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Produktinformationen

Lungarotti Rubesco Vigna Monticchio Torgiano Rosso Riserva DOCG 1990 – Ein flüssiges Denkmal aus Umbriens Pionierzeit

Es gibt Weinflaschen, die sind weniger ein Getränk als vielmehr ein historisches Dokument – ein flüssiger Zeuge einer vergangenen Ära, in der eine ganze Region aus dem Schatten der Toskana trat und ihren eigenen Weg zur Weltspitze fand. Der Rubesco Vigna Monticchio aus dem Jahrgang 1990, hervorgebracht von der Cantina Lungarotti in Torgiano, ist genau solch ein Relikt. Er stammt aus der Hand einer Winzerfamilie, die Umbrien auf die internationale Weinkarte setzte, aus einer Einzellage, die seit der ersten Ernte 1964 das Aushängeschild des Hauses ist, und aus einem Jahrgang, der in mehrfacher Hinsicht ein Wendepunkt war: 1990 wurde dem Torgiano Rosso Riserva der Status einer DOCG verliehen – rückwirkend bis zum Jahrgang 1983 –, und Lungarotti war damit die zehnte DOCG Italiens überhaupt. Eine Flasche dieses Weins heute zu verkosten, ist keine gewöhnliche Begegnung mit einem italienischen Rotwein, sondern eine Reise in die stille Größe einer Region, die Giorgio Lungarotti in den 1960er Jahren aus dem Dornröschenschlaf weckte, und in einen Wein, der die Zeit nicht nur überdauert, sondern in seiner Komplexität zu schweben scheint.

Die Lage: Vigna Monticchio – ein Hügel aus lakustrischen Sedimenten

Um diesen Wein zu verstehen, muss man zunächst die Lage verstehen, aus der er stammt. Die „Vigna Monticchio“ liegt auf dem Hügel von Brufa auf etwa 300 Metern über dem Meeresspiegel, mit einer Ausrichtung nach West-Süd-West. Die Rebfläche umfasst 15 Hektar, von denen jedoch nur 10 Hektar für die Produktion des Rubesco Riserva Vigna Monticchio verwendet werden – eine Selektion, die die Konzentration und Exklusivität dieser Abfüllung unterstreicht. Der Boden ist lakustrischen Ursprungs und weist eine bemerkenswerte bodenkundliche Variabilität auf: Es wechseln sich lehmige und sandige Säume ab, wobei die sandigen Partien im unteren Teil des Weinbergs häufiger vorkommen. Diese Mischung aus wasserspeicherndem Lehm und gut drainiertem Sand verleiht den Weinen eine seltene Dualität: eine strukturierte, tanninreiche Architektur und eine feine, mineralische Prägung, die den Wein über Jahrzehnte tragen kann.

Der Jahrgang 1990 und die Vinifikation: Die Geburtsstunde einer DOCG

Der Jahrgang 1990 war für Lungarotti ein Jahr von historischer Bedeutung: In diesem Jahr wurde der Torgiano Rosso Riserva zur DOCG erhoben, eine Anerkennung, die die jahrzehntelange Pionierarbeit von Giorgio Lungarotti krönte. Die Vinifikation folgt den überlieferten Methoden des Hauses: Die Sangiovese-Trauben – in späteren Jahrzehnten oft zu 100 Prozent verwendet, in früheren Jahren gelegentlich durch einen kleinen Anteil Canaiolo ergänzt – werden in der zweiten Septemberhälfte von Hand gelesen und in Edelstahltanks bei kontrollierter Temperatur (26 °C) vergoren, gefolgt von einer Mazeration auf den Schalen für 25 bis 28 Tage. Der Ausbau erfolgt für etwa zwölf Monate in großen Fässern (50 hl) und feinkörnigen Eichenbarriques, bevor der Wein drei Jahre in der Flasche reift. Diese behutsame, aber strukturierte Kellerarbeit ist das Markenzeichen des Hauses und der Schlüssel zur außergewöhnlichen Balance und Langlebigkeit dieses Weins – das offizielle Datenblatt gibt an, dass er bei guter Lagerung leicht 50 Jahre überdauern kann.

Das sensorische Erlebnis: Ein Mosaik aus Reife, Würze und seidiger Textur

Eine Flasche dieses Weins heute, über dreißig Jahre nach der Ernte, zu verkosten, ist ein Erlebnis von seltener Tiefe und Wandelbarkeit. Die Verkostungsnotizen, die über die Jahrzehnte von Sammlern und Kritikern zusammengetragen wurden, zeichnen das Bild eines Weins, der seine Geschichte in Schichten erzählt. Die Farbe ist ein erstes Zeugnis seiner Reife: Der Wein zeigt sich in einem tiefen Rubinrot mit ersten, zarten granatfarbenen Reflexen am Rand. Die Nase ist das erste große Ereignis dieses Weins. Das offizielle Profil beschreibt sie als „elegant und komplex“ , mit Anklängen an Sauerkirsche , zarten Veilchennoten und feinen holzigen Anklängen von Kakao und Kaffee , gefolgt von einem würzigen Abgang mit Pfeffer und Nelken. Ein Verkoster auf CellarTracker, der den Wein im Jahr 2021 aus einer Standardflasche probierte, beschrieb die Nase als „Pflaume mit gut ausbalancierter Eiche und Anklängen von Pilzen und Leder“ , ergänzt durch „Teer und Blumen“ , die sich mit der Zeit im Glas entfalteten.

Am Gaumen entfaltet sich die wahre Größe dieses Weins. Der Auftakt ist tiefgründig, harmonisch und von ausgewogener Struktur , mit einer komplexen, leicht balsamischen Frucht und einer umhüllenden Tannintextur , die Noten von Lakritz und Marmelade trägt und in einen langen Abgang mündet, der eine zarte Mineralität und einen würzigen Nachklang ankündigt. Ein anderer Verkoster beschrieb den Gaumen als „smooth, luxurious texture“ mit vollständig integrierten Tanninen und einer bemerkenswerten Frische, die auch nach drei Jahrzehnten noch spürbar war. Ein Verkoster, der den Wein 2017 aus einer 3-Liter-Flasche probierte, hob die „fabelhafte Textur, ähnlich flüssigem Samt“ hervor, mit roten Früchten , würzigen Noten von Zimt, Nelke, Kakao und Teer sowie einer „bemerkenswerten Frische“ und einem „großartigen Gleichgewicht zwischen Terroir und Frucht“.

Die Bewertungen und die Trinkreife: Ein Wein am Zenit

Die Bewertungen für den Rubesco Vigna Monticchio 1990 spiegeln seine außergewöhnliche Qualität und seine Fähigkeit wider, auch nach Jahrzehnten noch zu begeistern. Die CellarTracker-Community verzeichnet einen Median von 91,1 Punkten aus 16 Bewertungen, wobei die Spanne von 91 bis 94 Punkten reicht. Ein Verkoster vergab 94 Punkte und beschrieb den Wein als „absolut gorgeous at 21 years of age“ – reich und tief, zugleich eckig und samtig. Die Plattform Wine-World verzeichnet eine Bewertung von 87 Punkten. Diese Bandbreite unterstreicht, dass der Wein je nach Flasche, Format und persönlichem Geschmack sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann, aber stets auf hohem Niveau überzeugt.

Die Frage nach der Trinkreife ist heute, über dreißig Jahre nach der Ernte, von besonderer Bedeutung. Der Wein hat zweifellos seine jugendliche Frucht hinter sich gelassen und befindet sich in einer Phase der vollständigen Reife , in der die tertiären Aromen dominieren. Die Empfehlungen der Verkoster zeichnen ein differenziertes Bild: Ein Verkoster aus dem Jahr 2021 notierte, der Wein sei „à pointe“ – auf dem Höhepunkt – und werde „nicht weiter von einer längeren Lagerung profitieren“ , doch verbleibende Flaschen könnten „noch weitere 5–10 Jahre halten“. Ein älterer Verkoster aus dem Jahr 2014 riet, den Wein „bald zu trinken“ , da er zwar noch schön, aber bereits von einer „old age acidity“ geprägt sei. Diese Einschätzungen machen deutlich, dass der Wein zwar noch Freude bereiten kann, seine beste Zeit aber entweder gerade jetzt ist oder bereits begonnen hat. Wer das Glück hat, eine gut gelagerte Flasche zu besitzen, sollte sie daher in den kommenden Jahren öffnen. Die Empfehlung zur Servierung ist eindeutig: Der Wein sollte bei einer Temperatur von 16 bis 18 °C serviert werden, und angesichts der langen Flaschenreife wird empfohlen, ihn zu dekantieren , um seine Rundheit und Eleganz voll zur Geltung zu bringen. Er ist ein perfekter Begleiter zu Wildgeflügel, geschmortem Rindfleisch, Lamm oder gereiftem Hartkäse – und er ist ein Wein, der es verdient, auch pur und mit Ruhe genossen zu werden, als Meditation über die Zeit und die ungebrochene Kraft eines großen Terroirs.

Fazit: Die stille Größe eines Pionierweins

Der Lungarotti Rubesco Vigna Monticchio Torgiano Rosso Riserva DOCG 1990 ist kein Wein, der im Rampenlicht steht. Er ist kein „Jahrhundertjahrgang“ wie 1985 oder 1997, und er wird nicht in jedem Weinmagazin als Legende gefeiert. Und doch verkörpert er eine Tugend, die in der heutigen Weinwelt oft übersehen wird: die stille, beständige Größe eines Weins, der aus einer der historisch bedeutendsten Lagen Umbriens, der beharrlichen Handwerkskunst einer Winzerfamilie, die eine ganze Region aus dem Schatten führte, und einem Jahrgang hervorgegangen ist, der die Geburtsstunde einer DOCG markiert. Er erinnert uns daran, dass wahre Klasse sich nicht immer in spektakulärer Opulenz oder einem berühmten Namen ausdrückt, sondern oft in der Fähigkeit, unter den Bedingungen der Zeit eine eigene, subtile und zutiefst befriedigende Persönlichkeit zu entwickeln. In seiner Bescheidenheit liegt seine Größe – ein stiller Triumph der Beständigkeit und ein würdiger Botschafter der Vigna Monticchio, Torgianos und der jahrzehntelangen Tradition der Familie Lungarotti.

Jahrgang Jahrgang: 1990
Farbe Farbe: rot
Land Land: Italien
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: k.a.
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 1500 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger