Château Pavie: Eine Institution von Saint-Émilion
Château Pavie zählt zu den bedeutendsten und traditionsreichsten Weingütern von Saint-Émilion und genießt seit der Einstufung als Premier Grand Cru Classé A im Jahr 2012 die höchste Klassifizierungsstufe der Appellation. Das 37 Hektar große Weingut liegt nur etwa 1,5 Kilometer südöstlich des mittelalterlichen Dorfes und erstreckt sich über eine einzigartige Mischung aus Kalksteinplateau, Steillagen und sandig-lehmigen Böden am Fuße des Hanges. Diese Dreiteilung des Terroirs – bestehend aus dem kalkhaltigen Plateau auf etwa 85 Metern Höhe, der lehmig-kalkigen Hanglage auf 55 Metern und dem kiesig-sandigen Fußbereich – ermöglicht den Anbau aller drei klassischen Bordeaux-Rebsorten auf jeweils optimalen Böden. Merlot dominiert mit etwa 65 Prozent, ergänzt durch einen für die Region ungewöhnlich hohen Cabernet-Franc-Anteil von 25 Prozent sowie zehn Prozent Cabernet Sauvignon. Das Durchschnittsalter der Reben liegt bei rund 40 Jahren, wobei einige Parzellen deutlich ältere Rebstöcke aufweisen.
Die Weinbaugeschichte reicht bis in das 4. Jahrhundert zurück und gilt neben Château Ausone als eine der ältesten der Region. Der Name leitet sich von den einst hier wachsenden Pfirsichbäumen ab, den sogenannten „pêches de Pavie“. Im Mittelalter gehörte das Anwesen zum Einflussbereich der Abtei von Saint-Émilion, später wechselte es mehrfach den Besitzer. Im 19. Jahrhundert fügte der Bordeaux-Negociant Ferdinand Bouffard kleinere Parzellen zusammen und schuf damit die Grundlage des heutigen Weinguts. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Albert Porte das Gut, 1943 erwarb es Alexandre Valette, dessen Familie es über fünf Jahrzehnte führte. In dieser Ära entstanden klassische, langlebige Jahrgänge, die bis heute in Sammlerkreisen geschätzt werden.
Im Jahr 1998 erwarb der Unternehmer Gérard Perse das Weingut von der Familie Valette und leitete eine umfassende Modernisierung ein. Perse reduzierte die Erträge drastisch, führte optische Sortierung und gravitationsbetriebene Gärbehälter ein und erneuerte die Kelleranlagen vollständig. Die Weinbereitung erfolgt heute in zwanzig temperaturgeregelten Holzbottichen, gefolgt von einem 18- bis 32-monatigen Ausbau in Barriques mit 70 bis 100 Prozent neuem Holz. Die Weinberge werden nach Parzellen getrennt vinifiziert, um die individuelle Charakteristik jedes Terroirs präzise herauszuarbeiten.
Die Weine präsentieren sich in einem modernen, opulenten Stil mit dichter Struktur, feiner Mineralität und ausgeprägter Langlebigkeit. Sie vereinen die Kraft des Kalksteinplateaus mit der Finesse der Hanglagen und der Fruchtigkeit des Fußbereichs. Neben dem Grand Vin produziert das Weingut den Zweitwein „Aromes de Pavie“ sowie seit 2004 den reinsortigen Merlot „Château Pavie-Decesse“ aus einer benachbarten Parzelle. Château Pavie ist heute eine der führenden Adressen von Saint-Émilion und ein Sinnbild für die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne am rechten Ufer.
Inhalt: 0.75 Liter (326,67 €* / 1 Liter)
Inhalt: 0.75 Liter (366,67 €* / 1 Liter)
Inhalt: 0.75 Liter (300,00 €* / 1 Liter)