Winzergenossenschaft Kallstadt Weinstrasse - Kallstadter Knobert Riesling 1957
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Füllniveau 3-4cm, Etikett und Kapsel gut.
Produktinformationen
Winzergenossenschaft Kallstadt Weinstrasse - Kallstadter Knobert Riesling 1957, Pfalz, Deutschland
Einleitung: Ein vergessenes Terroir-Fossil
Diese Flasche ist ein seltenes und faszinierendes Stück pfälzischer Mikro-Geschichte. Der "Kallstadter Knobert" ist ein heute nicht mehr gebräuchlicher historischer Lagename, der vermutlich eine spezifische, kleinere Parzelle in Kallstadt bezeichnete und im Zuge der Flurbereinigung und der Einführung des Großlagensystems verschwand. Ein solcher Wein von einer Winzergenossenschaft aus dem klassischen, säurestarken Jahrgang 1957 ist daher doppelt bedeutsam: Er ist ein Zeitzeugnis nicht nur einer vergangenen Ära des Weinbaus, sondern auch einer verlorenen, kleinteiligen Terroir-Differenzierung. Mehr als ein Getränk ist er ein archivarisches Fundstück.
Sensorische Prognose (unter strengstem Vorbehalt)
Für einen einfachen Genossenschaftswein dieses extremen Alters (67+ Jahre) liegen die Erwartungen im Bereich des Historischen, nicht des Sensorisch-Verlässlichen. Die Prognose beschreibt das absolute Best-Case-Szenario einer einwandfrei gelagerten Flasche.
Farbe
Höchstwahrscheinlich ein blasses bis mittleres Goldbraun oder Bernsteingold mit olivgrünen Reflexen am Rand. Eine klare, helle Farbe wäre ein kleines Wunder.
Nase
Wenn der Wein noch lebt, wird sein Bukett vollständig von tertiären und oxidierten Noten beherrscht.
Dominant: Intensive Aromen von Petrol, Kerosin, Bienenwachs, Honigwabe und gerösteten Nüssen (Walnuss, Haselnuss).
Getrocknete & Gereifte Frucht: Verblassende Noten von getrockneten Äpfeln, Aprikosenkonfitüre, Rosinen.
Oxidation & Reife: Eine deutliche sherryartige (Madeira-) oder Rancio-Note – ein Zeichen fortschreitender, edler Oxidation. Noten von feuchtem Laub, Zeder und Tee.
Risiko: Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dominiert eine ermüdete, flache oder unangenehm madeirisierte Aromatik. Primärfrucht existiert nicht mehr.
Gaumen
Textur: Erwartet wird eine sehr leichte, dünne, möglicherweise ausgefranste Textur. Der Körper ist minimal.
Säure: Der einzig mögliche Lebensretter. Der Jahrgang 1957 besaß eine gute Säure. Ist sie noch wahrnehmbar und belebend, könnte der Wein eine gewisse Struktur bewahrt haben. Ist sie erschöpft, ist der Wein flach, müde und kurz.
Geschmack: Ein blasser Abglanz der Nase: Honig, Wachs, Nuss und eine sherryartige Würze.
Abgang: Sehr kurz bis nicht vorhanden. Ein langer Abgang ist bei einem Wein dieser Provenienz und dieses Alters nahezu ausgeschlossen.
Historische & Onomastische Einordnung
Zur Lage "Kallstadter Knobert"
"Knobert" ist ein ausgestorbener Lagename. Seine genaue Lage, Bodenbeschaffenheit und typische Charakteristik sind heute kaum noch bekannt und nur noch aus solchen Flaschen rekonstruierbar. Die Verwendung auf dem Etikett ist ein kostbarer Hinweis auf die historische Vielfalt und Kleinteiligkeit der pfälzischen Weinberge vor der Vereinheitlichung.
Winzergenossenschaft in den 1950ern
Die Genossenschaft war der zentrale Vermarktungspool für viele Kleinwinzer. Ein Wein mit spezifischem Lagenamen wie "Knobert" deutet darauf hin, dass die Genossenschaft damals noch Fassabfüllungen aus bestimmten, als besser geltenden Parzellen separat auszeichnete – ein heute unübliches Verfahren.
Jahrgang 1957
Ein klassischer, säurebetonter und langlebiger Jahrgang. Dies ist die größte Hoffnung für ein eventuelles Überleben des Weines. Selbst einfache Weine aus diesem Jahr konnten bei guter Lagerung erstaunlich alt werden.
Zustandsbewertung & Risiko
Kritische Bewertungskriterien
Überalterung: Der Wein ist weit über jede realistische Haltbarkeitsgrenze hinaus. Jede sensorische Wahrnehmung jenseits von Fehlern ist ein Geschenk.
Füllstand & Kork: Sehr wahrscheinlich niedrig. Der einfache Genossenschaftskorken stellt das größte Risiko für Undichtigkeit dar.
Sensorisches Risiko: >95% für Überoxidation (stark sherryartig), Müdigkeit oder Fehlbildung.
Empfehlung bei Öffnung
Nur zu akademisch-historischen Zwecken öffnen.
Äußerst vorsichtig behandeln (lange stehen lassen, behutsam dekantieren).
Sofort nach Öffnung verkosten, keine Entwicklung erwarten.
Temperatur: 10-12°C.
Fazit & Empfehlung für den Besitzer
Der Kallstadter Knobert Riesling 1957 ist archäologisches Wein-Grabungsgut. Sein Wert liegt ausschließlich in seiner Seltenheit als nahezu vergessenes, terroir-spezifisches Zeitdokument einer untergegangenen Genossenschaftspraxis.
Empfehlung 1 (dringend): Ungeöffnet als Museumsobjekt bewahren. Als intaktes, versiegeltes historisches Artefakt ist es für Sammler und Heimatmuseen von unschätzbarem Wert. Es erzählt eine Geschichte, die keine aktuelle Flasche mehr erzählen kann.
Empfehlung 2 (nur für wissenschaftliche Dokumentation): Behutsam öffnen und protokollieren. Seien Sie sich des nahezu sicheren sensorischen Scheiterns bewusst. Dokumentieren Sie den Befund für die regionale Weingeschichte.
Abschließendes Urteil: Diese Flasche ist ein stiller Botschafter einer vergangenen Welt. Sie ist das Gegenteil eines spektakulären Spitzenweins – bescheiden, alltäglich und gerade dadurch als unberührtes Objekt von großer historischer Aussagekraft. Sie sollte nicht getrunken, sondern bewahrt und studiert werden. Ein Fund für das Archiv, nicht für den Gaumen.
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Jahrgang: | 1957 |
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Farbe: | weiss |
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Erzeuger: | Winzergenossenschaft Kallstadt |
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Land: | Deutschland |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Weisswein |
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Region: | Pfalz |
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Geschmack: | süss |
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Rebsorte: | Riesling |
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Alkohol: | 10 |
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Füllmenge: | 750 ml |
Anmelden
Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger