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Produktinformationen

Ausführlicher Bericht zu Staatliche Weinbaudomäne Trier – Avelsbacher Hammerstein Riesling Auslese 1976

1. Die Staatliche Weinbaudomäne Trier – Ein historisches Preußisches Erbe

Die Staatliche Weinbaudomäne Trier – auch bekannt als Staatliche Domäne Avelsbach und später Hofgut Avelsbach – war eine im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz befindliche Weinbaudomäne in Trier-Kürenz. Ihre Geschichte reicht bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurück: 1896 wurde sie auf Initiative des Agrarwissenschaftlers Hugo Thiel (1839–1918) vom preußischen Staat als Muster- und Modellbetrieb gegründet. Ziel war es, moderne und rationelle Methoden des Weinanbaus zu fördern und Pflanzenschutzmethoden zu erforschen – ein für die damalige Zeit wegweisendes Projekt.

Die Domäne wuchs über die Jahre auf eine Fläche von 31 Hektar an, davon zu 70 Prozent Steillagen. Die Weinberge verteilten sich auf mehrere Lagen, darunter die Avelsbacher Hammerstein und die Avelsbacher Rotlei (jeweils Alleinbesitz) sowie den Trierer St. Maximiner Kreuzberg, den Trierer Deutschherrenberg und das Trierer Deutschherrenköpfchen.. Überwiegend wurde Riesling angebaut (82 Prozent der Fläche), ergänzt durch Burgunder-, Regent-, Elbling-, Chardonnay- und Traminer-Reben.

1977 erfolgte eine Fusion mit der Landes-Lehr- und Versuchsanstalt (LLVA). Da die Anbaufläche mit 88 Hektar den Bedarf für Forschungs- und Ausbildungszwecke weit überstieg, wurden die Lagen in Serrig und Ockfen privatisiert. 2020 wurde das Anwesen schließlich privatisiert – neuer Besitzer wurde die DWM – Deutsche Wein Marketing GmbH aus Berlin, die das Gut heute unter dem Namen Gut Avelsbach führt.


2. Die Einzellage Avelsbacher Hammerstein

Die Lage Avelsbacher Hammerstein liegt im Avelsbach-/Olewig-Tal im Stadtgebiet von Trier, im Anbaugebiet Mosel. Die Weinberge befinden sich in einem der idyllischen Seitentäler der Mosel, dem Aveler Berg. Geologisch ist die Lage von Schieferböden geprägt – ein charakteristisches Merkmal der Mosel-Weine, das den Rieslingen eine besondere Mineralität und feine Säurestruktur verleiht. Aus diesen Bedingungen entstehen in der Regel schlanke, säurebetonte Weine mit ausgeprägter Schieferprägung, häufig als Riesling mit klarer Struktur und moderatem Alkohol.

Die Domäne Avelsbach umfasst nach neueren Angaben 25 Hektar Weinberge, zu denen neben dem Hammerstein auch der Trierer Deutschherrenberg und der Trierer St. Maximiner Kreuzberg gehören.


3. Der Jahrgang 1976 an der Mosel

Der Jahrgang 1976 zählt zu den legendären Jahrgängen des 20. Jahrhunderts – nicht nur in Bordeaux, sondern auch an der Mosel. Die außergewöhnlich warme und trockene Witterung führte zu Trauben mit hohem Zuckergehalt und großer Konzentration. Die Weine dieses Jahrgangs sind für ihre Fülle, Süße und außergewöhnliche Lagerfähigkeit bekannt. Der Wine Spectator bewertete den Jahrgang 1976 für deutsche Rieslinge mit 96 Punkten und beschrieb die Weine dieses Jahres als außergewöhnlich.

Auch die Spitzenweine der Mosel aus diesem Jahrgang erzielen bei Kritikern Höchstbewertungen: So erhielt beispielsweise der 1976er Wehlener Sonnenuhr Auslese von Joh. Jos. Prüm 97 Falstaff-Punkte, der 1976er Scharzhofberger Auslese von Egon Müller-Scharzhof sogar 99 Falstaff-Punkte.

Der Avelsbacher Hammerstein Riesling Auslese 1976 der Staatlichen Weinbaudomäne Trier reiht sich in diese Riege der großen Mosel-Rieslinge ein.


4. Der Wein im Detail

MerkmalAngabe
ErzeugerStaatliche Weinbaudomäne Trier
BezeichnungAvelsbacher Hammerstein Riesling Auslese
Jahrgang1976
AnbaugebietMosel-Saar-Ruwer
RebsorteRiesling
Geschmacksüß (Auslese)
Alkoholgehaltca. 8 % vol.
Füllmenge0,75 Liter

Die Auslese ist die dritte Stufe der deutschen Prädikatswein-Pyramide (nach Kabinett und Spätlese) und bezeichnet einen Wein aus selektiv gelesenen, überreifen Trauben mit deutlich höherem Mostgewicht. Diese Weine besitzen ein großes Süßepotenzial und zugleich eine feine Säurestruktur, die ihnen eine jahrzehntelange Lagerfähigkeit verleiht.


5. Verkostungsnotizen und Bewertungen

Direkte Verkostungsnotizen für den 1976er Avelsbacher Hammerstein Riesling Auslese sind in den verfügbaren Quellen nicht im Detail dokumentiert. Es liegen jedoch Verkostungserfahrungen mit benachbarten Jahrgängen derselben Lage vor, die einen eindrucksvollen Eindruck vom Charakter dieser Weine vermitteln:

Für den 1983er Avelsbacher Hammerstein Auslese der Staatlichen Weinbaudomäne Trier findet sich folgende Beschreibung:

„Erstaunlich helle Farbe, recht frisches, leicht nussiges Riesling-Bukett. Ganz leichte Reifenoten, schöner Rauchton. Am Gaumen sehr frisch, würzig. Sehr saftige Pfirsich-Frucht, Kräuter, Johannisbeeren, Brotkruste. Bestens integrierte Säure, leichte Karamellnote, lang. Ein wunderbar gereifter Riesling, der stark an Ruwer-Weine erinnert (de facto ist das Aveler Tal ja nur durch einen Bergrücken von der Ruwer getrennt).“

Für den 1989er Avelsbacher Hammerstein Riesling Auslese beschreibt CellarTracker eine voluminöse und elegante Nase, die an Ölmalerei, Leinöl und verhaltenes Kerosin erinnert, unterlegt von seidigen Riesling-Noten mit wunderschönen Sommerblumen, duftigen Zitrusfrüchten und etwas Spearmint. Der Wein sei „atemraubend“.

Diese Notizen lassen auf den Charakter des 1976ers schließen: ein Wein mit frischer, nussiger Riesling-Aromatik, reifer Pfirsichfrucht, würzigen Kräuternoten und einer bestens integrierten Säure – bei einem Alter von knapp 50 Jahren ein beeindruckendes Zeugnis der Lagerfähigkeit großer Mosel-Rieslinge.


6. Marktpreise und Verfügbarkeit

Der 1976er Avelsbacher Hammerstein Riesling Auslese ist heute äußerst selten und nur noch vereinzelt im Fachhandel oder auf Auktionen erhältlich. Die Preise variieren je nach Erhaltungszustand der Flasche:

QuellePreis (0,75 l)Zustand
Jahrhundertweine.de99,00 € (zzgl. MwSt.)Füllniveau 2 cm, Etikett und Kapsel gut
Jahrhundertweine.de (Literpreis)132,00 € / Liter
Wine-Searcher (Durchschnitt)ca. $149 (exkl. Steuern)

Bei Auktionen taucht der Wein gelegentlich in Sammler-Lots auf – so wurde beispielsweise ein Lot mit einer Flasche Avelsbacher Hammerstein Auslese 1976 zusammen mit anderen Raritäten bei Bonhams versteigert.


7. Einordnung und Fazit

Der Staatliche Weinbaudomäne Trier – Avelsbacher Hammerstein Riesling Auslese 1976 ist ein Zeitzeuge großer Mosel-Weinbaukunst aus einem der bedeutendsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts. Das Weingut selbst blickt auf eine über 125-jährige Geschichte als preußischer Musterbetrieb zurück – eine Institution, die Maßstäbe in der Erforschung moderner Weinbaumethoden setzte. Die Lage Avelsbacher Hammerstein mit ihren steilen Schieferhängen und dem Alleinbesitz-Status der Domäne bietet ideale Bedingungen für lagerfähige Rieslinge von großer Eleganz.

Mit einem Alkoholgehalt von nur 8 % und einer süßen Auslese-Prädikation verkörpert dieser Wein den klassischen Stil der Mosel-Rieslinge vergangener Jahrzehnte: Frucht, Säure und Mineralität in perfekter Harmonie. Die verfügbaren Verkostungsnotizen benachbarter Jahrgänge lassen auf einen wunderbar gereiften, komplexen und immer noch frischen Wein schließen.

Für Sammler und Liebhaber großer deutscher Rieslinge ist der 1976er Avelsbacher Hammerstein eine seltene Rarität – eine Flasche, die bei guter Lagerung auch nach fast fünf Jahrzehnten noch Genuss verspricht. Mit Preisen um die 100 Euro ist er im Vergleich zu anderen Spitzenrieslingen des Jahrgangs 1976 (die durchaus mehrere Hundert oder Tausend Euro kosten können) vergleichsweise erschwinglich – ein Glücksfall für alle, die das Glück haben, eine Flasche zu erwerben.

Jahrgang Jahrgang: 1976
Farbe Farbe: weiss
Erzeuger Erzeuger: Staatliche Weinbaudomäne Trier
Land Land: Deutschland
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Weisswein
Region Region: Mosel Saar Ruwer
Geschmack Geschmack: süss
Rebsorte Rebsorte: Riesling
Alkohol Alkohol: 8
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger