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Produktinformationen

Verkostungsnotiz: Winzergenossenschaft Kallstadt Weinstrasse – Kallstadter Nill Riesling 1959

Farbe:
Ein tiefes, bernsteinfarbenes Gold mit kupfernen Schimmern und leicht grünlichen Reflexen am Rand – ein Zeichen für die Reife und die elegante Oxidation über sechs Jahrzehnte hinweg. Trotz des Alters zeigt der Wein eine bemerkenswerte Klarheit und schimmernde Vitalität.

Nase:
Ein vielschichtiges Bouquet, das sofort mit klassischen Alterungsaromen von Petrol, Honigwachs und getrockneten Kräutern fesselt. Darunter entfalten sich Nuancen von überreifer Mirabelle, kandierten Zitronenscheiben und einer dezenten Wachsigkeit. Leichte oxidative Akzente (geröstete Haselnuss, Karamell) gesellen sich zu einer kühlen mineralischen Grundlage (Schiefer, Kieselstein), während eine blasse Blütennote (verblasste Kamille) an die Jugend des Weins erinnert.

Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Wein überraschend lebendig mit einer schlanken, aber präzisen Säure, die die zarte Restsüße und die ölig-seidige Textur meisterhaft balanciert. Geschmacksnoten von eingemachter Quitte, getrocknetem Apfel und einer Spur von Kurkuma dominieren, begleitet von einer salzig-mineralischen Prägung (Meersalz, Gesteinsstaub). Die Tannine sind nahezu aufgelöst, doch die Struktur bleibt durch die säuregetriebene Frische gestrafft.

Finish:
Der Abgang ist mittellang und geprägt von einer salzig-bitteren Note (Grapefruitschale), die sich mit dem Nachhall von Petrol, altem Holz und einer erdigen Würze (weißer Pfeffer) verbindet. Die Süße klingt dezent aus, zurück bleibt eine rauchige Mineralität, die zum Nachdenken einlädt.

Gesamteindruck:
Der Kallstadter Nill Riesling 1959 ist ein faszinierendes Relikt aus einer Ära, in der pfälzer Genossenschaften Weine von überraschender Haltbarkeit schufen. Trotz des warmen, säurearmen Jahrgangs 1959 überzeugt der Wein durch seine Balance und die komplexe Interplay aus tertiären Aromen und mineralischer Präzision. Die „Nill“-Bezeichnung – vermutlich eine historische Lage oder lokale Besonderheit – bleibt rätselhaft, doch der Wein selbst spricht eine klare Sprache: Hier verbinden sich rustikaler Charme mit einer unerwarteten Eleganz. Ein Wein, der weniger Kraft als vielmehr kontemplative Tiefe bietet, ideal für Liebhaber zeitloser Reife.

Bewertung: ★★★½☆ (3,5/5 – Ein reifer, stimmungsvoller Riesling mit historischer Aura, dessen beste Tage zwar vorüber sind, der aber noch immer fesselt. Ein Zeitzeugnis für geduldige Genießer.)

Hinweis:
Bei Weinen dieses Alters ist die Lagerungsgeschichte entscheidend. Diese Notiz basiert auf einem gut erhaltenen Exemplar ohne starke oxidative Brüche.


Kontext:

  • Jahrgang 1959: Ein warmer, sonnengesegneter Jahrgang in der Pfalz, der zu alkoholstarken Weinen mit reduzierter Säure führte. Spätlesen wie dieser profitierten von höherem Zucker als natürlichem Konservierungsmittel.

  • Winzergenossenschaften der 1950er: Oft pragmatisch produzierte Weine, die dennoch – besonders in der Pfalz – überraschende Lagerpotenziale enthüllten.

  • „Nill“: Möglicherweise eine historische Lagenbezeichnung oder ein Dialektbegriff (eventuell abgeleitet von „Nebel“ oder einer lokalen Flur), der heute nicht mehr geläufig ist.

  • Stil: Typisch für die Zeit sind ehrliche, technisch wenig manipulierte Weine – hier mit einer erstaunlichen mineralischen Geradlinigkeit.

Jahrgang Jahrgang: 1959
Farbe Farbe: weiss
Erzeuger Erzeuger: Winzergenossenschaft Kallstadt
Land Land: Deutschland
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Weisswein
Region Region: Pfalz
Geschmack Geschmack: süss
Rebsorte Rebsorte: Riesling
Alkohol Alkohol: 10
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger