Pavillon Rouge du Château Margaux 1981
149,00 €*
2 Sofort verfügbar
Füllniveau into neck, Etikett und Kapsel gut.
Produktinformationen
Pavillon Rouge du Château Margaux 1981
Der Pavillon Rouge du Château Margaux ist der Zweitwein des berühmten Premier Cru Classé Château Margaux. Während die grossen Jahrgänge des Hauptweins zu den teuersten und begehrtesten Weinen der Welt gehören, bietet der Pavillon Rouge einen früher zugänglichen, oft charmanten Einblick in das Terroir und den Stil des Hauses. Der Jahrgang 1981 ist ein besonders interessantes Beispiel: Er entstand in einem Jahr, das im Schatten des legendären 1982er-Jahrgangs steht, aber dennoch klassische Bordeaux-Tugenden wie Struktur, Frische und alterungsfähige Eleganz verkörpert.
Der Jahrgang 1981 in Bordeaux – Eine klassische Herausforderung
Das Weinjahr 1981 war im Médoc weder einfach noch spektakulär – es war ein Jahrgang der klassischen Tugenden. Ein nasser, kühler Frühling verzögerte die Blüte und führte zu einer ungleichen Fruchtansetzung. Der Sommer begann wechselhaft, mit kühlen Temperaturen im Juni und Juli. Erst im August setzte eine stabile, warme und trockene Phase ein, die sich bis in den September hineinzog. Diese späte Wärme ermöglichte eine langsame, aber vollständige Reife der Trauben, insbesondere des Merlot, der in diesem Jahr eine wichtigere Rolle spielen sollte als in trockeneren Jahrgängen. Die Ernte fand unter guten Bedingungen statt, jedoch mit etwas geringeren Erträgen als im Folgejahr 1982.
Im Gegensatz zum opulenten, sonnenverwöhnten 1982 lieferte 1981 Weine mit festerer Säure, klar definierten Tanninen und weniger üppiger Frucht. Sie waren typische "klassische" Bordeaux: reserviert in der Jugend, mit Potenzial zur Alterung, jedoch niemals mit der schieren Konzentration der ganz grossen Jahrzehnte. Viele 1981er waren nach 10–15 Jahren auf dem Höhepunkt, während die besten Lagen – wie die von Château Margaux – eine beachtliche Langlebigkeit zeigten.
Château Margaux und die Geburt des Pavillon Rouge
Château Margaux, eines der vier ursprünglichen Premiers Crus von 1855, ist bekannt für seine aussergewöhnliche Eleganz, Feinheit und Parfümierung. Das Weingut blickt auf eine lange Geschichte zurück, befand sich jedoch in den 1970er und frühen 1980er Jahren in einer Phase des Übergangs. Nach schwierigen Jahren wurde das Gut 1977 von der griechischen Familie Mentzelopoulos (André Mentzelopoulos) übernommen, die grosse Investitionen in die Weinberge und den Keller tätigte. Der Jahrgang 1978 markierte die Wiedergeburt, und 1981 war einer der ersten Jahrgänge, der bereits von diesen Bemühungen profitierte.
Der Pavillon Rouge wurde erstmals 1908 als Zweitwein eingeführt – lange vor dem Trend, der in den 1980er und 1990er Jahren aufkam. Ziel war es, jüngere Rebstöcke oder Partien, die nicht in den Hauptwein gelangten, in einem eigenständigen, hochwertigen Wein zu vereinen. Der Pavillon Rouge wird aus denselben Parzellen und Rebsorten wie der Grand Vin gewonnen, jedoch mit einem höheren Anteil an Merlot und jüngeren Cabernet-Sauvignon-Reben. Er durchläuft eine ähnliche, aber kürzere Ertragsreduktion und Fassreifung (ca. 12–15 Monate im Vergleich zu 18–24 Monaten beim Hauptwein).
Die Rebsorten und Herstellung des 1981er Pavillon Rouge
Im Jahrgang 1981 setzte sich der Pavillon Rouge typischerweise aus einem höheren Merlot-Anteil (schätzungsweise 40-50%) zusammen, ergänzt durch Cabernet Sauvignon (ca. 40-50%) sowie geringen Anteilen Cabernet Franc und Petit Verdot. Die Entscheidung für mehr Merlot war eine Reaktion auf den kühleren Sommer: Merlot reift früher und lieferte in diesem Jahr weichere, rundere Tannine.
Die Trauben wurden von Hand gelesen und zweifach sortiert. Nach der schonenden Pressung folgte die alkoholische Gärung in temperaturkontrollierten Edelstahltanks, um Fruchtreinheit zu bewahren. Anschliessend reifte der Wein für etwa 12 Monate in französischen Eichenfässern, von denen ein geringerer Anteil neu war (ca. 20-30% im Vergleich zu 80-100% für den Grand Vin). Dieser Ansatz sollte den Holzgeschmack in den Hintergrund rücken und die Frucht sowie die Terroir-Charakteristik betonen. Der Pavillon Rouge 1981 wurde mit einem niedrigeren Alkohol- und Extraktgehalt als der Grand Vin abgefüllt – als ein Wein für den früheren Genuss, aber mit beachtlichem Lagerpotenzial.
Flaschenentwicklung und Reifeverhalten
In seiner Jugend zeigte der Pavillon Rouge 1981 ein schönes, tiefes Rubinviolett. Die Nase war eher zurückhaltend, mit Aromen von roten Johannisbeeren, Kirsche, einem Hauch von Veilchen und erdigen Noten. Die Tannine waren spürbar, aber gut integriert, die Säure lebendig. Viele Kritiker bemängelten eine gewisse Herbheit im Vergleich zum üppigen 1982er. Der Wein benötigte einige Jahre, um sich zu öffnen.
Die 1990er Jahre: Mit etwa zehn Jahren begann der Pavillon Rouge zu blühen. Die primären Fruchtaromen wandelten sich zu reifen Kirschen und Pflaumen, begleitet von Leder-, Tabak- und leichten Trüffelnoten. Die Tannine wurden weicher, der Körper gewann an Fülle. Er war nun ein charmanter, mittelkräftiger Bordeaux mit klassischem Margaux-Stil: floral, samtig, mit einer feinen Säurestruktur. In dieser Phase war er auf seinem idealen Trinkfenster.
Die 2000er Jahre: Nach etwa 15–20 Jahren zeigte der Wein erste Alterungszeichen. Die Farbe hellte sich zu einem Granatrot mit ziegelroten Rändern auf. Das Bukett wurde komplexer: getrocknete Rosen, Zedernholz, Kalbleder, Unterholz, feiner Tabak und ein Hauch von Minze. Am Gaumen war der Wein nun weich, fast vollständig integriert, mit einer angenehmen, aber nachlassenden Säure. Er bot noch viel Freude, verlor jedoch allmählich an konzentrierter Frucht.
Heute (2020er Jahre): Ein 40 Jahre alter Zweitwein befindet sich jenseits seines Höhepunkts. Exemplare mit perfekter Lagerung (konstanter Keller, niedrige Temperatur, liegende Flasche) können immer noch beeindruckend sein. Die Farbe ist heller Granat mit deutlichem Ziegelrand. Die Nase ist dominiert von tertiären Aromen: Trüffel, Pilze, Leder, Tabakblätter, ein Anflug von Gewürznelken. Die Frucht ist weitgehend verblieben als getrocknete Kirsche oder Preiselbeere. Am Gaumen ist der Wein dünner geworden, die Tannine sind völlig abgebaut, die Säure jedoch immer noch präsent und sorgt für Frische. Der Abgang ist mittellang, eher erdig und würzig. Er ist kein Wein für grossen Genuss mehr, sondern ein Relikt einer vergangenen Ära – trinkbar, aber ohne die Magie eines voll gereiften Grand Vin.
Besondere Merkmale des Pavillon Rouge 1981
Rolle als Zweitwein: 1981 war eine Zeit, in der Zweitweine oft noch als "kleine Brüder" betrachtet wurden. Heute sind Zweitweine wie Pavillon Rouge eigenständige Marken. Der 1981er spiegelt diese Übergangsphase wider: Er war günstiger, weniger eichenbetont und früher trinkbar als der Grand Vin.
Preisentwicklung: Ursprünglich für einen Bruchteil des Grand Vin-Preises verkauft (vielleicht 20-30 Dollar), ist der Pavillon Rouge 1981 heute vor allem als Rarität interessant. Auf Auktionen erzielt er je nach Zustand einige hundert Franken – weit entfernt von den Tausenden des Grand Vin, aber dennoch beachtlich für einen Zweitwein dieses Alters.
Lagerungszustand entscheidend: Bei einem Wein dieses Alters ist die Provenienz alles. Viele Flaschen haben über die Jahre gelitten (schlechte Kapseln, Korken, Temperaturschwankungen). Ein intakter Füllstand ("Into Neck") und eine saubere Kapsel sind essenziell.
Fälschungen: Da er weniger bekannt und wertvoll ist als der Grand Vin, ist der Pavillon Rouge 1981 selten Ziel von Fälschungen. Dennoch sollte man bei Angeboten ohne klare Herkunft vorsichtig sein.
Verkostungsnotiz (Stand 2020er Jahre, wohlkonservierte Flasche)
Auge: Helles Granatrot mit deutlicher Ziegelsteinfärbung am Rand; klarer Glanz, aber sichtbare Alterung.
Nase: Zunächst erdige Noten von Waldboden, feuchtem Laub und Trüffel. Dahinter entfalten sich getrocknete Rosenblätter, Leder, ein Hauch von Tabak und altem Zedernholz. Leichte Anklänge an reife, eingekochte rote Beeren. Keine störenden oxidierten Noten (Sherry, Essig) bei guter Flasche.
Gaumen: Weicher, leichter bis mittlerer Körper. Die Tannine sind vollständig aufgelöst, der Wein fliesst geschmeidig. Die Säure ist noch spürbar, aber nicht dominant. Die Frucht ist schwach, eher an getrocknete Preiselbeeren erinnernd. Es dominieren sekundäre und tertiäre Aromen: Leder, Tabak, ein Hauch von Lakritz.
Abgang: Mittellang, mild, mit einem angenehmen bitteren Schokoladenton und erdigen Noten. Die Frische klingt rasch ab.
Fazit
Der Pavillon Rouge du Château Margaux 1981 ist ein Wein aus einer anderen Zeit – einem klassischen, weniger opulenten Jahrgang, der die Geduld des Liebhabers belohnte. Heute, über vier Jahrzehnte später, ist er ein Zeuge der Weinbaugeschichte, kein Superstar mehr. Gut gelagerte Flaschen bieten noch einen lehrreichen und durchaus angenehmen Drink mit schöner Komplexität, aber ohne die Dichte oder Langlebigkeit des Grand Vin. Er demonstriert, dass selbst ein Zweitwein eines grossen Hauses jahrzehntelang überdauern kann – vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen.
Für Sammler und Liebhaber klassischer Bordeaux ist der Pavillon Rouge 1981 eine charmante Zeitreise, ein sanfter, erdiger, leichtfüssiger Margaux, der von der Handschrift der Mentzelopoulos-Ära zeugt. Für den puren Genuss sucht man jedoch besser nach reifen Jahrgängen der 1990er oder 2000er. Er bleibt ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ein Zweitwein sein eigenes, bescheidenes Vermächtnis schaffen kann – fernab des Ruhms, aber voller Charakter.
|
|
Jahrgang: | 1981 |
|---|---|---|
|
|
Farbe: | rot |
|
|
Erzeuger: | Château Margaux |
|
|
Land: | Frankreich |
|
|
Produktart: | Wein |
|
|
Weinart: | Rotwein |
|
|
Region: | Bordeaux |
|
|
Geschmack: | trocken |
|
|
Rebsorte: | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot |
|
|
Alkohol: | 14 |
|
|
Füllmenge: | 750 ml |
Anmelden
Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger