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Produktinformationen

Château Lafite Rothschild 1966: Ein klassischer Pauillac zwischen Legende und Kontroverse

Eine Flasche Château Lafite Rothschild aus dem Jahr 1966 ist weit mehr als nur ein alter Bordeaux. Sie ist ein Zeitdokument aus einer Ära, in der das legendäre Erste Gewächs aus Pauillac noch von Baron Élie de Rothschild geführt wurde – und aus einer Dekade, die in der Geschichte des Châteaus als zwiespältig gilt. Der Jahrgang 1966 selbst gehört zu den großen Klassikern des 20. Jahrhunderts, und doch rankt sich um ihn eine bemerkenswerte Kontroverse, die ihn zu einem der faszinierendsten Weine der Nachkriegszeit macht.

Das Château und der Jahrgang 1966

Château Lafite Rothschild blickt auf eine der längsten und bedeutendsten Geschichten des Bordeaux zurück. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts strukturierte Jacques de Ségur den Weinberg neu, und im 18. Jahrhundert verhalf Nicolas-Alexandre de Ségur – bekannt als „Wein der Könige, König der Weine“ – Lafite zu höchstem Prestige, das bis in die Salons von Versailles und über den Ärmelkanal reichte. Im Jahr 1855 wurde Lafite als eines von vier Weingütern mit dem Status eines Premier Cru Classé ausgezeichnet. Seit 1868 befindet sich das Château ununterbrochen im Besitz der Familie Rothschild.

Der Jahrgang 1966 fällt in eine Zeit, in der Baron Élie de Rothschild das Gut seit 1946 leitete – eine Ära, die rückblickend als qualitativ durchwachsen gilt. Die 1960er und 1970er Jahre waren geprägt von weniger strenger Bewirtschaftung der Weinberge und einer Vinifikation, die eher auf Extraktion als auf Finesse ausgerichtet war. Dennoch brachte diese Dekade mit dem Jahrgang 1966 einen Wein hervor, der von Kennern bis heute zu den großen Lafite-Jahrgängen der Jahrhundertmitte gezählt wird – in einer Reihe mit 1945, 1947, 1949 und 1959.

Die Wetterbedingungen des Jahres 1966

Der Jahrgang 1966 begann alles andere als verheißungsvoll. Die Hauptregenfälle setzten Ende Juni ein und zogen sich bis in den Juli hinein, doch ein heißer Augustbeginn trocknete die Böden aus, und das Wetter verbesserte sich schrittweise bis zum Herbst hin – nahezu perfekt für die Lese. Die Blüte war früh erfolgt, der Sommer kühl und relativ trocken, doch ein sehr heißer, sonniger September sorgte für eine optimale Reifung der Trauben. Die Lese begann unter guten Bedingungen am 6. Oktober – ein spätes Datum, das für die damalige Zeit nicht ungewöhnlich war und den Trauben zusätzliche Reifezeit ermöglichte.

Das Ergebnis war ein Jahrgang, der in Bordeaux als „außergewöhnlich für sehr klassische und delikate Weine“ beschrieben wird. Die Weine teilen einen „wahrhaft klassischen, anmutigen und hochwertigen Charakter, der so typisch für Bordeaux-Weine ist“. Der Jahrgang 1966 gilt als „unregelmäßig, aber sehr gut“ – mit Weinen, die durch eine frische Säurestruktur und eine bemerkenswerte Langlebigkeit bestechen.

Weinbereitung und Reifung

Die Weinbereitung der 1960er Jahre unterschied sich grundlegend von der heutigen Praxis. Ziel war es, maximale Extraktion zu erreichen – durch Punch-Downs, Temperaturerhöhungen am Ende der Gärung und eine Alterung in Fässern mit einem erheblichen Anteil neuen Holzes. Die Weinberge wurden intensiv bewirtschaftet, und die Erträge waren höher als heute. Dennoch verfügte Lafite über einen außergewöhnlichen Boden: tiefen Kiesboden, der auf Mergel und einem Kalksteinunterboden ruht, sowie über Rebstöcke mit einem Durchschnittsalter von über 40 Jahren.

Der fertige Wein wurde 18 Monate in französischen Eichenfässern ausgebaut und mit einem Alkoholgehalt von etwa 12,5 % abgefüllt – für einen Pauillac dieser Ära eine klassische, zurückhaltende Struktur. Die Assemblage bestand überwiegend aus Cabernet Sauvignon, ergänzt durch Merlot, Cabernet Franc und einen kleinen Anteil Petit Verdot.

Verkostungsnotizen und historische Bewertungen

Die Bewertungsgeschichte des Château Lafite Rothschild 1966 ist bemerkenswert gespalten – und genau diese Spaltung macht den Wein so faszinierend. Der renommierte Weinkritiker Robert Parker vergab in seiner Bewertung für den Wine Advocate nur 84 Punkte. Sein Urteil war vernichtend: Der Wein zeige eine „klassige, grasige, kräuterbetonte, von Cabernet dominierte Nase“, weiche, „ausgewaschene“ Aromen und kaum Körper oder Länge. Er sei „beginnend auszutrocknen“ und habe sich „konsistent als große Enttäuschung“ erwiesen.

Doch andere Kritiker zeichnen ein völlig anderes Bild. Falstaff bewertete den Wein 2009 mit 92 Punkten und beschrieb ihn als mittleres Rubingranat mit orangefarbenen Reflexen und breiter Randaufhellung. In der Nase fand man „einladende Kaffeenoten, zart nach Milchkaramell, süße Kirschfrucht, Nuancen von Orangenzesten, ein Hauch von weißen Trüffeln, etwas Zedernholz“. Am Gaumen zeigte sich „feine rotbeerige Frucht, schokoladiger Anklang“, getragen von der „jahrgangstypischen frischen Säurestruktur“, mit Nuancen von Dörrzwetschken und etwas Bitterschokolade im Abgang.

Jane Anson, eine der führenden Bordeaux-Kritikerinnen, vergab 96 Punkte und beschrieb den Wein als „ganz anders im Charakter als der 1966er Latour, mit feineren Tanninen, der Fokus mehr auf wilder Erdbeere, Hagebutte und weißem Tee, mit Lagerfeuerrauch, mit langgezogenen Wellen zerdrückter Rosen“. Der Wein fange „die stille Freude eines gereiften Lafite ein, mit einem köstlichen Abgang“.

Diese Diskrepanz erklärt sich zum Teil durch die unterschiedliche Flaschenqualität. Der Wein ist bekannt für eine hohe Flaschenvarianz – einige Flaschen zeigen sich bereits deutlich gealtert, während andere noch über Jahrzehnte auf einem hohen Plateau verharren können. Clive Coates beschrieb den 1966er Lafite als „sehr gut, kräftige volle Farbe, viel kräftiger als der 1970er“ und attestierte ihm eine bemerkenswerte Langlebigkeit.

Ein Wein zwischen den Epochen

Der Château Lafite Rothschild 1966 ist ein Wein, der gleichzeitig eine Ära abschließt und eine neue einläutet. Er stammt aus der Spätphase der Ära Élie de Rothschild, bevor Eric de Rothschild 1975 die Leitung übernahm und eine grundlegende Qualitätsoffensive einleitete. Die großen Jahrgänge von Lafite, so heißt es, „scheinen die Jahrzehnte überdauern zu können und unsterblich zu sein“ – und der 1966er gehört zu jenen Weinen, die diese These auf eindrucksvolle Weise belegen.

Wer heute eine gut erhaltene Flasche dieses Weins öffnet, sollte ihm Zeit geben. Er benötigt Belüftung, um seine volle Komplexität zu entfalten – nach einigen Stunden im Glas „fließt er über vor Vitalität und Spannung, während er seine klassische Persönlichkeit bewahrt“. Der 1966er Lafite ist kein lauter Wein, kein demonstrativer Pauillac. Er ist, wie es ein Verkoster treffend formulierte, „ein bezaubernder alter Pauillac, nicht mehr und nicht weniger“.

Vielleicht liegt genau darin seine Faszination: Er ist ein Wein, der sich nicht sofort erschließt, der polarisiert und der – je nach Flasche – ein völlig anderes Gesicht zeigen kann. In einer Zeit, in der Weine zunehmend standardisiert und vorhersehbar werden, ist diese Unberechenbarkeit ein kostbares Relikt einer vergangenen Ära.

Durch die herausragenden Nachkriegsjahrgänge 1945, 1947 und 1949 konnte das eingenommene Geld in Aufbaumaßnahmen und Instandsetzungsarbeiten investiert werden. Das Weingut hatte sich von den Wirren des Krieges erholt und setze zu neuen Höhenflügen an. Gerade der Jahrgang 1953 und auch 1959 spielte den Kellermeistern auf dem Chateau in die Hände. Es wurden Jahrhundertweine mit sehr langem Alterungspotential erzeugt. Die 1970er Jahre waren allerdings nicht gerade die besten Referenzen. Es wurden, verglichen mit den anderen bekannten Chateau-Weinen aus Bordeaux, nur mittelmäßige Weine erzeugt und abgefüllt. Als Resultat hieraus setze Eric de Rothschild neue Investitionen an und drehte zudem am Personalkarussell. Ein Großteil der neuen Investitionen auf Chateau Lafite Rothschild ging in einen 2.200 Barriques fassenden kreisrunden Fasskeller, ein gewagtes Vorhaben zur damaligen Zeit. Lag doch die Weinwirtschaft in Bordeaux Anfang der 1970er Jahre am Boden. Durch schwache Jahrgänge und eine rezessive Weltwirtschaft konnten viele Chateau´s kaum überleben und kämpften mit der Geldknappheit und den hohen Energiekosten, ausgelöst durch die Ölkrise.
Jahrgang Jahrgang: 1966
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Château Lafite Rothschild
Land Land: Frankreich
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Bordeaux
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger