WongAmat by Jan Raumland - Euphancholie Cuvée No. 2
Füllniveau into neck, Etikett und Kapsel sehr gut.
Produktinformationen
Der WongAmat by Jan Raumland – Euphancholie Cuvée No. 2 ist kein Wein, der sich den Konventionen des Jahrgangsdenkens unterwirft. Er ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung für die Solera-Methode, einem Reifungssystem, das in der Sherry-Produktion beheimatet ist und bei dem jährlich nur ein Teil der Cuvée abgefüllt und mit dem neuen Jahrgang aufgefüllt wird. Auf diese Weise entsteht ein Wein, der sich über Jahrgänge und Rebsorten hinwegsetzt und schon in jungen Jahren eine Tiefe und Zugänglichkeit besitzt, die ein klassischer Bordeaux-Blend erst nach vielen Jahren im Keller erreicht.
Der Name: Ein Neologismus aus Euphorie und Melancholie
Der Name „Euphancholie“ ist eine Wortschöpfung, die Jan Raumland aus dem Roman Hard Land von Benedict Wells entlehnt hat. Sie verbindet die Begriffe Euphorie und Melancholie zu einem einzigen, schillernden Zustand. Der Roman beginnt mit dem Satz „In diesem Sommer verliebte ich mich und meine Mutter starb“ – eine emotionale Gleichzeitigkeit von überschwänglicher Freude und tiefster Nachdenklichkeit, die Jan als Inspiration für seine Cuvée diente. Dieser emotionale Zwischenraum ist es, den der Wein im Glas abbildet: eine Mischung aus dezenter Reife, feiner Frische und ausgewogener Tiefe, die weder laut noch schwer daherkommt.
Die Herkunft: Ein Mosaik aus alten Reben und Familienreserven
Die Cuvée ist ein sorgfältig komponiertes Mosaik aus verschiedenen Parzellen und Rebsorten. Die Basis bildet die sogenannte „Family Reserve“, ein Wein, der auch aus den Weihnachtspaketen der Familie Keller bekannt ist und aus Reben stammt, die rund um das Anwesen der Raumlands in Flörsheim-Dalsheim stehen. Ein weiterer Bestandteil ist eine kleine Parzelle von nur 600 Quadratmetern mit alten Cabernet-Sauvignon-Reben im Kriegsheimer Rosengarten, die Jan Raumland im Jahr 2021 erwerben konnte. Abgerundet wird das Ganze mit einem Anteil Pinot Noir aus den Lagen Bürgel und Rosengarten, die nicht in die prestigeträchtigen Einzellagen-Abfüllungen eingehen. Diese Assemblage aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Spätburgunder ist für einen deutschen Rotwein ungewöhnlich und verleiht der Cuvée ihren einzigartigen Charakter.
Die Solera-Methode: Kontinuität statt Jahrgang
Das Herzstück der Euphancholie ist die Solera-Reifung. Jährlich werden nur etwa 30 Prozent der Menge abgefüllt; der Rest verbleibt im Fass und wird mit dem neuen Jahrgang aufgefüllt. Auf diese Weise entsteht eine kontinuierliche Verbindung von Jahr zu Jahr, die dem Wein eine behutsam entwickelte Reife und Komplexität verleiht, ohne dass er die lebendige Frische verliert, die für die Weine von Jan Raumland so charakteristisch ist. Die Basis der aktuellen Abfüllung reicht bis in den Jahrgang 2019 zurück, sodass der Wein bereits auf eine beeindruckende Geschichte aus mehreren Jahren zurückblicken kann.
Das sensorische Profil: Ein Cabernet, der wie ein Pinot tanzt
Die Verkostungsnotizen zu diesem Wein sind bemerkenswert einhellig in ihrer Beschreibung einer ungewöhnlichen Leichtfüßigkeit. In der Nase zeigt sich eine kühle rote Beerenfrucht – Sauerkirsche, Brombeere und ein Hauch von Rosenblüte –, die super animierend und intensiv wirkt, dabei aber saftig und ganz leicht rauchig bleibt. Mit zunehmender Sauerstoffzufuhr färbt sich die Aromatik dunkler, und im Abgang schimmert eine noble Würze durch.
Am Gaumen ist der Wein schlank und leichtfüßig, mit einem geschliffenen, feinen Säurenerv, der eher an einen Spätburgunder erinnert als an eine Cabernet-Cuvée. Diese für einen Cabernet-Blend außergewöhnliche Eleganz hat einen Verkoster zu der treffenden Bemerkung veranlasst, blind verkostet denke man bei diesem Wein „nicht unbedingt an Cabernet, dafür ist er viel zu verführerisch“ – ein Wein definitiv eher für Pinot-Liebhaber als für Bordeaux-Fans. Die Tannine sind perfekt eingebunden und feinkörnig, der Wein wirkt ohne jede Schwere und ohne jede Kraftmeierei.
Bewertungen und Einordnung
Die Bewertungen für die Euphancholie Cuvée No. 2 sind noch überschaubar, zeichnen aber ein klares Bild. Auf CellarTracker wird der Wein mit 87 Punkten geführt, wobei ein Verkoster ihn als „sehr leicht und einfach zu trinken“ beschreibt, mit dunklen Beeren und Pilzen als dominierenden Aromen, aber Zweifel an einem signifikanten Entwicklungspotenzial äußert. Diese etwas zurückhaltende Bewertung steht im Kontrast zu den begeisterten Verkostungsnotizen von Händlern, die den Wein als „bärenstark“ und „voll großer Klasse“ bezeichnen. Diese Diskrepanz ist bezeichnend für einen Wein, der bewusst gegen den Strich gebürstet ist: Er ist kein Kraftpaket, das jeden Kritiker sofort überzeugt, sondern ein filigraner, verführerischer Wein, der seine Qualitäten erst auf den zweiten Blick offenbart – und der, wie ein Verkoster auf La Passion du Vin anmerkte, vor allem eines ist: frisch, salivierend und ein idealer Begleiter für den Aperitif.
Fazit: Ein Wein der leisen Töne und der großen Emotion
Der WongAmat Euphancholie Cuvée No. 2 ist kein Wein, der sich in den Vordergrund drängt. Er ist das Ergebnis einer visionären Entscheidung für die Solera-Methode, einer ungewöhnlichen Rebsorten-Assemblage und der beharrlichen Handwerkskunst eines Winzers, der seine prägenden Jahre bei Emrich-Schönleber und Klaus-Peter Keller dazu nutzt, um eigene, unverwechselbare Akzente zu setzen. Der Wein verkörpert die emotionale Spannung seines Namens: die Leichtigkeit und Freude eines Pinot Noir, kombiniert mit der Tiefe und Würze eines Cabernet – eine Euphorie, die aus der Melancholie geboren wird. Für Liebhaber filigraner, kühler Rotweine ist er eine Entdeckung; für Freunde kraftvoller Bordeaux-Blends eine faszinierende Irritation. In jedem Fall ist er ein stiller, aber nachdrücklicher Beweis dafür, dass die neue Generation deutscher Winzer den Mut hat, eigene Wege zu gehen.
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Farbe: | rot |
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Erzeuger: | WongAmat by Jan Raumland |
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Land: | Deutschland |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Rotwein |
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Region: | Rheinhessen |
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Geschmack: | trocken |
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Alkohol: | 14 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger