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Produktinformationen

Château Latour 1958: Ein Premier Grand Cru Classé aus einem unterschätzten Jahrgang

Der Château Latour 1958 ist ein Wein von bemerkenswerter historischer Tiefe – ein Premier Grand Cru Classé aus einem Jahrgang, der lange im Schatten der legendären 1959er und 1961er stand und doch Weine von großer Eleganz und Langlebigkeit hervorbrachte. Er entstammt einem der ältesten und renommiertesten Weingüter der Welt und verkörpert die für Latour typische Verbindung von Kraft, Struktur und aristokratischer Finesse.

Das Weingut: Eine Geschichte von über 600 Jahren

Die Geschichte von Château Latour reicht bis ins Jahr 1378 zurück, als der Chronist Jean Froissart von einem zweistöckigen Turm namens „La Tor de Sent-Maubert" berichtete, der während des Hundertjährigen Krieges von einer anglo-gascognischen Armee besetzt wurde. Der Name „Latour" – „der Turm" – geht auf dieses ursprüngliche Bauwerk zurück, das als Wachturm an der Mündung der Gironde diente. Das Weingut liegt im Süden der Appellation Pauillac, nur etwa 300 Meter vom Ufer der Gironde entfernt – eine Lage, die dem Wein seine unverwechselbare Prägung verleiht. Die Weinberge erstrecken sich über 96,5 Hektar, von denen der historische Enclos – das Herzstück des Weinguts – 47 Hektar umfasst. Die Reben, durchschnittlich 60 Jahre alt, stehen auf tiefen Kiesböden, die dem Cabernet Sauvignon (76 % der Anbaufläche) optimale Bedingungen bieten.

Im Jahr 1760 ging Latour in den Besitz der Familie Ségur über und wurde bereits damals zu den größten Weinen von Bordeaux gezählt. In der offiziellen Klassifikation von 1855 wurde Château Latour als Premier Grand Cru Classé eingestuft – eine Anerkennung, die bis heute Bestand hat. Stephen Brook schrieb in seinem Werk „The Complete Bordeaux": „Kein anderer Médoc-Wein kann es mit Latour an Kraft, Tiefe des Geschmacks und Grandeur aufnehmen". Seit 1993 gehört das Weingut dem französischen Unternehmer François Pinault und wird heute von Frédéric Engerer geleitet.

Der Jahrgang 1958: Ein Wein der Nachkriegszeit

Der Jahrgang 1958 war in Bordeaux von einem späten Lesejahrgang geprägt, der den Winzern nach den verheerenden Frösten von 1956 eine moderate Ernte bescherte. Die Witterungsbedingungen des Jahres waren von einem sehr regnerischen August und einem heißen, trockenen September geprägt, der die Reben unter günstigen Bedingungen reifen ließ. Die Lese begann am 21. September unter hervorragenden Bedingungen. Die Erträge fielen aufgrund der Wiederbepflanzungen nach dem Frost von 1956 sehr gering aus – ein Umstand, der die Konzentration der Weine begünstigte. Der Weinjournalist Michael Broadbent beschrieb den Jahrgang als „weich, leicht und angenehm" – ein Jahrgang, der zwischen dem gut verkäuflichen 1957er und dem legendären 1959er oft übersehen wurde.

Verkostungsnotizen: Ein Wein von überraschender Jugendlichkeit

Die Verkostungsnotizen für den Château Latour 1958 zeichnen das Bild eines Weins, der auch nach über sechs Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren hat. Robert Parker vergab 90 Punkte und beschrieb ihn als „bemerkenswert jugendlich in der Farbe, mit nur leichtem Tawny am Rand. Eine leichte, recht süße Nase mit Rauch und einem Hauch von Rosinen. Mittlerer Körper am Gaumen, die Tannine sind geschmolzen, aber noch gut ausbalanciert mit bewundernswerter Lebendigkeit im Abgang. Leise beeindruckend.". Neal Martin (Vinous) notierte in einer späteren Verkostung: „Bemerkenswert jugendliche Farbe mit nur leichtem Tawny am Rand" und bestätigte damit den Eindruck eines Weins, der seine Jugendlichkeit bewahrt hat.

John Kapon (Vintage Tastings) vergab 94 Punkte und beschrieb den Wein als „eine Wow-Wein. 1958 sollte nicht so gut sein! Er war atemberaubend köstlich, und seine Nase war berauschend mit Erdnuss- und Cream-Soda-Aromen, ganz zu schweigen von seiner offensichtlichen Reichhaltigkeit. Seine schmackhaften Zedern- und Erdnussaromen unterstrichen seinen fleischigen Kern perfekt, und es gab große Mineralität in seinen Tanninen. Dies war eine Miss Congeniality eines Weins.". CellarTracker-Nutzer beschreiben den Wein als „nicht viel Frucht, aber klassische, gereifte Latour-Nase mit viel Zedernholz. Am Gaumen war die Frucht verblasst, aber dies war immer noch eine gute Balance von Säure und Tannin, und ein langer, klassischer, gereifter Latour-Abgang. Es zeigt, dass Latour der König der Gemeinde war (und wahrscheinlich noch ist), wenn es darum geht, in guten Jahrgängen alterungsfähigen Wein zu machen.".

Tastingbook vergibt 92 Punkte und beschreibt den Wein als „sehr fruchtig, geschmeidig und weich" mit einer Empfehlung, ihn jetzt zu trinken. Idealwine beschreibt die allgemeine Stilistik des Hauses: „Latours Weine zeigen beispielhafte Beständigkeit, unabhängig von der Qualität des Jahrgangs. In ihrer Jugend fest, tanninreich und konzentriert, benötigen sie eine lange Kellerreifung, um die volle Tiefe ihrer Kraft und außergewöhnlichen Reichhaltigkeit zu offenbaren. Wenn perfekt gereift, hat der Wein ein unglaubliches Bouquet von schwarzen Johannisbeeren, Haselnüssen und Leder. Ein monumentaler Wein.".

Der Zustand der Flaschen: Zeitzeugen der Geschichte

Die bei Auktionen angebotenen Flaschen aus dem Jahrgang 1958 tragen die typischen Spuren ihres Alters. Christie's beschreibt eine Partie von vier Flaschen mit Füllständen von „upper shoulder", leicht oxidierten Kapseln und stark verschmutzten Etiketten, von denen eines teilweise abgelöst war. Eine besonders bemerkenswerte Partie wurde 2020 bei Christie's versteigert: ein Original-Holzkasten mit zwölf Flaschen, der in den 1960er Jahren direkt vom Château an den Onkel des damaligen Besitzers geliefert wurde – ein Zeugnis der engen Verbindung zwischen dem Weingut und seinen Kunden. Der Kasten wurde zunächst im Westen Frankreichs und in den frühen 1990er Jahren in einen natürlichen unterirdischen Pariser Keller umgezogen. Alle Flaschen befanden sich in original Strohverpackung mit Resten von Seidenpapier, sieben Kapseln waren korrodiert, die Etiketten altersentsprechend verschmutzt und fleckig. Die Füllstände reichten von fünf Flaschen auf „top-shoulder" über fünf auf „upper-shoulder" bis zu je einer auf „upper/mid-shoulder" und „mid-shoulder" – ein für das Alter außergewöhnlich guter Erhaltungszustand.

Bei Bonhams wurde eine Partie von acht Flaschen mit Füllständen von „very top" bis „mid shoulder" angeboten, wobei fünf Flaschen Anzeichen von altem Durchsickern zeigten – ein häufiges Phänomen bei Weinen dieses Alters. Bei Sotheby's wurde eine Magnumflasche mit Füllstand „upper-shoulder" und verschmutztem Etikett versteigert, die aus einem unterirdischen, klimatisierten Keller eines kontinentalen Anwesens stammte. Bei Baghera Wines wurde eine Flasche ohne Etiketten angeboten, bei der die Jahrgangsangabe auf den Korken gedruckt war – ein interessantes Detail, das die Echtheit der Flasche belegt. Diese detaillierten Zustandsbeschreibungen sind für Sammler von großer Bedeutung: Sie geben Aufschluss über die Lagerungsgeschichte und die zu erwartende Qualität des Inhalts.

Ein Fenster in eine vergangene Ära

Für den Sammler und Liebhaber ist der Château Latour 1958 weit mehr als eine seltene Flasche – er ist ein Stück Weingeschichte. Er entstand in einem Jahr, in dem die Weinberge von Bordeaux nach den verheerenden Frösten von 1956 mühsam wiederaufgebaut wurden, und wurde von einem Weingut gekeltert, das bereits damals auf eine über 600-jährige Tradition zurückblickte. Die Weine des Hauses sind bekannt für ihre Langlebigkeit und ihre Fähigkeit, über Jahrzehnte zu reifen – Eigenschaften, die sich in diesem 1958er auf eindrucksvolle Weise bestätigen. Wer eine Flasche dieses Jahrgangs öffnet, hält nicht nur einen seltenen Premier Grand Cru Classé in Händen, sondern ein flüssiges Denkmal einer vergangenen Ära des Bordeaux – und einen Wein, der in über sechs Jahrzehnten Flaschenreife eine bemerkenswerte Tiefe, Eleganz und Vitalität bewahrt hat.

Chateau Latour gehört zu den fünf 1er grand cru classé Gewächsen aus dem Bordeaux Gebiet. Durch 75 Prozent Cabernet Sauvignon ist Chateau Latour ein Pauillac par excellence. Er wird als fest, groß tanninstark und sehr alterungsfähig von den Weinkenner und Weinliebhabern beschrieben. Selbst in schwächeren Jahren erzeugt das Chateau Latour zumeist gute, ausgewogene und finessenreiche Rotweine. Für Weintrinker gilt demnach, bei der Suche eines bestimmten Jahrgangsweines als Geburtstagsgeschenk immer Chateau Latour im Auge zu halten. Darüber hinaus gilt Latour als der gleichmäßigste Wein unter den Grand Cru Classé Erzeugern. Das Anwesen des Chateau Latour liegt dicht an der Wasserfläche der Gironde. Es war schon Thomas Jefferson, welcher im 18. Jahrhundert den Chateau Latour als einen der besten Bordeaux Wein ehrte. Auch der Zweitwein, les Forts de Latour, ist ein Prunkstück seiner Klasse und steht dem Erstwein in nicht viel nach. Gerade in den herausragenden Jahren sollte man bei Chateau Latour auf den Forts de Latour ausweichen, er kostet nur einen Bruchteil des Cru Classé und der Genuss ist phänomenal. Die Anwesen auf Chateau Latour wurden im frühen 14. Jahrhundert erbaut, wobei die Besitztümer zu Anfang im englischen Besitz waren. Seinen Namen hat Chateau Latour wohl von dem Festungsturm La Tour en Saint-Maubert, dieser sollte dem Gut Latour im „Hundertjährigen Krieg“ als Verteidigungsstätte dienen. Leider existiert dieser Turm in der heutigen Zeit nicht mehr, jedoch erbaute Chateau Latour im Jahre 1620 einen ähnlichen, ebenso schönen Turm mit dem Namen La Tour de Saint-Lambert. Das Abbild dieses Turmes gilt seit jeher als Markenzeichen das Chateau Latour und man findet diesen auch auf dem Etikett eines jeden Jahrgangs der Chateau Latour Weine. Die Ära Chateau Latour sollte allerdings erst sehr viel später zu ihrem Höhenflug ansetzen. Im Jahre 1716 erwarb Alexandre de Ségur Chateau Latour und zwei Jahre später folgte ihm sein Sohn Nicolas-Alexandre de Ségur in den Erweiterungsmaßnahmen, indem er Chateau Mouton und Chateau Calon käuflich erwarb. Durch diese Akquisitionen stieg die Qualität auf Chateau Latour erheblich und der Stern des tanninstarken Pauillac Weines schien aufgegangen zu sein. Im Jahre 1860 nun erbaute man das heutige Schloss als Heimatstätte und Aushängeschild der damaligen Inhaber. 1963 gelangte das Vorzeigegut nach einigen Besitzwechseln aus den Händen der Familie Ségur an die britischen Gesellschaften Harveys of Bristol sowie an die Gruppe Pearson. Diese hatten sich zum Ziel gesetzt, die Vormachtstellung des Chateau Lafite anzugreifen und durch Qualitätsverbesserungen und Investitionen im Keller und Weinberg den Abstand zu Lafite Rothschild zu verringern und das Renommee von Chateau Latour zu steigern. Ein weiterer Wechsel an der Spitze des Chateau Latour stand im Jahre 1989 an, als Latour von Allied Lyons für etwa 180 Millionen Euro gekauft wurde. Nur kurze Zeit später im Jahre 1993 erwarb der Geschäftsmann und Milliardärs François Pinault Chateau Latour und brachte es somit wieder in französischen Besitz.
Jahrgang Jahrgang: 1958
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Château Latour
Land Land: Frankreich
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Bordeaux
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger