Zum Hauptinhalt springen
Über 50.000 Flaschen vorrätig Weltweiter Versand Express Lieferung möglich !

Produktinformationen

Château Pavie Saint-Émilion Grand Cru Classé 1966: Ein klassischer Jahrgang aus dem Herzen des Limestone-Plateaus

Einleitung

Der Jahrgang 1966 in Bordeaux gilt unter Kennern als ein Jahr von außergewöhnlicher klassischer Eleganz und bemerkenswerter Langlebigkeit. Während das linke Ufer mit legendären Weinen aus Médoc und Graves aufwartete, brachte auch das rechte Ufer einige beachtliche Gewächse hervor – Weine, die sich durch Finesse, Balance und eine langsame, würdevolle Reifung auszeichnen. Der Château Pavie Saint-Émilion Grand Cru Classé 1966 ist ein solches Beispiel: ein Wein aus einem der ältesten und renommiertesten Weingüter von Saint-Émilion, der die klassische Stilistik des Jahrgangs mit der Kraft und Tiefe des Pavie-Terroirs verbindet. Wer heute eine gut gelagerte Flasche dieses Weines öffnet, blickt auf fast sechs Jahrzehnte Reifegeschichte zurück und erlebt einen Bordeaux, der die Zeit überdauert hat.

Das Weingut Château Pavie und seine Geschichte

Château Pavie liegt auf dem Kalksteinplateau südöstlich des Dorfes Saint-Émilion und blickt auf eine Geschichte zurück, die bis in die römische Antike reicht. Wie andere Weinberge der Region – etwa Château Ausone – gehen die Ursprünge des Pavie-Weinbergs auf römische Zeiten zurück. Seinen Namen verdankt das Weingut den Pfirsichbäumen, die einst auf diesen Flächen wuchsen: Die Sorte „Pavia-Pfirsich“ mit ihrem roten Fruchtfleisch gab dem späteren Château seinen Namen. Erst im Laufe der Jahrhunderte wichen die Pfirsichbäume den Reben, und aus dem Obstgut wurde ein Weinbauernhof von Rang.

Die moderne Geschichte des Weinguts beginnt im späten 19. Jahrhundert mit Ferdinand Bouffard, einem Bordeaux-Negocianten, der das Anwesen 1873 erbte und in den folgenden zwei Jahrzehnten durch den Zukauf kleinerer Parzellen – Pigasse, Chapus, Fayart und Dussaut – zu einer stattlichen Domäne von fast 50 Hektar zusammenfügte. Bouffard kämpfte mit der Reblaus, und nach dem Ersten Weltkrieg verkaufte er das Gut an Albert Porte, der 1919 die verschiedenen Parzellen vereinte und das Château Pavie in seiner heutigen Form schuf.

Im Jahr 1943 erwarb Alexandre Valette, ein Negociant aus Saint-Ouen und bereits Eigentümer des benachbarten Troplong-Mondot, das Weingut. Nur zwölf Jahre später, bei der ersten offiziellen Klassifikation der Crus von Saint-Émilion im Jahr 1955, wurde Château Pavie als Premier Grand Cru Classé B eingestuft – eine Anerkennung, die die Qualität des Terroirs und die Arbeit der Familie Valette würdigte. Nach dem Tod seines Großvaters übernahm 1957 Jean-Paul Valette die Leitung des Weinguts und führte es durch die folgenden Jahrzehnte – jene Epoche, in der auch der Jahrgang 1966 entstand.

Erst 1998 verkaufte Jean-Paul Valette das Weingut an Gérard Perse, einen ehemaligen Radsportler und Selfmade-Millionär, der bereits Château Monbousquet und Château Pavie-Decesse erworben hatte. Perse leitete eine tiefgreifende Modernisierung ein, reduzierte die Erträge drastisch, führte temperaturkontrollierte Holzvergärungsbehälter ein und holte den umstrittenen Önologen Michel Rolland ins Boot. Im Jahr 2012 wurde Château Pavie schließlich in den höchsten Rang – Premier Grand Cru Classé A – erhoben, eine der vier höchsten Auszeichnungen der Appellation Saint-Émilion.

Das Terroir von Château Pavie

Das Terroir von Château Pavie gehört zu den vielfältigsten und komplexesten der Appellation Saint-Émilion. Das Weingut erstreckt sich über drei deutlich voneinander unterscheidbare Bodenprofile, die dem Wein seine unverwechselbare Charakteristik verleihen. Das Herzstück bildet das Kalksteinplateau von Saint-Émilion, das sich etwa 85 Meter über dem Niveau der Dordogne erhebt. Der Boden besteht hier aus einem kalkhaltigen Ton über dem sogenannten „Calcaire à Astéries“ – einem fossilienreichen Kalkstein, der dem Wein Mineralität, Struktur und Langlebigkeit verleiht.

Der zweite Terroir-Typus ist der sogenannte „milieu de côte“ – die mittlere Hanglage, die sich etwa 55 Meter über der Dordogne erstreckt. Hier dominieren feine braune Kalk-Ton-Böden, die dem Wein Finesse und eine seidige Textur verleihen. Der dritte Bereich schließlich umfasst die unteren Hänge mit kieshaltigen und sandigen Böden, die für Frucht und Zugänglichkeit sorgen. Diese Dreiteilung des Terroirs – Plateau, Hanglage und unterer Hang – ermöglicht es Château Pavie, Weine von großer Komplexität und Tiefe zu erzeugen, die sowohl Kraft als auch Eleganz vereinen.

Die Rebsortenverteilung im Weinberg von Pavie spiegelt die traditionelle Zusammensetzung des rechten Ufers wider: Merlot dominiert mit etwa 70 % der Anbaufläche, ergänzt durch 20 % Cabernet Franc und 10 % Cabernet Sauvignon. Diese Assemblage verleiht dem Wein seine samtige Textur, seine fruchtige Fülle und seine strukturierte Langlebigkeit. Die Reben, von denen einige über hundert Jahre alt sind, werden von Hand gelesen, und die Erträge sind mit 28 bis 30 Hektolitern pro Hektar bewusst niedrig gehalten – eine Praxis, die die Konzentration und Tiefe des Weins fördert.

Der Jahrgang 1966 in Bordeaux und Saint-Émilion

Der Jahrgang 1966 wird von Kennern als ein außergewöhnliches Jahr für klassische, delikate Bordeaux-Weine beschrieben. Der Beginn des Jahres war alles andere als vielversprechend: Starke Regenfälle setzten im späten Juni ein und hielten bis in den Juli hinein an. Doch der heiße Augustbeginn trocknete die Böden aus, und das Wetter verbesserte sich allmählich bis zum Herbst – bis es schließlich nahezu perfekte Bedingungen für die Weinlese bot. Diese Kombination aus anfänglicher Feuchtigkeit und spätsommerlicher Trockenheit führte zu einer langsamen, gleichmäßigen Reifung der Trauben und brachte Weine hervor, die sich durch eine bemerkenswerte Balance von Frucht, Säure und Tannin auszeichnen.

Am rechten Ufer – in Saint-Émilion und Pomerol – zeigten die Weine des Jahrgangs 1966 eine schnellere Reife und boten runde, harmonische Weine, die früher zugänglich waren als ihre Pendants vom linken Ufer. Weingüter wie Petrus, Lafleur und Canon brachten Flaschen von seltener Eleganz hervor. Der 1966er Jahrgang wird als „schlanker Langstreckenläufer“ beschrieben – ein Wein, der nicht durch Opulenz, sondern durch Finesse und Ausdauer besticht. Für Château Pavie bedeutete dieser Jahrgang die Chance, die Stärke seines Terroirs unter Bedingungen zu zeigen, die nicht auf Kraft, sondern auf Präzision setzten.

Weinbereitung und Ausbau

Die Weinbereitung bei Château Pavie folgte in den 1960er Jahren traditionellen Methoden, die sich von der heutigen, hochtechnisierten Praxis deutlich unterschieden. Die Trauben wurden von Hand gelesen und in den Kellereien des Weinguts gekeltert. Die Gärung erfolgte in Betontanks oder Holzbottichen, und der Ausbau fand in französischen Eichenfässern statt – wobei der Anteil neuen Holzes in dieser Epoche deutlich geringer war als in den heutigen Cuvées des Hauses. Die Weine wurden nach der Gärung für 18 bis 24 Monate im Fass gelagert, bevor sie abgefüllt wurden.

Der Jahrgang 1966 erforderte besondere Sorgfalt bei der Selektion, da die wechselhaften Witterungsbedingungen die Traubenqualität beeinflussten. Die Winzer mussten streng selektionieren, um gesunde, reife Trauben zu ernten. Die daraus resultierenden Weine zeichneten sich durch einen moderaten Alkoholgehalt von 13 % vol. aus – ein für die damalige Zeit typischer Wert, der die klassische, ausgewogene Stilistik des Jahrgangs unterstreicht.

Verkostungsnotizen und sensorische Entwicklung

Ein gut gelagerter Château Pavie 1966 präsentiert sich heute – fast sechs Jahrzehnte nach der Lese – in einem faszinierenden Entwicklungsstadium. Die Farbe hat sich von einem ursprünglichen tiefen Rubinrot über granatrote Töne bis hin zu einem warmen Ziegelrot mit bernsteinfarbenen Reflexen entwickelt. Die Nase entfaltet eine beeindruckende Aromenpalette: Noten von schwarzen Kirschen, Blaubeeren, Brombeeren und Pflaumen – die für Pavie charakteristischen dunklen Fruchtaromen – sind eingebettet in eine würzige Komplexität von geröstetem Kaffee, Zedernholz und einem Hauch von Tabak. Hinzu gesellen sich die klassischen tertiären Aromen eines gereiften Bordeaux: Unterholz, Trüffel, Leder und ein Hauch von Minze.

Am Gaumen zeigt sich der Wein mittelkräftig bis vollmundig, mit seidigen, vollständig geschmeidig gewordenen Tanninen und einer lebendigen Säure, die für Frische und Struktur sorgt. Die Frucht ist nicht mehr primär, sondern eingebettet in eine würzige, erdige Komplexität. Der Abgang ist lang und hinterlässt Noten von getrockneten Früchten, Zedernholz und einem Hauch von Mineralität. Die Tastingbook-Datenbank bewertet den Pavie 1966 mit 92 Punkten und beschreibt ihn als einen Wein, der heute seine optimale Trinkreife erreicht hat.

Ein CellarTracker-Bericht beschreibt eine Flasche aus passiver Kellerlagerung als Wein mit „dunkelblauer Farbe, wasserigem Rand“, der insgesamt den Eindruck eines 10 bis 15 Jahre alten Saint-Émilion vermittelte – ein Zeichen für die außergewöhnliche Jugendlichkeit, die gut gelagerte Flaschen dieses Jahrgangs bewahrt haben. Ein anderer Verkoster notierte hingegen, der Wein sei „past its prime“ gewesen, die Tannine hätten sich vollständig erweicht, das Bouquet habe sich fast sofort verflüchtigt – ein Hinweis darauf, dass die Flaschenvarianz bei einem Wein dieses Alters erheblich sein kann.

Die Empfehlung zur Verkostung

Die optimale Serviertemperatur für diesen gereiften Bordeaux liegt bei etwa 16 °C – etwas kühler als bei jungen Weinen, um die komplexen Aromen zu bewahren und die frische Säure zu betonen. Der Wein sollte behutsam dekantiert werden, um eventuelles Depot zu entfernen und die tertiären Aromen zu entfalten. Die Tastingbook-Datenbank empfiehlt eine Dekantierzeit von einer Stunde.

Als Speisenbegleiter eignet sich der Château Pavie 1966 hervorragend zu klassischen Bordeaux-Gerichten: Rindfleisch, Lamm, Wildgeflügel und gereifte Käsesorten. Die Kombination aus der noch präsenten Frucht und der würzigen Tertiäraromatik macht den Wein zu einem vielseitigen Begleiter für festliche Menüs.

Die Bedeutung des Jahrgangs 1966 für Château Pavie

Der Jahrgang 1966 fiel in eine Phase, in der Château Pavie unter der Leitung der Familie Valette stand – jener Epoche, in der das Weingut als Premier Grand Cru Classé B etabliert war und seinen Ruf als zuverlässiger Produzent klassischer Saint-Émilion-Weine festigte. Die Weine dieser Ära waren – im Vergleich zu den heutigen, von Gérard Perse und Michel Rolland geprägten Cuvées – weniger konzentriert und extrahiert, dafür aber von einer klassischen Eleganz und einer bemerkenswerten Langlebigkeit geprägt. Der 1966er ist somit ein Dokument der „alten Schule“ von Château Pavie – ein Wein, der die Eigenständigkeit des Hauses vor der Modernisierungswelle der 1990er Jahre demonstriert.

Robert M. Parker Jr. hat Château Pavie einst als „einen der großen Weine der Welt“ bezeichnet und ihn in Saint-Émilion nur vom Cheval Blanc in Bezug auf den Preis, nicht aber in Bezug auf die Qualität, übertroffen gesehen. Der Jahrgang 1966 reiht sich in diese Tradition ein und zeigt, dass die Qualität des Pavie-Terroirs auch unter den Bedingungen eines klassischen, fordernden Jahrgangs Bestand hatte.

Fazit

Der Château Pavie Saint-Émilion Grand Cru Classé 1966 ist weit mehr als eine historische Rarität. Er ist ein lebendiges Zeugnis der Saint-Émilion-Weinkultur, ein Dokument der Valette-Ära und ein außergewöhnliches sensorisches Erlebnis. Seine warme Ziegelfarbe, die intensive Aromatik von schwarzen Früchten, Kaffee und Unterholz, die seidige Textur und der lange Abgang machen ihn zu einem Wein, der die Zeit überdauert hat.

Wer das Glück hat, eine gut gelagerte Flasche dieses Weines zu besitzen oder zu verkosten, sollte sich bewusst sein, dass er nicht nur einen Wein genießt, sondern ein Stück Bordeaux-Geschichte. Die Kombination aus außergewöhnlichem Terroir, traditioneller Weinbereitung, jahrzehntelanger Reifung und dem historischen Kontext seiner Entstehung macht den 1966er Château Pavie zu einem faszinierenden Zeugnis der Weinbaukunst – fast sechs Jahrzehnte im Glas.

Jahrgang Jahrgang: 1966
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Château Pavie
Land Land: Frankreich
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Bordeaux
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

0 von 0 Bewertungen

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Bewerten Sie dieses Produkt!

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Kunden.


Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger