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Produktinformationen

Der Château Cheval Blanc 1947 ist kein Wein im klassischen Sinne. Es ist ein ureigenes Geschöpf der Natur, ein glücklicher Unfall der Geschichte. Von Kennern oft als der größte Cheval Blanc des 20. Jahrhunderts bezeichnet, ist dieser Wein ein paradoxes Genie, das allen Regeln der Önologie trotzt. In einer Zeit, in der Frankreich noch unter den Nachwirkungen des Krieges litt, entstand ein Tropfen von fast mythischer Kraft und unvergleichlicher Fülle.


🏛️ Einleitung: Eine gottgleiche Laune der Natur

Der Sommer 1947 war außergewöhnlich heiß; die Reben erlebten von April bis Oktober fast ununterbrochenes, perfektes Wetter. Die Lese begann am 15. September bei über 35 °C, zwei Wochen früher als üblich. Unter diesen fast tropischen Bedingungen erreichten die Trauben Zuckergehalte, die ohne moderne Kühltechniken kaum zu kontrollieren waren. Die damalige Kellermeister Gaston Vaissière und Jacques Fourcaud-Laussac schufen so einen Wein, der mit 14,4 % Alkohol, hoher flüchtiger Säure und einem Restzucker von ca. 10 g pro Liter konventionellen Bordeaux-Maßstäben geradezu absurd erscheinen musste. Heute bezeichnet man dieses Meisterwerk als "portweinähnlich" und "üppig" – einen Stil, den kein moderner Winzer so anstreben würde.


👃 Weinbeschreibung & Aromen: Ein Bouquet der Superlative

Optisch zeigt sich der Wein je nach Flasche in einem erstaunlich lebendigen Rubinrot mit einem Hauch von Granat am Rand oder in dunkleren, fast undurchdringlichen Nuancen. Betrachtet man die überlieferten Notizen, so ergibt sich ein facettenreiches Bild:

Das Bukett ist überwältigend: Von Fruchtkuchen, dunkler Schokolade, edlem Leder und Kaffee bis hin zu exotischen asiatischen Gewürzen. Oft gesellen sich intensive Noten von reifen Pflaumen, mit Alkohol mazerierten Brombeeren und eine überraschend frische Minze hinzu. Bei einigen Flaschen dominieren auch Kirscharomen, Zedernholz, Tabak und erdige Noten.

Die Textur des Weins ist sein berühmtestes Merkmal: dickflüssig, ölig, fast sirupartig. Er gleicht schwerem Motoröl, ist von einer beinahe unnatürlichen Dichte und umhüllt den Gaumen mit einer cremigen Süße, die an jungen Portwein erinnert. Die süßen Aromen von dunklen Beeren, Mokka und Vanille werden jedoch von einer verblüffend frischen Säure durchzogen, die dem massiven Körper eine elegante Balance verleiht. Das Tannin ist noch immer präsent, aber kauig und nobel. Das extrem lange Finale hallt mit Noten von Kaffeesatz, Lakritze und Sojasauce nach.


📝 Die Wertungen der Kritiker: Eine Bestätigung der Legende

Die folgende Tabelle fasst einige der höchsten Bewertungen für diesen legendären Wein zusammen:

Kritiker / QuelleBewertungDatum der BewertungAnmerkungen
Robert Parker (The Wine Advocate)100Feb. 2014"Das gewaltige Bouquet von Fruchtkuchen, Schokolade, Leder, Kaffee und asiatischen Gewürzen ist atemberaubend."
Michael Broadbent5 Sterne (Bestnote)Diverse"Es ist nicht nur der beeindruckendste, berühmteste '47er, sondern ohne Zweifel einer der größten Weine aller Zeiten."
Vinous (Antonio Galloni)96Jun. 2016"Fast unnatürlich dicht... Pflaume, Mokka, dunkle Gewürze, Soja, Espresso, Leder."
Ian d'Agata (Hedonism)98Okt. 2011"Breit, üppig und süß... fast portweinartig... extrem langer Abgang."
Jancis Robinson19.5/202017"Faszinierend. So üppig... sehr reich mit Charakter von Hustensaft. Sehr langer Abgang."
Wine Spectator95"Dunkle Farbe, dicke Textur, hoher Alkohol und reiche Aromen von gerösteten Früchten, Schokolade und Mineralien."
Tastingbook (Algorithmus)100AktuellWertet über 50 professionelle Kritiken und Nutzerbewertungen aus, höchstes Prädikat

🍽️ Speisenempfehlung

Ein Wein dieser Macht und Exotik verdient eine ebenso durchdachte Begleitung. Die offizielle Website des Château Cheval Blanc empfiehlt, intensive Zutaten wie Eier, Tomaten oder Zitrusfrüchte zu vermeiden und stattdessen auf qualitativ hochwertige Gerichte zu setzen. Ideal sind:

  • Rind- und Wildgerichte: Gegrilltes Rinderfilet, Lammkeule oder Hirschrücken harmonieren perfekt mit den kräftigen Aromen.

  • Klassisches Geflügel: Gebratene Taube, Ente oder Perlhuhn.

  • Reifkäse: Ein cremiger Brillat-Savarin oder ein nussiger, gereifter Mimolette Hartkäse.

  • Serviertemperatur: Genießen Sie ihn bei etwa 16 °C.


🎁 Preis & Verfügbarkeit

  • Standardflasche (750 ml): Eine Château-Abfüllung kann €10.900 oder mehr kosten, eine Vandermeulen-Abfüllung etwa €4.750. Die Preise variieren stark je nach Herkunft und Zustand.

  • Auktionspreise: Eine Einzelflasche wurde im Juni 2024 bei Christie's in London für etwa 15.111verkauft[reference:34][reference:35].EinPaarFlaschenwechselteimFebruar2024fu¨r16.605 den Besitzer.

  • Raritäten: Eine 6-Liter-Imperialflasche erzielte bei Christie's in Genf den atemberaubenden Preis von £192.000.


⏳ Trinkfenster & Verfügbarkeit

Die verbleibenden, originalgetreu gelagerten Flaschen sind extrem rar. Das Château selbst besitzt nur noch 16 Flaschen, die den Besitzer nie verlassen werden. Der ideale Trinkzeitpunkt für diesen Wein liegt jetzt, da einige Exemplare erste Alterserscheinungen zeigen und im Glas an Kraft verlieren. Ein Zuwarten wäre ein hohes Risiko.


👑 Vandermeulen vs. Château-Abfüllung: Eine entscheidende Nuance

Eine kritische Nuance in der Geschichte des 1947er Cheval Blanc ist die Unterscheidung zwischen der Château-Abfüllung und der Abfüllung durch den belgischen Weinhändler Vandermeulen.

Die Château-Abfüllung gilt als die kraftvollere, konzentriertere und dichtere Variante, die den legendären Ruf des Weins begründete. Die Vandermeulen-Abfüllung hingegen wird oft als etwas süßer beschrieben, mit einem weicheren, reiferen Charakter, der ebenfalls höchste Qualität erreichen kann. Kritiker bemerken jedoch, dass die Vandermeulen-Flaschen, obwohl anfangs sehr zuverlässig, mittlerweile stärkeren Schwankungen unterliegen können.

Die Tabelle zeigt die häufigsten Merkmale beider Abfüllungen im Vergleich:

MerkmalChâteau-AbfüllungVandermeulen-Abfüllung
StilKraftvoll, konzentriert, dichtSüßer, weicher, zeigt etwas mehr Reife
AromaprofilMokka, Pflaume, Espresso, Leder, dunkle WürzeFruchtkuchen, Schokolade, Kaffee, exotische Gewürze
KonsistenzFast unnatürlich dicht, öligDickflüssig, buttrige Textur
Authentizität & RisikoGilt als etwas weniger fälschungsgefährdet, da direkter vom ChâteauSehr hohes Fälschungsrisiko; Experten schätzen, dass bis zu 75 % der im Umlauf befindlichen Flaschen nicht authentisch sein könnten

Die Entscheidung, welche Abfüllung die "bessere" ist, hängt stark vom Zustand der einzelnen Flasche und dem persönlichen Geschmack des Trinkers ab. Im Zweifel ist die Château-Abfüllung die sicherere Bank, während die Vandermeulen-Variante bei perfekter Provenienz ein unvergessliches Erlebnis bieten kann.


💎 Fazit: Ein Mythos im Wandel der Zeit

Der Château Cheval Blanc 1947 ist weit mehr als ein Wein; er ist ein Kapitel der Weinbaugeschichte. Er ist der Beweis, dass die größten Meisterwerke oft aus Notwendigkeit und Chaos entstehen, nicht aus Perfektion. Er ist ein Wein der Widersprüche, ein zartes Gleichgewicht zwischen technischem "Makel" und olfaktorischer Perfektion.

Dennoch mahnen selbst seine größten Verehrer zur Vorsicht. Die Zeit hinterlässt auch an einer Legende ihre Spuren, und die Gefahr von Fälschungen ist real. Wer diesem Mythos nachjagt, sollte dies nur mit Flaschen von absolut makelloser Herkunft tun.

Ein perfektes Exemplar zu öffnen, ist jedoch mehr als eine Verkostung. Es ist eine Reise in eine vergangene Ära, ein Eintauchen in ein überirdisches Geschmackserlebnis, das Worte oft schuldig bleiben muss.

Eine der 47er Weinlegenden ist Cheval Blanc. Seit Anfang der 50er Jahre ist dieser Wein voll trinkbar und sorgte seitdem mit seiner üppigen, portigen Art immer wieder für Aufsehen. Leider gibt es inzwischen nicht nur zuviel weit gereiste Flaschen und massenweise Fälschungen. Dazu fängt Cheval Blanc in allen Flaschen, die nicht bestens über lange Zeit in EINEM Keller gelagert wurden, an zu schwächeln. Meine schönsten Flaschen waren 1992 eine Vandermeulen-Abfüllung - unglaublich tiefe, kräftige Farbe, die eher an einen 82er als an einen 45 Jahre alten Wein erinnerte. Dick, fleischig, an Port erinnernd, sehr lang und nochmal eine Klasse besser als der schon mit Bestnote bewertete 47er Margaux 100/100 - und 1993 eine perfekte Chateau-Abfüllung auf unserer Jahrhundertprobe. Danach kamen zahlreiche Magnums, für die mir einfach der Glaube fehlt, bis auf eine 1997 auf einer großen Probe zum 50. eines Weinfreundes, verhaltene Nase, wie meine VDM´s am Gaumen portig, sehr kräftige Farbe, dicht, konzentriert, nicht die Klasse früherer Cheval 47er, aber sicher ehrlicher - 96/100. Auch in den sonst sehr zuverlässigen Vandermeulen-Versionen ist Cheval Blanc inzwischen nicht immer mehr das, was er mal war. Bevor Sie also für viel Geld vergeblich einem Mythos hinterherlaufen: Cheval Blanc nur noch in wirklich sehr gutem Zustand aus einwandfreier Herkunft kaufen. Wie schön, wenn dann wie 2006 in der großen Cheval Blanc Probe auf der Stromburg die Ausnahme die Regel bestätigt. einer perfekten Vandermeulen-Abfüllung, die keinerlei Schwäche zeigte. Das war ein unglaublicher Weinriese, perfekt gereift und auf dem Punkt mit Kaffee pur, unendlicher, seidiger Eleganz, druckvoller Aromatik und irrer Länge am Gaumen. Egal, mit welchen Superlativen man ihn auch beschreibt, diesem grandiosen Erlebnis kann man mit Worten kaum gerecht werden. Natürlich locker 100/100, ich hätte nicht gedacht, dass ich 47 Cheval Blanc in dieser Form noch mal erleben darf. Und dann setzte 2007 eine perfekte Chateau-Abfüllung noch mal eins drauf. Seit über 25 Jahren im Müllerschen Keller. Immer noch eine undurchdringliche Mörderfarbe. In der Nase feinster Portwein, etwas Minze, Tee, Kräuter, Fülle, ein irres Nasenspiel, auch am Gaumen portig ohne Ende, sehr süß, unglaublich intensiv, kraftvoll, am Gaumen gar nicht mehr aufhörend. Es fällt schwer, dieses Monument mit den richtigen Worten zu beschreiben. Aber in der Form, wie sich diese Chateau-Abfüllung hier präsentierte, ist das einer, wenn nicht der Höhepunkt im Leben eines Weintrinkers – 100/100 ohne wenn und aber. Im Sommer 2007 dann eine nicht näher identifizierbare, belgische Händlerabfüllung. Die kam mit der Chateau-Abfüllung, wie ich sie noch 4 Monaten vorher bei Jörg Müller genießen durfte, nicht mit. Das war hier ein kompletter, großer Wein, der aber sehr medoc-ähnlich wirkte und dem die portige Fülle und hedonistische Dekadenz der Chateau-Abfüllung fehlte – 96/100. Im Herbst 2007 auf einer großen Probe dann leider eine offensichtlich gefälschte Magnum und zwei recht dubiose Vandermeulen-Flaschen. Zuletzt 2008 auf René Gabriels großer Cheval-Probe eine authentische, unsterblich schöne Flasche, 100/100 ohne wenn und aber (Quelle: wineterminator.com Dr. Becker).
Jahrgang Jahrgang: 1947
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Château Cheval Blanc
Land Land: Frankreich
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Bordeaux
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 2250 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger