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Produktinformationen

Gantenbein Pinot Noir 2013: Ein „Jahrhundertjahrgang“ mit Ecken und Kanten

Der Gantenbein Pinot Noir 2013 stammt aus einem höchst ungewöhnlichen Jahrgang. Spätfrost im Frühjahr reduzierte den potenziellen Ertrag drastisch – die Ernte fiel je nach Parzelle um 70 bis 75 Prozent geringer aus, und die verbliebenen Beeren waren kleiner als Erbsen. Was zunächst wie eine Katastrophe anmutet, entpuppte sich für das Kultweingut aus Fläsch als Segen: Die wenigen, konzentrierten Trauben brachten einen Wein von seltener Dichte und Komplexität hervor, der in der Fachwelt als „vintage of the century“ gehandelt wird.

Die Falstaff-Bewertung fällt euphorisch aus: 95 Punkte (später in einer zweiten Verkostung sogar 96 Punkte). Die Verkostungsnotiz beschreibt ein „kräftiges, leuchtendes Rot“ mit einem „wunderbaren, würzigen Bukett“ aus feinster Holznote, roten Beeren, Kirschen und Röstaromen. Am Gaumen zeige der Wein eine „enorme Konzentration ohne jede Schwere“, kompakte, samtige Tannine, passende Säure und eine „tolle Fruchtsüße“ – ein „atemberaubender Wein aus einem atypischen Jahrgang“ mit „enormer Länge“.

Robert Parker vergab 93/100 Punkte und hob die vinifikatorische Besonderheit hervor: Der Maischestand wurde nie untergestoßen, stattdessen gab es zwei Délestage-Vorgänge während der 14-tägigen Cuvaison. Die Nase beschreibt Parker als tief, reif und intensiv, würzig-pfeffrig und konzentriert; am Gaumen zeigt sich ein „reiner, frischer und dicht gewebter, aber kristalliner Pinot“ mit einem langen, strukturierten und leicht salzigen Abgang – ein „faszinierender 2013er“.

Doch die Begeisterung ist nicht ungeteilt. CellarTracker-Kommentare zeichnen ein differenzierteres Bild: Während einige Tester den Wein mit 94 Punkten im Vertical-Ranking zu den besten Jahrgängen zählen, beklagen andere eine zu dominante Holznote und eine zu extrahierte Stilistik. Ein Nutzer vergab nur 90 Punkte und urteilte, der Wein sei „viel zu jung“ und im Vergleich zu anderen Burgundern des Abends „nicht annähernd groß“ gewesen. Ein anderer beschreibt ihn als „unglaublich jugendlich“ mit „enormer Dichte und Tiefe“, aber einer Eiche, die „zu viel des Erlebnisses dominiert“ – und spekuliert, dass erst „weitere zwanzig Jahre etwas Besonderes darunter offenbaren“ könnten.

Auf dem Auktionsmarkt erzielt der 2013er solide Preise: Eine Sechserkiste wurde bei Sotheby’s mit einer Schätzung von 850 bis 1.200 GBP angeboten. Einzelne Flaschen wechselten bei Sylvies für 190 Euro (234 Euro inklusive Aufgeld) den Besitzer, und bei wineauction.ch liegt der Preis pro Flasche bei 230 CHF. Im Fachhandel werden je nach Quelle 220 bis 265 CHF verlangt.

Insgesamt ist der Gantenbein Pinot Noir 2013 ein faszinierender Wein aus einem Extremjahrgang: hochgelobt von den großen Kritikern, umstritten in der Fangemeinde und mit Sicherheit noch weit von seiner optimalen Trinkreife entfernt. Wer Geduld mitbringt und die stilistische Ausrichtung des Hauses schätzt, hält eine der spannendsten Flaschen der Schweizer Weingeschichte in den Händen.

Jahrgang Jahrgang: 2013
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Gantenbein
Land Land: Schweiz
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Graubünden
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Spätburgunder
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger