Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach - Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Weissherbst Beerenauslese Versteigerungswein Fass Nr. 32 1966
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Produktinformationen
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach – Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Weissherbst Beerenauslese Versteigerungswein Fass Nr. 32 1966: Ein flüssiges Denkmal deutscher Edelsüße aus der Schatzkammer des Rheingaus
Es gibt Weinflaschen, die sind weniger ein Getränk als vielmehr ein historisches Dokument – ein flüssiger Zeuge einer vergangenen Ära, in der der deutsche Weinbau an der Schwelle zur Weltspitze stand und die Kunst der Edelsüße in ihrer reinsten Form zelebrierte. Die Flasche, die hier besprochen wird – ein Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Weissherbst Beerenauslese Versteigerungswein aus dem Jahrgang 1966, gereift in Fass Nr. 32, hervorgebracht von den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach –, ist genau solch ein Relikt. Sie stammt aus einer der legendärsten Weinbergslagen Deutschlands, aus der Hand eines Staatsweinguts, das auf eine fast neunhundertjährige Weinbautradition zurückblickt, und aus einem Jahrgang, den die hauseigene Chronik als einen der besten des Jahrzehnts feiert. Eine Flasche dieses Weins heute zu verkosten, ist keine gewöhnliche Begegnung mit einem deutschen Süßwein, sondern eine Reise in die stille Größe einer Region, die einst mit den großen Burgundern konkurrierte und deren Ruf in Flaschen wie dieser bis in die Gegenwart weiterlebt.
Um diesen Wein zu verstehen, muss man zunächst die Lage verstehen, aus der er stammt. Der Assmannshäuser Höllenberg ist keine gewöhnliche Weinbergslage. Er gilt als die berühmteste deutsche Rotweinlage überhaupt und blickt auf eine über 500-jährige Spätburgunder-Tradition zurück. Die Weinberge liegen extrem steil an einem nach Süden ausgerichteten Hang und ruhen auf einem Boden aus verwittertem Taunusquarzit und Phyllit-Schiefer, der den Reben eine tiefe Verwurzelung abverlangt und den Weinen ihre unverwechselbare Struktur und mineralische Prägung verleiht. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte der Höllenberg eine goldene Ära, in der Spätburgunder entstanden, die selbst erfahrene Verkoster heute noch als „atemberaubende Meisterwerke“ bezeichnen. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. soll ein derart großer Anhänger dieser Weine gewesen sein, dass er im Durchschnitt eine Flasche pro Tag trank.
Die Besonderheit der hier besprochenen Abfüllung liegt in ihrer dreifachen Natur: Es handelt sich um einen Weissherbst, also einen Wein, der aus der roten Rebsorte Spätburgunder (Pinot Noir) gekeltert wurde, jedoch – ähnlich wie bei einem Blanc de Noirs in der Champagne – durch schonende Pressung der Trauben ohne lange Maischestandzeit entsteht. Das Ergebnis ist ein weißer Wein aus roten Trauben, der die Finesse und die aromatische Tiefe des Spätburgunders in einer hellen, transparenten Form zeigt. Zugleich ist es eine Beerenauslese, was bedeutet, dass die Trauben in einem Zustand fortgeschrittener Edelfäule (Botrytis cinerea) und extremer Reife gelesen wurden, was dem Wein seine konzentrierte Süße und seine komplexe Aromatik verleiht. Und schließlich handelt es sich um einen Versteigerungswein aus Fass Nr. 32 – eine Abfüllung, die für die traditionsreichen Auktionen der Hessischen Staatsweingüter bestimmt war und deren Seltenheit und historische Bedeutung unterstreicht.
Der Jahrgang 1966 wird in der hauseigenen Chronik von Kloster Eberbach als ein Jahrgang beschrieben, der zu den besten des Jahrzehnts zählt. Eine lange Vegetationsperiode schenkte den Trauben viel Zeit zur optimalen Reife, und die Lese erfolgte unter guten Bedingungen, die aromatische, gesunde Beeren hervorbrachten. Diese Einschätzung deckt sich mit der allgemeinen Wahrnehmung des Jahres 1966 im Rheingau, das – ähnlich wie an der Mosel – als ein klassischer, strukturierter Jahrgang gilt, der bei sorgfältiger Kellerarbeit Weine von bemerkenswerter Langlebigkeit hervorbrachte. Die Fassnummer 32 verweist auf die traditionelle Praxis der Staatsweingüter, ihre Spitzenweine parzellenweise und fassweise zu vinifizieren und nur die besten Fässer für die Versteigerung auszuwählen. Der Alkoholgehalt wird auf dem Etikett mit 10 % vol. angegeben, ein für eine Beerenauslese dieses Alters und dieser Konzentration bemerkenswert moderater Wert, der auf eine ausgewogene, terroirgeprägte Stilistik schließen lässt.
Eine Flasche dieses Weins heute, fast sechs Jahrzehnte nach der Ernte, zu verkosten, ist ein Erlebnis von seltener Tiefe und Wandelbarkeit. Die Farbe dürfte – wie bei gereiften Beerenauslesen vom Höllenberg üblich – ein dunkles Bernstein mit goldenen Reflexen zeigen. Die Nase ist das erste große Ereignis dieses Weins. Die Verkostungsnotizen zu anderen, ebenfalls gereiften Höllenberg-Süßweinen aus der Ära der Staatsweingüter zeichnen ein faszinierendes Bild. Ein 1966er Höllenberg Spätburgunder Weißherbst Eiswein wird als „dark amber colour with mahagony coloured hue“ beschrieben, mit „quite typical Pinot Noir character from Assmannshausen with smoky hints“, unterlegt von „hints of quinces and prunes, truffles and distilled rhaspberries“. Ein 1968er Höllenberg Weißherbst Beerenauslese zeigt eine „intense golden-yellow colour“ mit einem „complex bouquet“ aus „honeyed notes with ripe peach, apricot and citrus“ sowie den für gereifte Süßweine typischen Entwicklungsaromen. Diese Beschreibungen deuten auf ein Bukett hin, das von tertiären Aromen dominiert wird: Bienenwachs, Honig, getrocknete Aprikosen, Quitten und einem Hauch von Trüffel, unterlegt von der charakteristischen rauchigen, salzigen Mineralität des Schieferbodens und einer feinen würzigen Komponente von Fenchel und Sternanis, wie sie die hauseigene Chronik für einen 1964er Höllenberg Weissherbst Beerenauslese beschreibt.
Am Gaumen dürfte der Wein einen mittleren bis vollen Körper und eine ölige, samtige Textur zeigen, die für große, gereifte Beerenauslesen typisch ist. Die Süße ist konzentriert und reichhaltig, wird aber – das ist das entscheidende Qualitätsmerkmal – von einer lebendigen, belebenden Säure getragen, die den Wein vor jeglicher Schwere bewahrt. Die hauseigene Chronik beschreibt die „feine Balance aus Süße und Säure“, die dem Wein „eine schöne Spannung“ verleiht, und die Verkostungsnotiz zu einem 1968er Beerenauslese hebt die „refreshing line of acidity that brings balance and prevents the wine from feeling heavy“ hervor. Die Aromen der Nase wiederholen sich am Gaumen mit großer Präzision: Honig, getrocknete Früchte, Quitten und eine feine mineralische Salzigkeit verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Der Abgang ist außergewöhnlich lang und nachhaltig, mit einem sauberen Nachhall von Frucht, Honig und einer subtilen Würze – ein Zeichen für die perfekte Reifung und die große Klasse dieses Weins.
Die Trinkreife eines solchen Weins ist heute, fast sechzig Jahre nach der Ernte, als vollständig zu bezeichnen. Die tertiären Aromen dominieren, die Süße ist vollständig integriert, und die Säure verleiht dem Wein noch immer eine bemerkenswerte Frische. Der Wein ist kein Kandidat für die jahrzehntelange Lagerung mehr, sondern einer, der für den Genuss in der Gegenwart geschaffen wurde – ein Wein, der seine Geschichte erzählt und dabei seine bemerkenswerte Balance und Eleganz bewahrt hat. Die Empfehlung zur Servierung ist eindeutig: Der Wein sollte bei einer Temperatur von 8 bis 10 Grad Celsius serviert werden, um seine feinen Aromen und seine lebendige Säure optimal zur Geltung zu bringen. Er ist ein perfekter Begleiter zu Foie gras, Blauschimmelkäse, Paté oder feinen Desserts auf Fruchtbasis wie einer Aprikosen- oder Pfirsichtarte – und er ist ein Wein, der es verdient, auch pur und mit Ruhe genossen zu werden, als Meditation über die Zeit und die ungebrochene Kraft eines großen Terroirs.
Fazit: Die stille Größe eines flüssigen Denkmals
Der Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Weissherbst Beerenauslese Versteigerungswein Fass Nr. 32 1966 von Kloster Eberbach ist kein Wein, der im Rampenlicht steht. Er ist keine Trockenbeerenauslese, die auf Auktionen Rekordpreise erzielt, und er wird nicht in jedem Weinmagazin als Legende gefeiert. Und doch verkörpert er eine Tugend, die in der heutigen Weinwelt oft übersehen wird: die stille, beständige Größe eines Weins, der aus einer der historisch bedeutendsten Weinlagen Deutschlands, der beharrlichen Handwerkskunst eines Staatsweinguts mit fast neunhundertjähriger Tradition und einem der besten Jahrgänge des Jahrzehnts hervorgegangen ist. Er ist ein flüssiges Denkmal der deutschen Edelsüße, ein Zeuge der Versteigerungstradition von Kloster Eberbach und ein Beweis dafür, dass wahre Klasse sich nicht immer in spektakulärer Opulenz oder einem berühmten Namen ausdrückt, sondern oft in der Fähigkeit, unter den Bedingungen der Zeit eine eigene, subtile und zutiefst befriedigende Persönlichkeit zu entwickeln. In seiner Bescheidenheit liegt seine Größe – ein stiller Triumph der Beständigkeit und ein würdiger Botschafter des Höllenbergs, des Rheingaus und der jahrhundertealten Weinbautradition von Kloster Eberbach. Wer das Glück hat, eine gut gelagerte Flasche zu öffnen, sollte sich Zeit nehmen, nicht nur zum Genießen, sondern auch zum Nachdenken über die Vergänglichkeit und die ungebrochene Faszination eines Weins, der die Zeit überdauert hat.
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Jahrgang: | 1966 |
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Farbe: | weiss |
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Erzeuger: | Staatsweingüter Kloster Eberbach |
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Land: | Deutschland |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Weisswein |
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Region: | Rheingau |
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Geschmack: | süss |
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Rebsorte: | Spätburgunder |
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Alkohol: | 10 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger