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Produktinformationen

Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach – Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Auslese trocken 1997: Ein stilles Denkmal des deutschen Rotweinwunders

Es gibt Weinflaschen, die sind weniger ein Getränk als vielmehr ein historisches Dokument – ein flüssiger Zeuge einer vergangenen Ära, in der der deutsche Spätburgunder an der Schwelle zur Weltspitze stand und doch nur wenigen Kennern ein Begriff war. Die Flasche, die hier besprochen wird – ein Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Auslese trocken aus dem Jahrgang 1997, hervorgebracht von den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach –, ist genau solch ein Relikt. Sie stammt aus einer der legendärsten Rotweinlagen Deutschlands, aus der Hand eines Staatsweinguts, das auf eine fast neunhundertjährige Weinbautradition zurückblickt, und aus einem Jahrgang, der von Zeitzeugen als „prachtvoll“ beschrieben wird. Eine Flasche dieses Weins heute zu verkosten, ist keine gewöhnliche Begegnung mit einem deutschen Rotwein, sondern eine Reise in die stille Größe einer Region, die einst mit den großen Burgundern konkurrierte und deren Ruf beinahe in Vergessenheit geraten wäre.

Der Höllenberg: Eine Lage von mythischer Strahlkraft

Um diesen Wein zu verstehen, muss man zunächst die Lage verstehen, aus der er stammt. Der Assmannshäuser Höllenberg ist keine gewöhnliche Weinbergslage. Er gilt als eine der besten Rotweinlagen Deutschlands und als das Herzstück der Domäne Assmannshausen, die von Kloster Eberbach bewirtschaftet wird. Die Weinberge liegen extrem steil – mit einer Neigung von bis zu 65 Prozent – an einem nach Süden ausgerichteten Hang und ruhen auf einem Boden aus Phyllit-Schiefer, einem Gestein, das durch die weitere Metamorphose von Schiefer entstanden ist und aufgrund seines Glimmeranteils glänzt. Diese karge, mineralische Geologie zwingt die Reben zu einer tiefen Verwurzelung und verleiht den Weinen ihre unverwechselbare Struktur, ihre würzige Mineralität und ihre Fähigkeit, über Jahrzehnte zu reifen.

Die historische Bedeutung dieser Lage ist kaum zu überschätzen. Wie der Weinjournalist Stuart Pigott in einem ausführlichen Bericht für JamesSuckling.com darlegte, erlebte der Höllenberg seine goldene Ära ab dem Jahr 1925, als in Assmannshausen „eine der modernsten Rotweinkellereien Europas, wenn nicht der Welt“ errichtet wurde – eine Schwerkraftkellerei, Jahrzehnte bevor dieser Begriff überhaupt geprägt wurde. In dieser Zeit entstanden Spätburgunder, die selbst erfahrene Verkoster heute noch als „atemberaubende Meisterwerke“ bezeichnen und die Pigott zufolge problemlos neben den besten Burgundern jener Epoche bestehen konnten. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. soll ein derart großer Anhänger dieser Weine gewesen sein, dass er im Durchschnitt eine Flasche pro Tag trank. Der Falstaff beschreibt den Höllenberg als die „erste Adresse für Rotweine in Deutschland“ über viele Jahrzehnte. Doch die wechselhaften Moden des 20. Jahrhunderts – von der Überextraktion bis zum übermäßigen Holzeinsatz – ließen den einstigen Ruhm verblassen.

Der Jahrgang 1997 fällt in eine Phase, in der Kloster Eberbach – wie viele deutsche Spitzenbetriebe – dabei war, seinen Stil zu überdenken und zu alten Tugenden zurückzufinden. Die hier besprochene Auslese trocken ist kein Große Gewächs im heutigen Sinne, sondern eine Prädikatswein-Abfüllung, die aus über 80 Jahre alten Reben stammt und deren Trauben von mehreren Parzellen des Höllenbergs von Hand gelesen wurden. Das Prädikat „Auslese“ bezieht sich dabei nicht auf die Süße – der Wein ist trocken ausgebaut –, sondern auf die selektive Lese vollreifer Trauben, die dem Wein eine besondere Konzentration und Tiefe verleihen. Bis einschließlich des Jahrgangs 2004 wurden die Weine aus dem Höllenberg als QbA, Spätlese oder Auslese deklariert – eine Klassifikation, die erst später durch das Große-Gewächs-System abgelöst wurde.

Der Jahrgang 1997: Ein „prachtvolles Jahr“ im Rheingau

Die Quellenlage zu diesem spezifischen Wein ist dünn, doch die spärlichen Hinweise zeichnen ein konsistentes Bild. Ein Verkoster, der eine halbe Flasche eines 1997er Assmannshäuser Höllenberg mit dem Prädikat „Auslese“ bei einer Auktion erstehen konnte, beschrieb den Jahrgang rückblickend als „prachtvolles Jahr“ mit „kleinen Erträgen von hoher Qualität“. Der Wein selbst habe noch das Etikett mit dem „grimmigen Preußen-Adler“ getragen – ein Detail, das die Flasche als Abfüllung der Hessischen Staatsweingüter in einer Zeit ausweist, in der diese Tradition noch gepflegt wurde. Diese Einschätzung deckt sich mit dem allgemeinen Ruf des Jahrgangs 1997 im Rheingau, der als solide und für langlebige Rotweine durchaus geeignet gilt, auch wenn er nicht zu den legendären „Jahrhundertjahrgängen“ wie 1959 oder 1990 zählt. Der Falstaff erwähnt den 1997er im Rahmen einer großen Höllenberg-Verkostung (100 Weine von 1882 bis 2020) und ordnet ihn in die „schwierigen Jahre“ ein, was die Ambivalenz dieses Jahrgangs unterstreicht – ein Jahr, das keine monumentalen Weine hervorbrachte, aber bei guter Arbeit im Keller durchaus respektable und langlebige Ergebnisse lieferte.

Das sensorische Erlebnis: Ein gereifter Spätburgunder von großer Tiefe und Ruhe

Eine Flasche dieses Weins heute, fast drei Jahrzehnte nach der Ernte, zu verkosten, ist ein Erlebnis von seltener Tiefe und Wandelbarkeit. Die Farbe dürfte – wie bei gereiften Spätburgundern üblich und wie der Falstaff für den 1997er Höllenberg bestätigt – ein mittleres bis blasses Ziegelrot mit deutlich orangefarbenen Reflexen zeigen, ein visuelles Zeugnis seiner langen Reifung. Die Nase ist das erste große Ereignis dieses Weins. Der Falstaff beschreibt sie für den 1997er als „Karamell, wiederum getrocknete Küchenkräuter und einen dunklen Unterton“. Diese für gereifte Spätburgunder typischen tertiären Aromen – Unterholz, feuchter Waldboden, Tabak und Leder – dürften sich mit einer reifen, eingekochten Fruchtigkeit nach Zwetschgen, Sauerkirschen und einem Hauch von Kandis verbinden. Eine Verkostungsnotiz zu einem vergleichbaren Höllenberg-Spätburgunder beschreibt animalische Noten, Rauch, Blut und Dym (Rauch) in der Nase, während am Gaumen schwarze Beeren mit einer angenehmen Säure hervortreten. Diese Beschreibung unterstreicht die würzige, erdige und leicht animalische Komplexität, die große, gereifte Spätburgunder aus dem Höllenberg auszeichnet.

Am Gaumen dürfte der Wein einen mittleren Körper und eine seidige, samtige Textur zeigen, die Tannine sind vollständig eingebunden und hinterlassen einen weichen, pudrigen Eindruck. Der Falstaff beschreibt den Gaumen des 1997ers als „zusehends offener“, der „erst ein wenig feinfruchtige Erdbeere“ bietet und dann mit einem „rose fanée“-Touch endet – ein überraschender Bogen zurück zum Pinot, der die Eleganz und die innere Harmonie dieses Weins unterstreicht. Die Säure ist noch immer lebendig und verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Frische und Länge, die ihn vor jeglicher Schwere bewahrt – ein Erbe der kühlen, steilen Lage und des Jahrgangs. Die Aromen der Nase wiederholen sich am Gaumen mit großer Präzision: reife rote Beeren, Unterholz, Tabak und eine feine mineralische Salzigkeit verschmelzen zu einem harmonischen Ganzen. Der Abgang ist lang und nachhaltig, mit einem sauberen Nachhall von Frucht, Würze und einer subtilen mineralischen Note. Die Auslese trocken ist dabei – im Vergleich zu einer halbtrockenen oder süßen Version – durch ihre trockene Stilistik geprägt, die die Frucht und die mineralische Struktur in den Vordergrund rückt und die Süße lediglich als integrierte, wärmende Komponente erahnen lässt.

Ein besonders bemerkenswertes Detail liefert der Bericht auf „Aufgegessen“: Der Verkoster beschreibt die Flasche als „erstaunlich jugendfrisch, trotz fast eines Vierteljahrhunderts auf dem Buckel“, mit einer „runden, burgundischen Fülle ohne Alkoholdröhnung (13 Prozent)“. Diese Beschreibung ist bezeichnend für die Qualität des Jahrgangs 1997 und die Handwerkskunst von Kloster Eberbach: Der Wein hat seine Jugendlichkeit nicht verloren, sondern in eine reife, komplexe Form transformiert, die an die großen Burgunder erinnert. Die 13 Prozent Alkohol sind für einen deutschen Spätburgunder dieser Reife und Konzentration maßvoll und unterstreichen die ausgewogene, terroirgeprägte Stilistik des Weins.

Trinkreife und Servierung: Ein Wein am Scheideweg

Die Frage nach der Trinkreife eines fast dreißig Jahre alten Spätburgunders ist von besonderer Bedeutung. Der Wein hat zweifellos seine jugendliche Frucht hinter sich gelassen und befindet sich in einer Phase der vollständigen Reife, in der die tertiären Aromen dominieren. Die Struktur – die Kombination aus lebendiger Säure und weichen Tanninen – lässt erwarten, dass der Wein noch einige Jahre auf hohem Niveau genießen werden kann, doch eine weitere Verbesserung ist nicht mehr zu erwarten. Wer das Glück hat, eine gut gelagerte Flasche zu besitzen, sollte sie daher in den kommenden Jahren öffnen, um sie in ihrer aktuellen, komplexen Pracht zu erleben.

Die Empfehlung zur Servierung ist eindeutig: Der Wein sollte bei einer Temperatur von 15 bis 16 Grad Celsius serviert werden, um seine feinen Aromen und seine Struktur optimal zur Geltung zu bringen. Ein vorsichtiges Dekantieren von etwa 30 Minuten vor dem Genuss kann helfen, die komplexen Aromen zu öffnen und eventuelles Depot zu trennen. Er ist ein perfekter Begleiter zu Wildgeflügel, geschmortem Rindfleisch, Lamm oder gereiftem Hartkäse – und er ist ein Wein, der es verdient, auch pur und mit Ruhe genossen zu werden, als Meditation über die Zeit und die ungebrochene Kraft eines großen Terroirs.

Fazit: Die stille Größe eines fast vergessenen Rotweinwunders

Der Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder Auslese trocken 1997 von Kloster Eberbach ist kein Wein, der im Rampenlicht steht. Er ist kein Große Gewächs im heutigen, marketinggeprägten Sinne, und er wird nicht in jedem Weinmagazin als Legende gefeiert. Und doch verkörpert er eine Tugend, die in der heutigen Weinwelt oft übersehen wird: die stille, beständige Größe eines Weins, der aus einer der historisch bedeutendsten Rotweinlagen Deutschlands, der beharrlichen Handwerkskunst eines Staatsweinguts mit fast neunhundertjähriger Tradition und einem soliden, langlebigen Jahrgang hervorgegangen ist. Er erinnert uns daran, dass der deutsche Spätburgunder eine Vergangenheit besitzt, die sich mit den großen Burgundern messen konnte – und dass diese Vergangenheit in Flaschen wie dieser bis in die Gegenwart weiterlebt. Die „runde, burgundische Fülle“, die der Verkoster auf „Aufgegessen“ beschreibt, ist das beste Zeugnis dafür. In seiner Bescheidenheit liegt seine Größe – ein stiller Triumph der Beständigkeit und ein würdiger Botschafter des Höllenbergs, des Rheingaus und der jahrhundertealten Weinbautradition von Kloster Eberbach.

Jahrgang Jahrgang: 1997
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Staatsweingüter Kloster Eberbach
Land Land: Deutschland
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Rheingau
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Spätburgunder
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger