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Produktinformationen

Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach – Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese 1964: Ein flüssiges Denkmal aus neun Jahrhunderten Weinkultur

Der Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese 1964 aus den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach ist weit mehr als eine seltene Flasche – er ist ein Zeugnis der über 900-jährigen Weinbautradition des Klosters Eberbach und ein flüssiges Denkmal einer der berühmtesten Riesling-Lagen Deutschlands. Er entstand in einem Jahrgang, der im Rheingau als außergewöhnlich galt, und verkörpert die für den Marcobrunn typische Verbindung von Kraft, Mineralität und großer Langlebigkeit.

Das Weingut: Neun Jahrhunderte Weinkultur

Die Geschichte der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach reicht bis ins Jahr 1136 zurück, als der heilige Bernhard von Clairvaux das Zisterzienserkloster Eberbach gründete. Die aus Burgund entsandten Mönche begannen alsbald mit dem Weinbau in der Nähe ihres Klosters, ursprünglich um Messwein herzustellen, doch der in den Lagen der Mönche gekelterte Wein erwies sich recht bald als gefragtes Handelsgut. In der Blütezeit betrieb die Eberbacher Weinwirtschaft 205 Außenstellen von Köln bis Worms. Nach der Säkularisation im Jahr 1803 ging das Weingut in staatliches Eigentum über – zunächst an den Herzog von Nassau, ab 1866 als Königliche Domaine an den Preußischen Staat und seit 1945 an das Land Hessen. Die Kundenliste der königlich-preußischen Domaine las sich wie ein Auszug aus dem europäischen Adelskalender: Reichskanzler Otto von Bismarck, der Deutsche Kaiser und die Bankiersfamilie Rothschild schätzten die Weine von Kloster Eberbach. Mit rund 200 Hektar Anbaufläche ist es das größte Weingut Deutschlands und gehört dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) an.

Die Lage: Erbacher Marcobrunn – ein Juwel des Rheingaus

Der Erbacher Marcobrunn ist eine der ältesten und berühmtesten Weinlagen des Rheingaus. Die nur 6,7 Hektar umfassende Lage liegt auf dem Strahlenberg zwischen Hattenheim und Erbach und ist eine um 5° geneigte Südlage. Der Name leitet sich vom Marcobrunnen ab, einer gefassten Quelle, die einst an der Gemarkungsgrenze zwischen Erbach und Hattenheim lag. Auf den tiefgründigen, kalkhaltigen und tonigen Mergelböden wird ausschließlich Riesling kultiviert – der berühmte „Marcobrunner". Die Lage ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt und gehört neben dem Hattenheimer Wisselbrunnen und Hattenheimer Nußbrunnen zu den sogenannten „Brunnenlagen". Bereits 1390 wird der hier angebaute Wein als besonderer Qualitätswein gehandelt. Der Marcobrunn war die erste Weinbergslage im Rheingau, die auf Flaschenetiketten Erwähnung fand – bereits 1726. Die Weine dieser Lage werden als kraftvoll und komplex beschrieben, mit einer für den Rheingau typischen dichten, breiten und mineralischen Struktur.

Der Jahrgang 1964: Ein außergewöhnliches Jahr

Der Jahrgang 1964 zählt im Rheingau zu den großen Jahren des 20. Jahrhunderts. Der damalige Graf Matuschka-Greiffenclau erwartete vom Weinjahrgang 1964 eine Qualität vergleichbar mit dem legendären 1959er. Die klimatischen Bedingungen des Jahres 1964 waren von einem warmen, trockenen Sommer geprägt, der den Riesling-Trauben eine langsame, vollständige Reife ermöglichte. Die Weine des Jahrgangs zeichnen sich durch eine bemerkenswerte Säurestruktur, mineralische Prägung und ein enormes Alterungspotenzial aus – Eigenschaften, die sie zu außergewöhnlich langlebigen Weinen machen.

Verkostungsnotizen: Ein gereifter Riesling von seltener Tiefe

Die Verkostungsnotizen für den Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese 1964 zeichnen das Bild eines Weins, der auch nach über fünf Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat. Eine Verkostungsnotiz für einen Erbacher Marcobrunn Riesling Auslese Cabinet 1964 – derselbe Jahrgang, dieselbe Lage, nur eine höhere Prädikatsstufe – beschreibt den Wein wie folgt: „Die Farbe bernsteingelb (mit einem grünlichen Schimmer). Der Geschmack liegt zwischen Quittengelee und Bienenwachs, zwischen Orangeschalen und Karamellbonbon. Die kräftige Restsüße, die der Wein gehabt haben muss, hatte sich fast verbraucht. Er schmeckte nahezu trocken. Vielleicht war die Säure noch so kräftig, dass die Süße so wenig durchkam? Jedenfalls ein prachtvoller Wein von einer der besten Riesling-Lagen, die wir in Deutschland haben: dem Erbacher Marcobrunn im Rheingau". Diese Beschreibung fängt die Essenz eines über fünfzig Jahre gereiften Rieslings ein: eine verschmolzene Süße-Säure-Balance, eine reiche, fast wachsartige Textur und eine bemerkenswerte Lebendigkeit und Länge.

Der Zustand der Flaschen: Zeitzeugen der Geschichte

Die Existenz des Jahrgangs 1964 ist durch mehrere Auktionslose dokumentiert. Bei Christie's wurde eine Partie von zwölf Flaschen Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese 1964 der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach angeboten – mit dem Hinweis „Offered duty paid, but available in bond". Bei Catawiki wurde eine gemischte Partie mit 1958 + 1960 + 1964 + 1969 + 1971 + 1973 Riesling Auslese + Spätlese + Cabinet angeboten, darunter eine Flasche Erbacher Marcobrunn aus dem Jahr 1964. Bei WineBid wurde eine 1964 Staatsweingüter Kloster Eberbach Rüdesheimer Hinterhaus Riesling Beerenauslese Cabinet versteigert. Diese Auktionslose belegen die anhaltende Wertschätzung, die dieser Jahrgang bei Sammlern und Kennern genießt.

Ein Fenster in eine vergangene Ära

Für den Sammler und Liebhaber ist der Erbacher Marcobrunn Riesling Spätlese 1964 weit mehr als eine seltene Flasche – er ist ein Stück deutscher Weingeschichte. Er entstand in einem Jahr, in dem die Weinberge des Rheingaus unter der Obhut des Landes Hessen standen, und wurde nach den Traditionen gekeltert, die die Zisterzienser über Jahrhunderte entwickelt hatten. Die Wein-Schatzkammer des Klosters, die bis in das Jahr 1706 zurückreicht, birgt noch heute edle Kreszenzen aus dieser Zeit, die zu den wertvollsten Weinen der Welt gehören. Wer eine solche Flasche öffnet, hält nicht nur einen seltenen Riesling in Händen, sondern ein flüssiges Denkmal einer vergangenen Ära des deutschen Weinbaus – und einen Wein, der in über fünf Jahrzehnten Flaschenreife eine bemerkenswerte Tiefe, Eleganz und Vitalität bewahrt hat.

Jahrgang Jahrgang: 1964
Farbe Farbe: weiss
Erzeuger Erzeuger: Staatsweingüter Kloster Eberbach
Land Land: Deutschland
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Weisswein
Region Region: Rheingau
Geschmack Geschmack: süss
Rebsorte Rebsorte: Riesling
Alkohol Alkohol: 10
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger