Weingut Keller - Morstein Spätburgunder FELIX GG Grosses Gewächs trocken 2020
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Füllniveau into neck, Etikett und Kapsel sehr gut.
Produktinformationen
Weingut Keller – Westhofener Morstein Spätburgunder „Felix“ GG trocken 2020: Ein architektonisches Meisterwerk aus alten Reben
Es gibt Weine, die sind mehr als ein Getränk. Sie sind der hörbare Puls einer Region, die kompromisslose Handschrift eines Winzers und eine Zeitkapsel für einen bestimmten Moment im Weinberg. Der Westhofener Morstein Spätburgunder „Felix“ Großes Gewächs aus dem Jahrgang 2020, hervorgebracht vom Weingut Keller in Flörsheim-Dalsheim, ist ein solcher Wein. Er stammt aus der Hand eines Winzers, den die Weinwelt längst zum „Kabi King“ gekrönt hat und der mit seinen trockenen Rieslingen und Spätburgundern Maßstäbe setzt, die weltweit ihresgleichen suchen. Die Cuvée „Felix“, benannt nach dem Sohn der Familie Keller und auf dem Rückenetikett ausdrücklich „unserem Sohn Felix“ gewidmet, ist kein Wein für den breiten Markt, sondern ein Versteigerungswein – eine rare Abfüllung, die nur über die traditionsreichen Auktionen des VDP erhältlich ist und deren Auflage verschwindend gering ist. Eine Flasche dieses Weins zu verkosten, ist keine gewöhnliche Begegnung mit einem deutschen Spätburgunder, sondern eine Reise in die stille Größe einer Lage, die zu den besten Rotweinterroirs Deutschlands zählt, und in einen Jahrgang, der von den ersten Verkostern als einer der vielversprechendsten der jüngeren Vergangenheit beschrieben wird.
Der Morstein: Eine Große Lage mit Kalkstein und alten Reben
Um diesen Wein zu verstehen, muss man zunächst die Lage verstehen, aus der er stammt. Der Westhofener Morstein ist eine VDP.Große Lage und zählt zu den renommiertesten Weinbergen Rheinhessens. Die Weinberge liegen an einem nach Süden ausgerichteten Hang und ruhen auf einem Boden aus kalkhaltigem Mergel und Kalkstein, der den Reben eine hervorragende Drainage und eine tiefe Verwurzelung ermöglicht. Diese karge, mineralische Geologie zwingt die Reben, ihre Wurzeln weit in die Tiefe zu strecken, was zu einer natürlichen Ertragsreduktion und einer hohen Konzentration an Aromen und Mineralien in den Trauben führt. Die Besonderheit der „Felix“-Cuvée liegt in der Herkunft der Trauben: Sie stammen von über 75 Jahre alten Reben – ein für deutsche Spätburgunder außergewöhnliches Alter, das den Trauben eine natürliche Konzentration und Tiefe verleiht, die jüngere Reben nicht erreichen können. Diese alten Reben, die einst mit Sylvaner bestockt und später mit Pinot Noir veredelt wurden, bringen von Natur aus deutlich geringere Erträge und kleinere Beeren hervor, was zu einer außergewöhnlichen aromatischen Dichte und Komplexität führt.
Der Jahrgang 2020: Wärme, Reife und präzise Struktur
Das Weinjahr 2020 war in Rheinhessen von warmen, sonnigen Bedingungen geprägt, die eine gesunde Fruchtentwicklung und ein fokussiertes, energetisches Profil ermöglichten. Die Lese begann früh, und die Trauben erreichten eine für die Region außergewöhnliche Reife, ohne dabei ihre Säure zu verlieren – eine Kombination, die diesen Wein zu einem Kandidaten für frühen Genuss und mittelfristige Reifung macht. Die warmen Bedingungen des Jahres 2020 führten zu Weinen mit reifer Frucht, samtiger Textur und einer zugänglichen Struktur, die bereits in ihrer Jugend große Trinkfreude bereiten, aber auch das Potenzial für eine mehrjährige Entwicklung besitzen. Der Wein-Jahrgang 2020 wird in Rheinhessen als einer der stärksten der jüngeren Vergangenheit angesehen, und der Morstein „Felix“ ist einer der profiliertesten Vertreter dieser Qualität.
Die Weinbereitung: Handwerk, Ganztrauben und Barrique
Die Weinbereitung im Hause Keller folgt einer Philosophie des kompromisslosen Minimalismus und der größtmöglichen Sorgfalt. Die Trauben für den „Felix“ werden ausschließlich von Hand gelesen und im Weinberg streng selektiert, um nur die gesündesten und aromatischsten Beeren zu verwenden. Eine Besonderheit ist die 100-prozentige Handentrappung der Trauben – ein äußerst arbeitsintensiver Prozess, der die Beeren intakt lässt und eine schonende Extraktion ermöglicht. Die Gärung erfolgt spontan mit den natürlichen Hefen der Trauben und des Kellers, und der Wein reift für viele Monate in französischen Barriques, darunter ein ausgewählter Anteil neuer Fässer, die den Wein unterstützen, ohne seine Herkunft zu überdecken. Der Alkoholgehalt liegt bei moderaten 12,5 Prozent – ein für einen deutschen Spätburgunder dieser Konzentration bemerkenswert maßvoller Wert, der die ausgewogene, terroirgeprägte Stilistik des Weins unterstreicht. Die Produktion ist extrem limitiert: Die gesamte Cuvée füllt nur zwei Fässer, was die Seltenheit und den Sammlerwert dieser Abfüllung erklärt.
Das sensorische Erlebnis: Dunkle Frucht, architektonische Tannine und kühle Mineralität
Eine Flasche des Morstein „Felix“ 2020 heute zu verkosten, ist ein Erlebnis von seltener Tiefe und Wandelbarkeit. Die Farbe ist ein erstes Zeugnis seiner Konzentration: Der Wein zeigt sich in einem hellen, aber dennoch tiefen Karminrot, das im Glas eine bemerkenswerte Klarheit und Leuchtkraft besitzt. Die Nase ist das erste große Ereignis dieses Weins. Sie ist dunkel und herzhaft, mit einer reifen, aber vitalen Fruchtigkeit nach schwarzen Kirschen, Brombeeren und einem Hauch von Cassis, unterlegt von einer würzigen, fast fleischigen Komponente, die an Unterholz, Leder und einen Hauch von Rauch erinnert. Eine feine, stängelige Note – ein für große Spätburgunder typisches Zeichen der Ganztraubenverarbeitung – akzentuiert die Frucht, ohne sie zu überdecken, und verleiht dem Bukett eine zusätzliche Dimension der Komplexität. Mit etwas Luft im Glas gesellen sich Noten von Zedernholz, feinen Gewürzen und einem Hauch von Vanille hinzu, die von der behutsamen Reifung im Barrique zeugen, sowie die für den Morstein so typische kühle, kalkige Mineralität, die dem Duft eine erdige Tiefe und Präzision verleiht.
Am Gaumen entfaltet sich die wahre Größe dieses Weins. Der Auftakt ist kraftvoll und dicht, mit einer Fülle von dunklen Fruchtaromen, die den Gaumen umhüllen. Die Textur ist seidig und samtig, und doch durchzieht den Wein eine lebendige, belebende Säure, die ihn vor jeglicher Schwere bewahrt und ihm eine bemerkenswerte Frische und Länge verleiht. Die Tannine sind von einer außergewöhnlichen Feinheit und Präzision – sie sind nicht laut oder adstringierend, sondern wie von einem Architekten gebaut, um die Frucht zu tragen und zu rahmen, ohne sie zu erdrücken. Diese Kombination aus perfekt-samtigem Tannin, langer Struktur und mineralischer Tiefe hat einen Verkoster zu der treffenden Beschreibung veranlasst, der Wein sei „noch unentwickelt“ , besitze aber das Zeug, „groß zu werden“ . Die Aromen der Nase wiederholen sich am Gaumen mit großer Präzision: dunkle Früchte, Unterholz, Gewürze und eine feine mineralische Salzigkeit verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Der Abgang ist außergewöhnlich lang und nachhaltig, mit einem sauberen Nachhall von Frucht, Tannin und einer subtilen mineralischen Note.
Die Bewertungen: Ein Chor der Anerkennung
Die Bewertungen für den Morstein „Felix“ 2020 spiegeln seine außergewöhnliche Qualität und seine Fähigkeit wider, selbst erfahrene Kritiker zu überzeugen. Jancis Robinson MW vergab 18,5 von 20 Punkten und beschrieb den Wein als „dunkler und herzhafter“ als die Réserve du Fils, mit „wunderschöner stängeliger Note“ , „feinen, aber architektonisch gebauten Tanninen“ und einer „Frische, die Teil der Schönheit und Intensität des Weins ist“ . Vinum vergab 19 von 20 Punkten und lobte die „außergewöhnliche Feinheit, die seidene Tanninstruktur, die mineralische Tiefe und die Präzision“ des Weins. Der Weinkritiker Stephan Reinhardt von der Wine Advocate, der den Wein im Rahmen der Keller Open 2023 verkostete, bewertete ihn mit 93 bis 95+ Punkten und notierte: „Noch unentwickelt, perfekt-samtiges Tannin, lang, wird groß.“ Diese Bandbreite an hohen Bewertungen zeigt, dass der Morstein „Felix“ 2020 ein Wein ist, der je nach Flasche, Lagerung und persönlichem Geschmack sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann, aber stets auf höchstem Niveau überzeugt.
Trinkreife und Lagerpotenzial: Ein Wein für die nächsten Jahrzehnte
Die Frage nach der Trinkreife des Morstein „Felix“ 2020 ist heute, sechs Jahre nach der Ernte, von besonderer Bedeutung. Der Wein ist noch jung und unentwickelt, und die Empfehlungen der Experten zeichnen ein einhelliges Bild: Er benötigt Zeit. Vinum gibt ein Trinkfenster von 2027 bis 2038 an, während Weinwisser einen Zeitraum von 2027 bis 2037 nennt. Diese Empfehlungen unterstreichen, dass der Wein zwar bereits jetzt eine beeindruckende Struktur und Tiefe besitzt, seine volle Komplexität aber erst in einigen Jahren entfalten wird. Wer das Glück hat, eine Flasche zu besitzen, sollte sie daher geduldig lagern – bei optimalen Bedingungen (kühl, dunkel und vibrationsfrei) wird der Wein bis in die 2030er Jahre und darüber hinaus an Komplexität gewinnen und die mineralische Tiefe des Morsteins immer deutlicher hervortreten lassen.
Die Empfehlung zur Servierung ist eindeutig: Der Wein sollte bei einer Temperatur von 15 bis 16 Grad Celsius serviert werden, um seine feinen Aromen und seine Struktur optimal zur Geltung zu bringen. Ein vorsichtiges Dekantieren von etwa 60 bis 90 Minuten vor dem Genuss kann helfen, die komplexen Aromen zu öffnen und die Tannine weiter zu mildern – insbesondere in seiner Jugend. Er ist ein perfekter Begleiter zu Wildgeflügel, geschmortem Rindfleisch, Lamm oder gereiftem Hartkäse – und er ist ein Wein, der es verdient, auch pur und mit Ruhe genossen zu werden, als Meditation über die Zeit und die ungebrochene Kraft eines großen Terroirs.
Fazit: Die stille Größe eines architektonischen Meisterwerks
Der Weingut Keller Westhofener Morstein Spätburgunder „Felix“ GG trocken 2020 ist kein Wein, der im Rampenlicht steht. Er ist kein Große Lage im marketinggeprägten Sinne, der in jedem Weinmagazin als Legende gefeiert wird, und er ist nur über die Auktionen des VDP erhältlich – eine rare Abfüllung, die nur wenigen Kennern vorbehalten bleibt. Und doch verkörpert er eine Tugend, die in der heutigen Weinwelt oft übersehen wird: die stille, beständige Größe eines Weins, der aus einer der besten Lagen Rheinhessens, der beharrlichen Handwerkskunst eines Winzers, der das Spätburgunder-Genre neu definiert, und einem Jahrgang hervorgegangen ist, der Wärme und Reife mit präziser Struktur verbindet. Er ist das Ergebnis einer glücklichen Fügung aus über 75 Jahre alten Reben, die dem Wein ihre Konzentration und Tiefe verleihen, einer schonenden Vinifikation mit handentrappten Trauben und einer behutsamen Reifung in französischen Barriques. Er erinnert uns daran, dass wahre Klasse sich nicht immer in spektakulärer Opulenz oder einem berühmten Namen ausdrückt, sondern oft in der Fähigkeit, unter den Bedingungen der Zeit eine eigene, subtile und zutiefst befriedigende Persönlichkeit zu entwickeln. In seiner Bescheidenheit liegt seine Größe – ein stiller Triumph der Beständigkeit und ein würdiger Botschafter des Morsteins, Rheinhessens und der jahrzehntelangen Tradition des Weinguts Keller. Wer das Glück hat, eine Flasche dieses Weins zu öffnen, sollte sich Zeit nehmen, nicht nur zum Genießen, sondern auch zum Nachdenken über die Vergänglichkeit und die ungebrochene Faszination eines Weins, der die Zeit überdauert hat.
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Jahrgang: | 2020 |
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Farbe: | rot |
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Erzeuger: | Keller Klaus Peter |
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Land: | Deutschland |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Rotwein |
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Region: | Rheinhessen |
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Geschmack: | trocken |
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Rebsorte: | Spätburgunder |
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Alkohol: | 14 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger