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Produktinformationen

Château Pétrus Pomerol 1982

Einleitung: Eine Wein-Ikone

Château Pétrus 1982 ist nicht einfach ein Wein; er ist eine Legende. Er verkörpert den vielleicht gefeiertsten Jahrgang des 20. Jahrhunderts für Bordeaux und repräsentiert die Krönung des Pomeroler Terroirs. Dieser Wein ist zum Inbegriff von Luxus, Seltenheit und zeitloser Qualität geworden und wird unter Kennern als einer der größten Rotweine aller Zeiten betrachtet.


1. Historischer & Jahrgangskontext

Der Jahrgang 1982 in Bordeaux

  • Klimatische Bedingungen: Ein nahezu perfekter, warmer und sonnenreicher Sommer mit optimaler Reifeperiode. Keine Hitzewellen, die die Trauben stressen, sondern konstante Wärme.

  • Revolutionärer Jahrgang: Markierte den Beginn der modernen Ära der Wein-Kritik, insbesondere durch Robert Parker Jr., der seine Potenz früh erkannte und vehement verteidigte.

  • Bordeaux im Wandel: Der Jahrgang bewies, dass Bordeaux auch opulente, fruchtbetonte und in der Jugend zugängliche Weine hervorbringen kann, ohne an Alterungspotenzial einzubüßen.

Die Besonderheit von Pétrus

  • Monopole: Im Besitz der Familie Moueix; kein "Château" im eigentlichen Sinne, sondern ein 11,4 Hektar großes, zusammenhängendes Rebgrundstück.

  • Terroir: Liegt auf einem einzigartigen, fast 40 Meter hohen Hügel aus blauem Ton mit einem Eisenoxid-reichen Untergrund („crase de fer“). Dieser Boden sorgt für exzellente Drainage und Wasserspeicherung selbst in trockenen Jahren.

  • Rebsorten: Fast ausschließlich Merlot (ca. 95-100% im Jahrgang 1982). Die spätreifende Sorte fand 1982 ideale Bedingungen.


2. Vinifikation & Ausbau

  • Lese: Von Hand, mit äußerster Selektion.

  • Fermentation: Traditionell in Beton- und Edelstahltanks.

  • Ausbau: 18-24 Monate in 100% neuen französischen Eichenfässern. Die Politik bei Pétrus war und ist, keine Kosten und Mühen zu scheuen.


3. Detaillierte Sensorische Analyse

Optik

  • Farbe: Tiefes, undurchdringliches Rubin mit violetten Reflexen. Auch nach über 40 Jahren zeigt er erstaunlich wenig Reife-Anzeichen am Rand – ein Zeichen außergewöhnlicher Konzentration und Farbstoffdichte.

  • Viskosität: Dicke, langsam herabrinnende „Tränen“ („Beine“) deuten auf hohen Extrakt- und Alkoholgehalt hin.

Nase

  • Primäraromen (Frucht): Eine Explosion reifer, dunkler Früchte: Pflaumenkompott, schwarze Kirschen, Maulbeere, Brombeerkonfitüre.

  • Sekundäraromen (Ausbau): Kostbar: Vanille, süße Gewürze (Nelke, Zimt), eine edige Röstaromatik von neuem Eichenholz, integriert und nicht dominierend.

  • Tertiäraromen (Alterung): Komplexe Schicht aus Trüffel, feuchtem Waldboden, Tabakblatt, Leder und einer hintersinnigen Minze- oder Eukalyptusnote.

  • Grundton: Das berühmte „Terror-Aroma“ von nassem Ton („blauer Lehm“) und Eisen ist ein wiederkehrendes, charakteristisches Markenzeichen.

Gaumen

  • Einstieg: Üppig und füllig, fast üppig. Eine Welle reifer, süßer Frucht überrollt den Gaumen ohne jede Herbheit.

  • Mittelteil: Enorme Dichte und Konzentration bei gleichzeitig schwebender Eleganz. Die Textur ist seidig, samtig und fett, getragen von einer perfekt eingebundenen, reifen Tanninstruktur.

  • Aromatik: Wiederholt die Bukett-Noten, ergänzt um Geschmack von Lakritz, Schokolade und einer delikaten Röstaromatik.

  • Säure: Erstaunlich frisch und lebendig – das verborgene Gerüst, das die Opulenz trägt und den Wein vor Schwere bewahrt.

Finale / Abgang

  • Länge: Phänomenal – verbleibt minutenlang mit sich wandelnden Aromen von Frucht, Mineralität und Gewürz.

  • Charakter: Kraftvoll, aber ausbalanciert, mit einem Gefühl vollkommener Harmonie und warmer, anhaltender Präsenz.


4. Reifezustand & Trinkfenster

  • Aktuelle Phase (2023+): Auf dem absoluten Höhepunkt seiner Entwicklung. Die jugendliche Kraft ist in eine komplexe Reife übergegangen, während die Frucht und Struktur intakt sind.

  • Potenzial: Dieser Wein hat das Potenzial, für weitere 20-30 Jahre auf diesem Plateau zu verweilen. Er ist ein Beweis für die Langlebigkeit perfekt ausbalancierter, konzentrierter Weine.

  • Empfehlung: Jetzt und für die nächsten Jahrzehnte trinkbar. Er bietet eine einzigartige Erfahrung, die seine Legitimation als Jahrhundertwein unter Beweis stellt.


5. Degustationsprotokoll & Service

  • Temperatur: 16-17°C.

  • Dekantierung: Zwingend empfohlen, 2-3 Stunden vor dem Genuss. Dies erlaubt dem Wein, sich zu entfalten, feine Sedimente abzusetzen und seine ganze Komplexität zu offenbaren.

  • Glas: Großes Burgunderglas, um die komplexe Duftentfaltung zu unterstützen.

  • Begleitung: Am besten pur zur vollen Wertschätzung. Passende Begleiter wären einfach zubereitetes, hochwertiges Jagdwild (Rehrücken), Trüffelgerichte oder ein reifer, kräftiger Käse wie ein Vieux Comté. Die Speise sollte den Wein nicht überdecken.


6. Bedeutung & Wert

  • Kultstatus: Pétrus 1982 ist ein Symbol für Wein-Exzellenz. Er ist regelmäßig in Auktionen die teuerste und gesuchteste Flasche des Jahrgangs.

  • Önologische Bedeutung: Er definierte den Stil moderner, opulenter Bordeauxweine neu, ohne klassische Eleganz und Alterungsfähigkeit zu opfern.

  • Preisentwicklung: Eine der besten Wein-Investitionen aller Zeiten. Eine ursprünglich für wenige hundert D-Mark verkaufte Flasche erreicht heute Auktionspreise im hohen vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich, abhängig von Provenienz und Lagerung.


7. Vergleich & Einordnung

  • Im Pomerol-Kontext: Unbestrittener König des Jahrgangs und der Appellation. Übertrifft nahezu jeden anderen Pomerol 1982 in Konzentration, Länge und Komplexität.

  • Im Bordeaux-Kontext: Steht auf einer Stufe mit den allerbesten First Growths des Jahrgangs (wie Mouton Rothschild, Lafite Rothschild) und wird von vielen als überlegen betrachtet.

  • Im historischen Kontext: Zählt zu den drei oder vier größten Pétrus-Jahrgängen des 20. Jahrhunderts (neben 1947, 1961, 1990).


8. Abschließende Bewertung & Fazit

Der Château Pétrus 1982 ist ein vollkommener Wein. Er vereint seltene Gegensätze:

  • Macht & Anmut: Er ist enorm kräftig und konzentriert, wirkt aber nie schwer oder aufdringlich.

  • Unmittelbarkeit & Ewigkeit: Schon in der Jugend zugänglich, besitzt er eine fast unerschöpfliche Lagerfähigkeit.

  • Frucht & Komplexität: Die ursprüngliche Opulenz reifer Früchte hat sich mit schier unendlichen tertiären Aromenschichten vermählt.

Fazit: Eine Degustation des Château Pétrus 1982 ist mehr als ein Weingenuss; es ist eine geschichtliche, önologische und sensorische Pilgerfahrt. Er ist der Maßstab, an dem große Merlot-dominierte Weine gemessen werden, und ein lebendiges Denkmal für die Magie, die entsteht, wenn ein perfekter Jahrgang auf ein mythisches Terroir und unnachgiebige Handwerkskunst trifft. Für den Sammler ist er ein Juwel, für den Liebhaber eine unvergessliche Erfahrung.


Sehr viel Geduld verlangt Petrus. 1988 durfte ich ihn zum ersten Mal im Düsseldorfer Caveau probieren. Sehr beeindruckende, hocharomatische Nase, doch am Gaumen Holz und Tannine pur, absolut zugenagelt. 11 Jahre später war der Petrus dann einer der Stars einer großen 82er Probe, irre Geschmacksdichte mit toller Süße – 100/100. 2002 auf einer Raritätenprobe war er zu Anfang der schwächste eines großen 82er Pomerol Flights und machte sie zum Schluß alle nieder – 100/100. 2005 auf René Gabriels großer Petrus Probe sehr schöne Nase, kräuterig im besten Lafleur-Sinne, Eukalyptus und Minze, schöne Länge am Gaumen, toller, aber für das derzeit Gebotene hoffnungslos überteuerter Wein, der allerdings noch viel Potential hat, vielleicht hätte ich ihn nur länger im Glas lassen sollen - 96/100. Zuletzt 2008 bei den Ungers schon recht weit und reif mit deutlicher Süße, aber auch der kräuterigen Aromatik eines Lafleur – 96/100 (Quelle: wineterminator.com Dr. Becker).
Jahrgang Jahrgang: 1982
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Château Pétrus
Land Land: Frankreich
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Bordeaux
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Merlot
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger