Château Mouton Rothschild 1987
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Produktinformationen
Château Mouton Rothschild 1987 – Ein stilles Vermächtnis im Zeichen des Übergangs
In der glanzvollen Geschichte von Château Mouton Rothschild, die von monumentalen Jahrgängen wie 1945, 1959, 1982 und 1986 geprägt ist, nimmt das Jahr 1987 eine ganz besondere, ja beinahe intime Stellung ein. Es ist kein Wein, der mit der schieren Kraft und Opulenz seiner legendären Geschwister konkurriert. Vielmehr ist er ein stilles, bewegendes Zeugnis eines Übergangs – des Endes einer Ära und des Beginns einer neuen. Der 1987er Mouton ist der letzte Jahrgang, der unter der Ägide von Baron Philippe de Rothschild entstand, dem visionären Patriarchen, der das Weingut über Jahrzehnte hinweg geprägt und zu Weltruhm geführt hatte. Baron Philippe verstarb im Januar 1988, und so ist dieser Wein, der unter seiner Leitung entstand, ein letztes flüssiges Vermächtnis eines Mannes, der den Bordeaux-Weinbau des 20. Jahrhunderts wie kaum ein anderer revolutionierte. Das Etikett, gestaltet von dem Schweizer Künstler Hans Erni, trägt denn auch eine bewegende Widmung der Baroness Philippine de Rothschild an ihren Vater. Eine Flasche dieses Weins zu öffnen, ist daher keine gewöhnliche Verkostung, sondern eine Reise in einen Moment des Abschieds und des Neubeginns.
Der Jahrgang 1987: Ein Jahr der Extreme und der Rettung in letzter Minute
Das Weinjahr 1987 war in Bordeaux ein Jahr der klimatischen Achterbahnfahrt, das die Winzer vor immense Herausforderungen stellte und letztlich einen Wein hervorbrachte, der – gemessen an den widrigen Umständen – bemerkenswert gelungen ist. Die offiziellen Aufzeichnungen des Château Mouton Rothschild beschreiben den Winter als außergewöhnlich streng: Der Januar war von eisigen Temperaturen und mehr als einer Woche Schnee geprägt, gefolgt von einem kalten, aber sehr trockenen Februar und März, die den Reben eine wohlverdiente Ruhephase gönnten. Der Austrieb begann erst Mitte April – am 14. für Merlot und Cabernet Franc, am 16. für Cabernet Sauvignon. Der Juni war trüb und regnerisch, und die Blüte, die sich über fast drei Wochen erstreckte, litt unter Verrieselung (Coulure) und Millerandage, was zu einem ungleichmäßigen Fruchtansatz führte. Der Sommer war warm und feucht, was die Ausbreitung von Krankheiten begünstigte, die jedoch durch vorbeugende Behandlungen unter Kontrolle gehalten werden konnten.
Der entscheidende Wendepunkt kam im September, der als schön und ungewöhnlich warm beschrieben wird und eine gute Entwicklung der Reben ermöglichte, auch wenn die Reifung langsam und schrittweise verlief. Doch die Natur gab sich noch nicht zufrieden: Ende September und Anfang Oktober kehrte der Regen zurück, und die Lese, die vom 5. bis 15. Oktober dauerte, fand unter instabilen Bedingungen statt. In dieser kritischen Phase bewies das Weingut technische Innovationskraft: Der Einsatz eines Hubschraubers zur Trocknung der Reben erwies sich als wirksame Maßnahme, um die Trauben vor übermäßiger Feuchtigkeit zu schützen und die Ernte zu retten. Diese ungewöhnliche Methode unterstreicht den kompromisslosen Einsatz, mit dem Mouton selbst in schwierigen Jahren um die Qualität kämpfte.
Die Assemblage und das sensorische Profil: Ein Mouton der leisen Töne
Die Assemblage des 1987er Mouton ist ein klares Bekenntnis zur klassischen Pauillac-Tradition und gleichzeitig ein Spiegelbild der Herausforderungen des Jahrgangs. Sie besteht aus 85 Prozent Cabernet Sauvignon, 8 Prozent Merlot und 7 Prozent Cabernet Franc. Der überwältigende Anteil an Cabernet Sauvignon verleiht dem Wein seine strukturierte, aromatische Prägung und seine Fähigkeit, auch in einem weniger kraftvollen Jahrgang eine gewisse Tiefe und Langlebigkeit zu bewahren.
Die offizielle Verkostungsnotiz des Château beschreibt den Wein mit einer bemerkenswerten Klarheit und Poesie. Die Farbe wird als tiefes Rot mit einem orangefarbenen Rand beschrieben, ein Zeichen der beginnenden Reife. Die Nase offenbart Noten von Wachs und Früchten, insbesondere Himbeere und Kirsche, unterlegt von Aromen von Humus und Leder. Diese Mischung aus roter Frucht und erdigen, ledrigen Nuancen ist typisch für einen gereiften Pauillac und verleiht dem Wein eine einladende, zugängliche Komplexität. Am Gaumen zeigt sich der Auftakt elegant und bewahrt noch eine gewisse Frische. Vanille ist präsent, die Tannine sind gut eingebunden, und die Textur wird als seidig beschrieben. Der Abgang schließlich ist von reifen Früchten und Gewürzaromen geprägt. Diese Beschreibung zeichnet das Bild eines Weins, der nicht durch monumentale Kraft besticht, sondern durch Balance, Harmonie und eine seidige Eleganz – Tugenden, die in einem schwierigen Jahrgang umso höher zu bewerten sind.
Die Bewertungen: Ein vielschichtiges Bild der Kritik
Die Bewertungen für den Mouton 1987 spiegeln die Ambivalenz wider, mit der dieser Jahrgang oft betrachtet wird, und zeigen gleichzeitig, dass der Wein innerhalb seines Jahrgangs eine Spitzenstellung einnimmt. Der Falstaff bewertete den Wein im Jahr 2006 mit 88 Punkten. In seiner Verkostungsnotiz beschreibt er ein gut gedecktes Rubingranat mit violetten Reflexen, eine Nase mit feuchtem Brot, einer etwas unsauberen Würze und Dörrobst, am Gaumen eine frische Zwetschkennote mit strengen, aber noch lebendigen Tanninen und einem trockenen Abgang. Eine Verkostung aus einer Magnum-Flasche im selben Jahr ergab ein etwas anderes Bild: zart blättrig unterlegt, mit etwas Sahne und Karamell, am Gaumen eine zarte Süße nach Zwetschkenröster und feine, eher dezente Tannine – ein eher zierlicher Mouton mit reifen Aromen im Nachhall.
Die renommierte Weinkritikerin Serena Sutcliffe MW von Sotheby's beschrieb den Wein als „Very alluring scent – a real surprise. Soft, chocolatey, fresh. Wet leaves finish. Very creditable for the year. Melts in the mouth.“ Diese Beschreibung hebt die überraschende Anziehungskraft und die weiche, schmelzende Textur des Weins hervor und unterstreicht, dass er für die Bedingungen des Jahres 1987 eine beachtliche Leistung darstellt. Andere Quellen gehen noch weiter: Der Wine Cellar Insider bezeichnet den 1987er Mouton als „einen der tiefsten und undurchsichtigsten Weine des Jahrgangs“ mit einem dichten, vielversprechenden Bouquet von Zedernholz und schwarzen Johannisbeeren, überraschender Tiefe, mittlerem bis vollem Körper und reichlich Tannin im Abgang. Der Sokolin -Händler schließlich schwärmt, es sei „der feinste 1987er Médoc, den ich je verkostet habe“, mit Aromen von roten Beeren, Gewürzen, Kaffee, Eukalyptus und einem Hauch von Walnuss sowie dem traditionellen, schön getoasteten Neuholz von Mouton. Diese Bandbreite an Bewertungen – von 88 Falstaff-Punkten bis zu überschwänglichem Lob – macht deutlich, dass der Mouton 1987 ein Wein ist, der je nach Flasche, Lagerung und persönlichem Geschmack sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann, aber innerhalb seines Jahrgangs zweifellos zu den besten gehört.
Das Kunstetikett von 1987: Hans Erni und das Vermächtnis des Barons
Ein besonderes Merkmal jeder Mouton-Flasche ist das jährlich wechselnde Kunstetikett, eine Tradition, die Baron Philippe de Rothschild 1945 ins Leben rief. Für den Jahrgang 1987 wurde der Schweizer Künstler Hans Erni (1909–2015) ausgewählt, ein bedeutender Vertreter der abstrakten und figurativen Malerei. Erni schuf ein allegorisches Porträt, das die schöpferische Energie von Baron Philippe de Rothschild feiert. Das Werk zeigt den Baron, umgeben von Weintrauben und Widderhörnern – dem Symbol des Weinguts –, und der goldene Hintergrund wird als Symbol für seinen Ruhm und sein Glück interpretiert. Das Etikett trägt zudem eine bewegende Widmung von Baroness Philippine de Rothschild an ihren Vater, die diesem letzten unter seiner Leitung entstandenen Jahrgang eine persönliche, emotionale Dimension verleiht. In diesem Jahrzehnt wurden auch die Etiketten von Künstlern wie Keith Haring (1988) und anderen gestaltet, doch das Erni-Etikett von 1987 nimmt aufgrund seiner historischen Bedeutung eine Sonderstellung ein.
Lagerpotenzial und Trinkreife: Ein Wein, der seine Geschichte erzählt
Die Frage nach der Trinkreife des Mouton 1987 ist heute, fast vier Jahrzehnte nach der Ernte, von besonderer Bedeutung. Der Wein hat zweifellos seine jugendliche Strenge abgelegt und befindet sich in einer Phase der Reife, die von den Kommentatoren unterschiedlich bewertet wird. Während einige Quellen ihm ein Lagerpotenzial von 10 bis 15 Jahren zuschrieben, was sich auf die Zeit um die Jahrtausendwende bezog, zeigen die späteren Verkostungsnotizen, dass der Wein auch danach noch trinkbar war und seine Aromen sich weiterentwickelt haben. Die Falstaff-Notiz von 2006 beschreibt ihn als „noch lebendig“, und die Sotheby's-Notiz von 2020 hebt seine „schmelzende“ Textur und seinen „überraschenden“ Charakter hervor. Der Wein ist kein Kandidat für die jahrzehntelange Lagerung mehr, sondern einer, der für den Genuss in der Gegenwart und der nahen Zukunft geschaffen wurde – ein Wein, der seine Geschichte erzählt und dabei seine bemerkenswerte Balance und seine für den Jahrgang typische Eleganz bewahrt hat.
Die Empfehlung zur Servierung ist eindeutig: Der Wein sollte bei einer Temperatur von 16 bis 17 Grad Celsius serviert werden, um seine feinen Aromen und seine Struktur optimal zur Geltung zu bringen. Ein vorsichtiges Dekantieren von etwa 30 bis 45 Minuten vor dem Genuss kann helfen, die komplexen Aromen zu öffnen und eventuelles Depot zu trennen. Er ist ein perfekter Begleiter zu kräftigen Fleischgerichten wie Lammkeule, Rinderfilet oder geschmortem Wild, aber auch zu gereiftem Hartkäse wie Comté oder Cantal.
Fazit: Die stille Größe eines Übergangsjahrgangs
Der Château Mouton Rothschild 1987 ist kein Wein, der im Rampenlicht steht. Er ist kein monumentaler Kraftprotz wie der 1982er oder der 1986er, und er wird nicht in den großen Weinmagazinen als Legende gefeiert. Und doch verkörpert er eine Tugend, die in der heutigen Weinwelt oft übersehen wird: die stille, beständige Größe eines Weins, der aus einem schwierigen Jahrgang hervorgegangen ist und sich über Jahrzehnte hinweg zu einer bemerkenswerten Harmonie entwickelt hat. Er ist das Ergebnis einer glücklichen Fügung aus einem außergewöhnlichen Terroir, der beharrlichen Handwerkskunst eines großen Weinguts und einer Geduld, die sich ausgezahlt hat. Vor allem aber ist er ein historisches Dokument: der letzte Jahrgang unter Baron Philippe de Rothschild, ein flüssiges Vermächtnis eines Visionärs, dessen Erbe in jeder Flasche weiterlebt. Eine Flasche dieses Weins zu verkosten, ist kein Akt des Konsums, sondern eine Hommage an die Zeit, die Vergänglichkeit und die ungebrochene Faszination des Bordeaux. In seiner Bescheidenheit liegt seine Größe – ein stiller Triumph der Beständigkeit und ein würdiger Botschafter des Hauses Mouton Rothschild.
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Jahrgang: | 1987 |
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Farbe: | rot |
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Erzeuger: | Château Mouton Rothschild |
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Land: | Frankreich |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Rotwein |
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Region: | Bordeaux |
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Geschmack: | trocken |
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Rebsorte: | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot |
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Alkohol: | 14 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger