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Produktinformationen

Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach – Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling Cabinet naturrein 1963: Ein Zeugnis rheingauischer Weinkultur

Einleitung

Der Jahrgang 1963 im Rheingau gehört zu jenen Jahrgängen, die in der kollektiven Erinnerung der Weinwelt selten im Rampenlicht stehen. Es war ein Jahr, das Winzer vor erhebliche Herausforderungen stellte und von wechselhaften Witterungsbedingungen geprägt war. Dennoch haben einige Weine aus diesem Jahr – insbesondere aus den Steillagen des Rüdesheimer Berges – im Laufe der Jahrzehnte eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Der Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling Cabinet naturrein 1963 aus dem Hause der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach ist ein solches Beispiel: ein Wein, der die Handschrift einer der traditionsreichsten Weinbaustätten Deutschlands trägt und zugleich ein Dokument einer fast untergegangenen Weinsprache ist.

Das Weingut Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach

Die Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach blicken auf eine fast neun Jahrhunderte währende Geschichte zurück. Ihren Ursprung haben sie im Zisterzienserkloster Eberbach, das im Jahr 1136 vom heiligen Bernhard von Clairvaux gegründet wurde. Die aus Burgund entsandten Mönche begannen alsbald mit dem Weinbau in der Nähe ihres Klosters, ursprünglich um Messwein herzustellen. Der in den Lagen der Mönche gekelterte Wein erwies sich jedoch recht bald als gefragtes Handelsgut, und die Eberbacher Weinwirtschaft expandierte derart, dass das Weingut bereits im Mittelalter zum größten deutschen Weingut wurde.

Nach der Säkularisation im Jahr 1803 wurde das Weingut vom Herzog von Nassau übernommen, ab 1866 als Königliche Domaine vom Preußischen Staat geführt und seit 1945 vom Land Hessen als Gesellschafter fortgeschrieben. Seit 1806 führt Kloster Eberbach eigene Versteigerungen durch und war vor über hundert Jahren als führendes deutsches Weingut Mitbegründer des Verbandes der Prädikatsweingüter (VDP), der sich damals noch „Verband Deutscher Naturweinversteigerer" nannte. Die Kundenliste der königlich preußischen Domaine las sich wie ein Auszug aus dem europäischen Adelskalender, und nicht zuletzt schätzten Reichskanzler Otto von Bismarck, der Deutsche Kaiser und die Bankiersfamilie Rothschild die Weine von Kloster Eberbach.

Mit 238 Hektar Anbaufläche ist Kloster Eberbach heute das größte Weingut Deutschlands und gehört dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) an. Die Weinberge erstrecken sich über den Rheingau und die Hessische Bergstraße, wobei der Riesling mit 74 % die dominierende Rebsorte ist.

Die Lage Rüdesheimer Berg Roseneck

Das Rüdesheimer Berg Roseneck ist eine der renommiertesten Weinlagen des Rheingaus und eingebettet zwischen den Lagen Berg Schlossberg und Drachenstein. Der Name „Roseneck" leitet sich von den wilden Rosenhecken ab, die auf den zutage tretenden Felsvorsprüngen wachsen. Die Lage wurde bereits um das Jahr 1200 als „offe dem berge" urkundlich erwähnt und blickt somit auf eine über achthundertjährige Weinbautradition zurück.

Die Weinberge im Rüdesheimer Berg gehen auf alten, teils aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kurmainzer Besitz zurück. Über seine komplette Größe ist der Berg Roseneck mit einer Steigung von 33 % nach Süden ausgerichtet, was eine optimale Sonneneinstrahlung gewährleistet. Der Boden setzt sich aus Quarzitverwitterung und Schiefereinlagen zusammen – ein steinreiches Terroir, das in der Regel strukturierte, mineralisch geprägte Rieslinge mit klarer Säure, hoher Extraktbildung und ausgeprägter Reifeentwicklung hervorbringt. Der westliche, steilere Teil der Lage bringt eher feingliedrige Rieslinge hervor, während im östlichen Teil die Weine häufig eine kräftigere Säure aufweisen.

Der Jahrgang 1963 im Rheingau

Der Jahrgang 1963 war für den Rheingau kein einfacher Jahrgang. Ähnlich wie in anderen deutschen Weinbaugebieten war er von wechselhaften Witterungsbedingungen geprägt, die eine sorgfältige Selektion und ein hohes Maß an handwerklichem Können erforderten. Die Weine dieses Jahres zeichnen sich durch eine moderate Alkoholstärke und eine frische Säure aus – Eigenschaften, die sie anfangs oft als streng erscheinen ließen, sich im Laufe der Jahrzehnte jedoch als Grundlage für eine bemerkenswerte Langlebigkeit erwiesen. Verkostungsnotizen verwandter Rheingauer Weine aus dem Jahr 1963, etwa eines Kiedricher Heiligenstock Riesling Kabinett, beschreiben einen halbtrockenen Stil mit reifer, würziger Tanninstruktur und einem Alkoholgehalt von etwa 9,5 %. Ein Schloss Reinhartshausen Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese aus demselben Jahrgang zeigte eine tiefe Bernsteinfarbe und wurde als bemerkenswert langlebig beschrieben.

Die Bezeichnung „Cabinet naturrein"

Die Bezeichnung „Cabinet naturrein" auf dem Etikett verweist auf eine Weinsprache, die heute nicht mehr gebräuchlich ist. Der Begriff „Cabinet" – später als „Kabinett" in die deutsche Weingesetzgebung übernommen – bezeichnete im traditionellen Rheingauer Verständnis einen Wein von besonderer Feinheit und Rasse, der aus vollreifen Trauben gekeltert wurde. Der Zusatz „naturrein" wiederum stammt aus der Zeit vor den modernen Weinverordnungen und definierte einen Wein, der nicht chaptalisiert, also nicht mit Zucker angereichert worden war. Der Begriff „naturrein" war das historische Äquivalent zum heutigen „Qualitätswein mit Prädikat" und verschwand nach den Weinreformen der 1970er Jahre von den Etiketten. Ein Wein mit der Bezeichnung „Cabinet naturrein" aus dem Jahr 1963 ist somit ein authentisches Zeugnis der klassischen Rheingauer Weinbautradition, die bis in die 1960er Jahre hinein gepflegt wurde.

Weinbereitung und Ausbau

Die Weinbereitung bei Kloster Eberbach folgte in den 1960er Jahren traditionellen Methoden. Die Trauben wurden von Hand gelesen und in den historischen Gewölbekellern des Klosters – darunter der legendäre „Cabinetkeller", in dem die Zisterzienser seit Jahrhunderten ihre edelsten Gewächse zur behutsamen Reife lagerten – ausgebaut. Die Gärung erfolgte in Holzfässern, und der Ausbau erstreckte sich über mehrere Monate. Der „Cabinetkeller" war ein besonderer Ort, den die Mönche für die Reifung ihrer wertvollsten Weine auserwählt hatten – ein Ort mit konstanter Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit, der optimale Bedingungen für die langsame Entwicklung großer Weine bot.

Verkostungsnotizen und Reifung

Ein gut gelagerter Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling Cabinet naturrein 1963 präsentiert sich heute – mehr als sechs Jahrzehnte nach der Lese – in einem faszinierenden Entwicklungsstadium. Die Farbe hat sich von einem anfänglichen Hellgelb über goldene Töne bis hin zu einem tiefen Bernstein entwickelt, wie es für gereifte Rieslinge dieser Provenienz typisch ist. In der Nase zeigen sich die klassischen tertiären Aromen gereifter Rheingauer Rieslinge: getrocknete Aprikosen, kandierte Zitrusfrüchte, Bienenwachs und Akazienhonig, begleitet von einer feinen Mineralität, die an nassen Schiefer und Quarzit erinnert. Die für den Rüdesheimer Berg Roseneck charakteristische Würze ist auch nach Jahrzehnten noch präsent und verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Komplexität.

Am Gaumen ist der Wein mittelkräftig bis leicht, mit einer lebendigen Säure, die ihm trotz seines Alters Frische und Struktur verleiht. Die Süße ist dezent und gut integriert, die Tannine sind längst seidig geworden. Der Abgang ist lang und hinterlässt Noten von Unterholz, getrockneten Kräutern und einem Hauch von Petrol – jenem unverwechselbaren Reifeton, der große gereifte Rieslinge auszeichnet. Vergleichbare Weine aus dem Hause Kloster Eberbach, etwa ein 1943er Steinberger Riesling Cabinet naturrein, der im Jahr 2018 mit 93 Falstaff-Punkten bewertet wurde, zeigen ebenfalls diese bemerkenswerte Langlebigkeit und Frische. Die Verkostungsnotiz beschreibt „subtile Noten von Jod, Blütenhonig und Lindenblüte", einen „komplett trockenen Gaumen mit lebhafter Säure" und einen „langen und konsistenten Abgang" – Eigenschaften, die auch für den 1963er Rüdesheimer Berg Roseneck kennzeichnend sein dürften.

Die Bedeutung des Jahrgangs 1963 für Kloster Eberbach

Der Jahrgang 1963 fiel in eine Zeit des Umbruchs für die deutsche Weinwirtschaft. Die 1960er Jahre waren geprägt von der beginnenden Modernisierung des Weinbaus, der Einführung neuer Kellertechniken und der allmählichen Abkehr von den traditionellen Bezeichnungen wie „Cabinet" und „naturrein". Der Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling Cabinet naturrein 1963 ist somit ein Dokument der „alten Schule" – ein Wein, der nach Methoden bereitet wurde, die heute kaum noch praktiziert werden, und der die Eigenständigkeit des Hauses Kloster Eberbach in einer Zeit des Wandels demonstriert.

Die Weine aus dem Hause Kloster Eberbach genießen seit jeher einen hervorragenden Ruf. Die Wein-Schatzkammer des Klosters, die bis in das Jahr 1706 zurückreicht, beherbergt auch heute noch edle Kreszenzen aus vergangenen Jahrhunderten, die zu den wertvollsten Weinen der Welt gehören. Der 1963er Rüdesheimer Berg Roseneck reiht sich in diese Tradition ein und ist ein lebendiges Zeugnis der neun Jahrhunderte währenden Weinkultur von Kloster Eberbach.

Fazit

Der Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach – Rüdesheimer Berg Roseneck Riesling Cabinet naturrein 1963 ist weit mehr als ein historischer Wein. Er ist ein Botschafter einer vergangenen Weinepoche, ein Dokument der Rheingauer Steillagenkultur und ein Zeugnis der außergewöhnlichen Langlebigkeit großer Rieslinge. Wer die Gelegenheit hat, eine gut gelagerte Flasche dieses Weines zu verkosten, sollte dies tun – nicht nur wegen seines seltenen Alters, sondern weil er die Geschichte eines Weinguts erzählt, das seit fast neun Jahrhunderten Weingeschichte schreibt. Die Verbindung von Terroir, Handwerk und Zeit, die in diesem Wein steckt, macht ihn zu einem stillen, aber eindrucksvollen Zeugen der deutschen Weinbaugeschichte.

Jahrgang Jahrgang: 1963
Farbe Farbe: weiss
Erzeuger Erzeuger: Staatsweingüter Kloster Eberbach
Land Land: Deutschland
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Weisswein
Region Region: Rheingau
Geschmack Geschmack: süss
Rebsorte Rebsorte: Riesling
Alkohol Alkohol: 10
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger