Bewertungen & Anerkennung

Die Weine von A. Christmann zählen regelmäßig zu den besten trockenen Rieslingen Deutschlands und werden in allen bedeutenden Weinführern geführt (Gault Millau, Eichelmann, Meininger). Aktuelle Falstaff-Bewertungen:

WeinJahrgangPunkte
Königsbach Idig Riesling GG202094
Königsbach Idig Riesling GG201994
Königsbach Idif Riesling202496
Königsbach Ölberg-Hart Riesling GG202092+

7. Steffen Christmann – VDP-Präsident

Steffen Christmann ist seit 2007 Präsident des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) und gilt als einer der renommiertesten Riesling-Winzer und Weinpersönlichkeiten Deutschlands. Er war maßgeblich an der Einführung der Grosses Gewächs-Klassifikation beteiligt.


8. Fazit

Das Weingut A. Christmann steht für kompromisslose Terroir-Orientierung, biodynamische Exzellenz und stilistische Klarheit. Die Konzentration auf die allerbesten Lagen, die Reduktion auf drei Rebsorten und die Handschrift von Steffen und Sophie Christmann machen die Weine zu Ikonen der Pfalz – mineralisch, finessenreich und von beeindruckender Langlebigkeit.

Für Sammler und Kenner: Wer die Essenz der Pfälzer Mittelhaardt in ihrer reinsten Form erleben möchte, kommt an A. Christmann nicht vorbei. Die Idig-Rieslinge gehören zum Besten, was der deutsche Weinbau zu bieten hat.