Château Palmer 1947
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Füllniveau mid shoulder, Kapsel und Etikett gut.
Produktinformationen
Château Palmer 1947
1. Das Weingut Château Palmer – Ein Portrait
Château Palmer zählt zu den berühmtesten Weingütern von Bordeaux. Es liegt in der Appellation Margaux-Cantenac, unmittelbar neben dem berühmten Château Margaux an der „Route du Vin“. In der Bordeaux-Klassifikation von 1855 ist das Weingut als Troisième Grand Cru Classé eingestuft – doch diese offizielle Einstufung täuscht über die tatsächliche Qualität hinweg: Château Palmer steht regelmäßig im Qualitätswettbewerb mit den Premiers und Deuxièmes Crus und gilt als einer der beiden bedeutendsten „Drittgewächse“ überhaupt. Der Wein wird von Kennern auf eine Stufe mit den sogenannten „Super Seconds“ wie Château Léoville-las-Cases oder Château Cos d’Estournel gestellt.
Die Geschichte des Anwesens reicht bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück, als das Gut unter dem Namen Domaine de Gascq bekannt war und seine Weine bereits am Hof von Versailles serviert wurden. Den entscheidenden Wendepunkt markierte der 16. Juni 1814, als der britische Generalmajor Charles Palmer – ein Karriereoffizier, Adjutant des Prinzregenten und späteres Mitglied des britischen Unterhauses – das Anwesen für 100.000 Francs erwarb. Palmer konsolidierte verstreute Weinberge und Ländereien zu einem zusammenhängenden Anwesen und gab ihm seinen Namen – er war damit nicht bloß Käufer, sondern wahrer Gründer des heutigen Châteaus.
Nach dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise mussten sich die Besitzerfamilien Pereire von Château Palmer trennen. 1938 übernahm ein Konsortium der großen Weinhandelsfamilien – darunter Fernand Ginestet, die Brüder Miailhe, Mähler-Besse und Sichel – das Anwesen. 1950 wurden die Familien Sichel und Mähler-Besse alleinige Eigentümer, was sie bis heute sind.
Das Hauptgebäude von Château Palmer ist eines der schönsten im Médoc, mit hohen Türmchen an jeder Ecke des Schlosses. Das unverwechselbare mitternachtsblaue Etikett macht den Wein auf den ersten Blick erkennbar. Der Zweitwein des Gutes heißt heute Alter Ego de Palmer (zuvor Réserve de General genannt).
2. Der Jahrgang 1947 – Zwischen Legende und Kontroverse
Der Jahrgang 1947 gehört zu den berühmtesten und zugleich umstrittensten Jahrgängen des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit 1945 und 1949 bildet er das legendäre Trio der unmittelbaren Nachkriegsjahre.
Das Wetter war außergewöhnlich: Von Mai an herrschte beständig mildes Wetter, wobei jeder Monat wärmer war als der vorherige. Der offizielle Beginn der Lese wurde für den 15. September festgelegt. Der anhaltende, warme Indian Summer stellte die Châteaux jedoch vor große Herausforderungen: Es gab kaum Möglichkeiten, die Temperaturen während der Gärung zu regulieren. Die Hitze führte zu Trauben mit extrem hohem Zuckergehalt und entsprechend hohen Alkoholwerten – für den 1947er Château Palmer wird ein Alkoholgehalt von 13 % angegeben – für die damalige Zeit ein beachtlicher Wert.
Weinkritiker Robert Parker bezeichnete den Jahrgang 1947 als Beleg dafür, dass spät gelesene Früchte das Fundament großer Weine seien. Der 1947er Cheval Blanc wird immer wieder als Paradebeispiel angeführt, doch Parker stellte fest, dass der Erfolg dieses Jahrgangs keineswegs auf das rechte Ufer beschränkt war – auch auf dem linken Ufer entstanden Weine von Weltklasse.
3. Verkostungsnotizen und Kritikerbewertungen
Robert Parker (Wine Advocate)
Robert Parker zählte Château Palmer zu seinen „magischen 20“ Bordeaux-Weinen und bewertete den 1947er Palmer mit 94/100 Punkten. Er beschrieb ihn als einen der besten jemals verkosteten Château-Palmer-Weine. In seinem Bordeaux Book hob Parker die bemerkenswert tiefe Farbe sowie Aromen von roten Beeren, Schlehen und frischen Feigen hervor, begleitet von einer „quasi Vintage-Port-ähnlichen Fülle“.
CellarTracker – Community-Bewertungen
Die Wein-Community auf CellarTracker vergibt für den 1947er Château Palmer im Durchschnitt 95 Punkte. Ein Verkostungskommentar beschreibt Leder, Graphit sowie erhaltene Fruchtaromen, ergänzt durch rote Himbeere, Säure und Tannine. Eine andere Verkostungsnotiz spricht von einer opulenten und warmen Nase mit leichten Blumen- und Parfümnoten.
WineDecider
Die Plattform WineDecider führt eine Durchschnittsbewertung von 89/100 Punkten.
Verkostungserfahrung aus dem Jahr 2016
Eine detaillierte Verkostung aus dem Jahr 2016 – der Wein war damals 69 Jahre alt – beschreibt den 1947er Château Palmer wie folgt:
„Opulente und warme Nase mit leichten Blumen- und Parfümnoten. Am Gaumen zeigen sich saubere und klare Kirsch-, Minz- und süße Noten. Ein mittellanger Abgang, was für das Alter beachtlich ist. Der Wein zeigte sein Bestes etwa 55–75 Minuten nach dem Öffnen der Flasche und ließ danach schnell mit alkoholischen Tönen nach.“
Diese Beobachtung unterstreicht, dass ein Wein dieses Alters besonders empfindlich auf Sauerstoff reagiert und sein Trinkfenster mitunter nur wenige Minuten umfasst.
4. Seltenheit und Marktpreise
Der 1947er Château Palmer ist heute äußerst selten – Flaschen dieses Alters sind nur noch in wenigen Händen und tauchen nur gelegentlich im Auktions- oder Fachhandel auf. Die Preise variieren stark je nach Erhaltungszustand der Flasche, Füllhöhe und Etikettenqualität.
Auktionsergebnisse
Bei Christie’s erzielte eine Magnum-Flasche (1,5 Liter) des 1947er Château Palmer einen Zuschlagspreis von GBP 1.045. Ein anderes Los mit zwei Magnum-Flaschen wurde bei Sotheby’s auf 26.000–35.000 HKD (ca. 3.000–4.000 €) geschätzt.
Die Preise für Flaschen dieses Alters sind stark zustandsabhängig – Faktoren wie Füllhöhe („base of neck“, „top shoulder“ etc.), Etikettenerhaltung und Korkenqualität beeinflussen den Wert erheblich.
5. Einordnung in die Palmer-Historie
Château Palmer hat im Laufe seiner Geschichte eine Reihe von legendären Jahrgängen hervorgebracht. Die besten je entstandenen Weine sind nach allgemeiner Auffassung die Jahrgänge 1961 und 1989. Der 1961er wurde von Robert Parker mit 100 Parker-Punkten als perfekter Wein gewertet – eine Flasche dieses Jahrgangs war bereits 2005 selten unter 1.200 Euro zu erstehen.
Der 1947er Palmer reiht sich in diese Riege der Großen Jahrgänge ein. Er steht zwar nicht ganz auf der gleichen Stufe wie der legendäre 1961er, gilt aber dennoch als einer der herausragendsten Weine, die das Château je hervorgebracht hat. Parker selbst zählte ihn zu den „magischen 20“ Bordeaux-Weinen – eine Auszeichnung, die nur wenigen Jahrgängen zuteilwurde.
6. Fazit
Der Château Palmer 1947 ist weit mehr als nur ein alter Wein – er ist ein Zeitzeuge der Weinbaugeschichte, ein Produkt eines der extremsten und zugleich faszinierendsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts. Die außergewöhnliche Wärme des Jahres 1947 verlieh den Trauben eine Konzentration und Fülle, die in dieser Form selten erreicht wird. Die opulente Frucht, die tiefe Farbe und die fast portweinähnliche Fülle machen ihn zu einem Unikat.
Mit Bewertungen zwischen 89 und 95 Punkten (je nach Kritiker) und Preisen, die heute bei über 1.000 US-Dollar pro Flasche liegen, ist der 1947er Palmer ein begehrtes Sammlerobjekt – und für viele Weinliebhaber ein Wein, den man mindestens einmal im Leben probiert haben sollte. Seine Seltenheit und die hohe Nachfrage machen ihn zu einer lohnenden Investition für Sammler, die das Glück haben, eine Flasche in gutem Zustand zu erwerben.
Doch wie bei allen Weinen dieses Alters gilt: Jede Flasche ist ein Unikat. Die Lagerbedingungen der vergangenen Jahrzehnte, der Zustand des Korkens und die individuelle Flaschenvariabilität können den Genuss erheblich beeinflussen – und genau das macht die Jagd nach einem perfekt erhaltenen Exemplar des 1947er Château Palmer so reizvoll.
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Jahrgang: | 1947 |
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Farbe: | rot |
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Erzeuger: | Château Palmer |
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Land: | Frankreich |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Rotwein |
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Region: | Bordeaux |
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Geschmack: | trocken |
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Rebsorte: | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot |
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Alkohol: | 14 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger