Weingut Hof St. Johannes - Rauenthaler Rothenberg Riesling kabinett 1983
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Produktinformationen
Weingut Hof St. Johannes – Rauenthaler Rothenberg Riesling Kabinett 1983: Ein stilles Denkmal der Rheingauer Steillage
Es gibt Weinflaschen, die sind weniger ein Getränk als vielmehr ein historisches Dokument – ein flüssiger Zeuge einer vergangenen Ära, in der der deutsche Riesling an der Schwelle zur Weltspitze stand und die Kunst der Kabinett-Bereitung in ihrer reinsten Form zelebrierte. Die Flasche, die hier besprochen wird – ein Rauenthaler Rothenberg Riesling Kabinett aus dem Jahrgang 1983, hervorgebracht vom Weingut Hof St. Johannes in Eltville-Rauenthal –, ist genau solch ein Relikt. Sie stammt aus einer der legendärsten Weinbergslagen des Rheingaus, aus der Hand eines Familienweinguts, das seit fünf Generationen in Rauenthal verwurzelt ist, und aus einem Jahrgang, der von Kennern als „very fine vintage“ – ein sehr guter Jahrgang – beschrieben wird und der sich heute, nach über vier Jahrzehnten, in einem bemerkenswerten Zustand der Reife präsentiert.
Das Weingut: Eine Familienchronik seit fünf Generationen
Um diesen Wein zu verstehen, muss man zunächst das Weingut verstehen, aus dem er stammt. Das Weingut Hof St. Johannes in der Hauptstraße 33 in Rauenthal ist ein traditionsreiches Familienunternehmen, das bereits seit fünf Generationen von der Familie Wagner geführt wird. Der heutige Inhaber, Karl Johannes Wagner, führt das Gut mit einer Rebfläche von rund neun bis zwölf Hektar, die sich über die malerische Landschaft des Rheingaus erstreckt. Die Weinberge sind mit den klassischen Rebsorten der Region bestockt – allen voran Riesling und Spätburgunder, ergänzt durch Weißburgunder, Grauburgunder, Rivaner, Chardonnay sowie kleinere Anteile von Schwarzriesling, Regent und Cabernet Mitos. Das Weingut setzt dabei auf eine umweltschonende Bewirtschaftung, die Tradition und moderne Technik harmonisch vereint, und im Weinkeller wird das Streben nach Qualität fortgeführt, um Weine zu kreieren, die die Handschrift ihrer Herkunft in jeder Nuance tragen. Der Hof St. Johannes ist kein lautes, marketinggetriebenes Weingut, sondern ein bodenständiger Familienbetrieb, der seine Wurzeln in Rauenthal und im Rheingau hat und dessen Weine vor allem eines sind: ehrlich, terroirgeprägt und auf Langlebigkeit angelegt.
Der Rauenthaler Rothenberg: Eine der höchsten Lagen des Rheingaus
Das Herzstück des hier besprochenen Weins ist die Lage Rauenthaler Rothenberg, eine der herausragenden und am höchsten gelegenen Weinlagen im Rheingau. Sie liegt oberhalb von Rauenthal auf einem steilen Südhang, der von der Sonne maximal profitiert, durch die Höhenlage jedoch kühler ist als die Rheinnähe – eine für die Region außergewöhnliche Eigenschaft, die dem Riesling eine rassige Säure und eine bemerkenswerte filigrane Aromatik verleiht. Der Name „Rothenberg“ leitet sich von der rötlichen Färbung des Bodens ab, die auf einen geringen Eisenanteil hinweist. Die Bodenbeschaffenheit ist extrem steinig und besteht aus verwittertem Taunusquarzit und Phyllit-Schiefer, durchzogen von Eisenoxiden aus dem Verwitterungsmaterial des roten Schiefers sowie Beimengungen von steinigem Lehm und Lösslehm. Diese karge, mineralische Geologie zwingt die Reben zu einer tiefen Verwurzelung und verleiht den Weinen ihre unverwechselbare kühle, präzise Mineralität, ihre Struktur und ihre legendäre Langlebigkeit. Die Lage ist offiziell als VDP.GROSSE LAGE klassifiziert – eine Einstufung, die ihre absolute Spitzenstellung im Rheingau bestätigt. Der Rothenberg ist berühmt für die Langlebigkeit seiner Weine, die im Alter an Komplexität und tiefgründigem Weingenuss gewinnen.
Der Jahrgang 1983: Ein „very fine vintage“ mit Säure und Struktur
Das Weinjahr 1983 war im Rheingau ein Jahrgang, der von Kennern als „very fine vintage“ – ein sehr guter Jahrgang – beschrieben wird und der Weine von bemerkenswerter Langlebigkeit hervorbrachte. Die Witterungsbedingungen im Sommer und Herbst 1983 ermöglichten eine langsame, gleichmäßige Reifung der Trauben, die eine lebendige, frische Säure und eine feine, strukturierte Aromatik bewahrten. Der Jahrgang brachte im Rheingau Weine hervor, die für ihren stählernen Charakter und ihre hohe Säure bekannt sind – Eigenschaften, die sie für eine lange Reifung in der Flasche prädestinierten. Einige Quellen heben hervor, dass die Weine dieses Jahres „vollmundig und robust“ seien und eine „ausgeprägte Säure“ besitzen, die ihnen eine lange Entwicklungszeit im Fass und in der Flasche ermöglichte. Der Jahrgang 1983 war kein „Jahrhundertjahrgang“ wie 1959 oder 1990, aber ein solides, klassisches Jahr, das bei guter Arbeit im Keller durchaus respektable und langlebige Weine hervorbrachte – und der Rauenthaler Rothenberg mit seiner kühlen, steilen Lage und seinem mineralischen Boden war prädestiniert dafür, die Stärken dieses Jahrgangs in besonderer Weise zur Geltung zu bringen.
Die Stilistik: Kabinett – die Kunst der Balance
Die hier besprochene Abfüllung ist ein Kabinett – die leichteste und filigranste Prädikatsstufe des deutschen Weingesetzes. Ein Kabinett aus dem Rauenthaler Rothenberg ist kein Wein der opulenten Süße, sondern ein Wein der Balance und der Leichtigkeit. Die Weine dieser Lage zeigen ihre große Finesse am besten in einer balancierten Säure-Süße-Struktur. Charakteristisch für den Rothenberg ist ein an Zitronen, Limonen und Holunder erinnerndes Bouquet, unterlegt von floralen Spuren und einer deutlichen Mineralik. Am Gaumen präsentiert sich der Wein recht fest und eher kühl, mit einem zart hefigen Zitrus-Steinobst und pflanzlichen sowie hellen floralen Nuancen. Die salzige Mineralik verleiht ihm Griff und hinterlässt einen sehr guten Abgang mit kühlem Saft. Ein Kabinett aus dieser Lage ist also kein Wein, der durch Kraft oder Opulenz besticht, sondern durch Präzision, Kühle und eine fast schon schnittige Eleganz – Tugenden, die in einem Jahrgang wie 1983 mit seiner ausgeprägten Säure in besonderer Weise zur Geltung kommen.
Das sensorische Erlebnis: Ein gereifter Kabinett von großer Tiefe und Ruhe
Eine Flasche dieses Weins heute, über vier Jahrzehnte nach der Ernte, zu verkosten, ist ein Erlebnis von seltener Tiefe und Wandelbarkeit. Die Farbe dürfte – wie bei gereiften Rheingauer Rieslingen üblich – ein tiefes Goldgelb mit bernsteinfarbenen Reflexen zeigen, ein visuelles Zeugnis seiner langen Reifung. Die Nase ist das erste große Ereignis dieses Weins. Sie wird von den für den Rothenberg typischen tertiären Aromen dominiert sein: Petrol, Bienenwachs, Honigwabe und geröstete Mandeln, unterlegt von einer reifen, eingekochten Fruchtigkeit nach Zitronenkonfitüre, Aprikosen und einem Hauch von Quitte. Die für die Lage so charakteristische mineralische Note von Feuerstein und nassem Schiefer schimmert als kühler, salziger Unterton durch und verankert den Wein in seinem Terroir. Mit etwas Luft im Glas können sich feine Gewürznoten von Ingwer und einer dezenten Rauchigkeit hinzugesellen – Aromen, die für große, gereifte Rheingauer Rieslinge typisch sind.
Am Gaumen dürfte der Wein einen leichten bis mittleren Körper und eine seidige, fast samtige Textur zeigen, die für einen gereiften Kabinett charakteristisch ist. Die Säure ist noch immer lebendig und verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Frische und Länge, die ihn vor jeglicher Schwere bewahrt – ein Erbe der kühlen, steilen Lage und des säurebetonten Jahrgangs 1983. Die Restsüße ist vollständig in die Struktur integriert und wirkt als geschmeidige, wärmende Komponente, nicht als dominante Süße. Die Aromen der Nase wiederholen sich am Gaumen mit großer Präzision: reife Zitrusfrüchte, Honig, Petrol und eine feine mineralische Salzigkeit verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Der Abgang ist lang und nachhaltig, mit einem sauberen Nachhall von Frucht, Mineralität und einer subtilen Würze. Diese Länge und Reinheit im Abgang sind das Zeichen eines Weins, der mit Sorgfalt und Geduld vinifiziert wurde und der seine Herkunft und seinen Jahrgang in jeder Nuance widerspiegelt.
Trinkreife und Servierung: Ein Wein am Scheideweg
Die Frage nach der Trinkreife eines über vierzig Jahre alten Kabinetts ist von besonderer Bedeutung. Der Wein hat zweifellos seine jugendliche Frucht hinter sich gelassen und befindet sich in einer Phase der vollständigen Reife, in der die tertiären Aromen dominieren. Die Struktur – die Kombination aus lebendiger Säure und integrierter Restsüße – lässt erwarten, dass der Wein noch einige Jahre auf hohem Niveau genießen werden kann, doch eine weitere Verbesserung ist nicht mehr zu erwarten. Wer das Glück hat, eine gut gelagerte Flasche zu besitzen, sollte sie daher in den kommenden Jahren öffnen, um sie in ihrer aktuellen, komplexen Pracht zu erleben. Die Empfehlung zur Servierung ist eindeutig: Der Wein sollte bei einer Temperatur von 8 bis 10 Grad Celsius serviert werden, um seine feinen Aromen und seine lebendige Säure optimal zur Geltung zu bringen. Er ist ein perfekter Begleiter zu feinen Fischgerichten, Meeresfrüchten, hellem Fleisch und gereiftem Hartkäse – und er ist ein Wein, der es verdient, auch pur und mit Ruhe genossen zu werden, als Meditation über die Zeit und die ungebrochene Kraft eines großen Terroirs.
Fazit: Die stille Größe eines fast vergessenen Kabinetts
Der Weingut Hof St. Johannes Rauenthaler Rothenberg Riesling Kabinett 1983 ist kein Wein, der im Rampenlicht steht. Er ist kein Große Gewächs im heutigen, marketinggeprägten Sinne, und er wird nicht in jedem Weinmagazin als Legende gefeiert. Und doch verkörpert er eine Tugend, die in der heutigen Weinwelt oft übersehen wird: die stille, beständige Größe eines Weins, der aus einer der historisch bedeutendsten Lagen des Rheingaus, der beharrlichen Handwerkskunst eines Familienweinguts mit fünfjähriger Tradition und einem soliden, langlebigen Jahrgang hervorgegangen ist. Er erinnert uns daran, dass wahre Klasse sich nicht immer in spektakulärer Opulenz oder einem berühmten Namen ausdrückt, sondern oft in der Fähigkeit, unter den Bedingungen der Zeit eine eigene, subtile und zutiefst befriedigende Persönlichkeit zu entwickeln. In seiner Bescheidenheit liegt seine Größe – ein stiller Triumph der Beständigkeit und ein würdiger Botschafter des Rauenthaler Rothenbergs, des Rheingaus und der jahrzehntelangen Tradition des Weinguts Hof St. Johannes.
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Jahrgang: | 1983 |
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Farbe: | weiss |
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Erzeuger: | Hof St. Johannes Weingut |
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Land: | Deutschland |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Weisswein |
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Region: | Rheingau |
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Geschmack: | süss |
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Rebsorte: | Riesling |
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Alkohol: | 10 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger