Lheraud - Cru Fine Petit Champagne Cognac hors d'âge 1938 700ml 43% alc. by vol with OC and certificate bt N°299
1.490,00 €*
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Füllniveau into neck, Etikett und Kapsel gut.
Produktinformationen
Lheraud Fine Petit Champagne Cognac Hors d’Âge 1938
1. Einleitung und Herkunft
Der Lheraud Fine Petit Champagne Cognac Hors d’Âge 1938 ist ein Unikat unter den Vintage-Cognacs. Während viele große Häuser auf Assemblagen setzen, ist das Haus Lheraud (gegründet 1680) bekannt für seine streng nach Jahrgängen (Millésimes) abgefüllten Cognacs. Die Bezeichnung Hors d’Âge (französisch für „jenseits des Alters“) ist eine Qualitätsbezeichnung, die besagt, dass der Cognac das höchste Alterungsstadium erreicht hat – bei dieser Abfüllung liegt das Durchschnittsalter der verwendeten Eaux-de-Vie weit über den gesetzlichen Mindestanforderungen (die für Hors d’Âge bei mindestens 6–10 Jahren liegen, hier jedoch oft 50–80 Jahre beträgt).
Der Jahrgang 1938 ist historisch besonders bedeutsam: Er entstammt einer Zeit unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Reben, aus denen dieser Cognac destilliert wurde, wuchsen noch in einer Ära traditioneller, nicht industrialisierter Weinbaupraktiken.
2. Cru und Terroir
Dieser Cognac stammt aus der Region Fine Petite Champagne. Die Champagne-Cognac-Region ist in verschiedene Crus unterteilt. Fine Petite Champagne bedeutet, dass die Eaux-de-Vie ausschließlich aus der Petite Champagne stammen, einem Gebiet, das für seine Kreideböden (crayeux) bekannt ist.
Terroir: Die Kreideböden der Petite Champagne verleihen dem Cognac eine außergewöhnliche Feinheit, Blume (floraler Charakter) und vor allem ein enormes Alterungspotenzial. Cognacs aus diesem Cru sind bekannt für ihre Langlebigkeit und entwickeln über Jahrzehnte hinweg Komplexität, ohne ihre Struktur zu verlieren.
Unterschied zu Grande Champagne: Während die Grande Champagne als das „Premier Cru“ gilt, steht die Petite Champagne ihr in der Qualität kaum nach, wird jedoch oft als etwas feiner und weniger erdig beschrieben.
3. Herstellung und Reifung
Destillation
Der Jahrgang 1938 wurde nach traditioneller Methode in kleinen Kupferbrennblasen (Alambic Charentais) destilliert. Typisch für die damalige Zeit erfolgte die Destillation auf Hefe (mit Feinlesse), was dem Cognac einen vollmundigen, kräftigen Körper verleiht, der auch nach fast einem Jahrhundert noch spürbar ist.
Fassreifung
Die Reifung erfolgte über viele Jahrzehnte in alten, feuchten Kellern in Limousin-Eichenfässern. Bei einem Cognac dieses Alters ist der Einfluss des Holzes längst in den Hintergrund getreten. Die Tannine haben sich vollständig abgebaut; die Farbe ist typischerweise ein tiefes Mahagoni bis Bernstein mit grünlichen Reflexen (dem sogenannten cercle vert, ein Zeichen extrem langer Fassreifung und hoher Qualität).
Der Begriff Hors d’Âge ist hier nicht nur Marketing, sondern Notwendigkeit: Dieser Cognac erreichte seinen Höhepunkt der Reife vermutlich erst nach 50 bis 70 Jahren im Fass. Die Abfüllung erfolgte vermutlich durch das Haus Lheraud in den letzten Jahrzehnten direkt aus dem Fass, um den natürlichen Alkoholgehalt (meist um die 40–45 % vol.) zu bewahren.
4. Sensorische Beschreibung (Verkostungsnotizen)
Basierend auf Analysen ähnlicher Lheraud-Jahrgänge aus den 1930er–1940er Jahren sowie auf Fachverkostungen solcher Raritäten ergibt sich folgendes Profil:
Farbe:
Tiefer,
glänzender Bernstein mit gold-orangenen Reflexen und einem deutlichen
grünen Rand (Cercle vert), der auf das extrem hohe Alter hinweist.
Nase:
Die
Nase ist außergewöhnlich komplex und delikat. Aufgrund der
jahrzehntelangen Oxidation sind die typischen „jungen“ Fruchtnoten
(Traube, Pflaume) verschwunden.
Primär: Alte Rancio-Noten: Walnuss, Trüffel, Leder, Tabak, Zedernholz.
Sekundär: Exotische Gewürze (Safran, alter Ingwer), getrocknete Blumen (Veilchen, Lindenblüte), Orangenzeste.
Tertiär: Ein Hauch von Madeira, altem Sherry, Bienenwachs und edlen Holzölen.
Gaumen:
Trotz des hohen Alters überrascht der Gaumen oft mit einer subtilen, aber präsenten Struktur.
Auftakt: Weich, ölig, fast sirupartig.
Mitte: Explosion von Rancio-Aromen: Pilze, altes Eichenholz, kandierte Früchte (Orangeat) vermischt mit einem kühlen, mineralischen Finish, das vom Kreideboden zeugt.
Abgang: Extrem lang, fast endlos. Trockene, würzige Noten von Kakao und altem Tabak bleiben haften.
Alkohol:
Der
Alkohol ist vollständig integriert. Es gibt keinerlei Schärfe; der
Cognac lässt sich selbst bei höherem Alkoholgehalt (oft naturbelassen,
ohne Zusatz von Wasser) mit außergewöhnlicher Milde trinken.
5. Rarität und Wert
Cognacs aus dem Jahr 1938 sind extrem selten. Die damalige Produktion war begrenzt, und durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs sowie die natürliche Verdunstung („Anteil der Engel“ – Part des Anges) in den Fässern über 80+ Jahre hinweg sind nur noch wenige Flaschen existent.
Limitierung: Lheraud füllt solche Jahrgänge meist nur in sehr kleinen Kontingenten ab (oft weniger als 100–500 Flaschen pro Jahrgang, wenn überhaupt).
Sammlerwert: Für Liebhaber von Vintage-Cognacs ist dies ein absolutes Sammlungsstück. Es handelt sich nicht um einen trinkfertigen „Konsumgegenstand“ im herkömmlichen Sinne, sondern um ein historisches Artefakt der Brennkunst.
Preisklasse: Flaschen dieser Art (Lheraud, 1938, Hors d’Âge) bewegen sich im Fachhandel oder auf Auktionen (z. B. Sotheby’s, Christie’s) im Bereich von mehreren tausend Euro (ca. 3.000–8.000 €), abhängig vom Zustand der Flasche (Füllhöhe, Kapsel, Etikett).
6. Trinkempfehlung
Dieser Cognac ist kein Mixgetränk. Er wird pur getrunken, um die aromatische Komplexität würdigen zu können.
Temperatur: Empfohlen wird eine Serviertemperatur von ca. 18–20 °C. Zu kalt serviert verschließen sich die feinen Rancio-Aromen.
Glas: Am besten eignet sich ein Tulpen- oder Ballonglas, das es ermöglicht, die Nase zu sammeln. Vor dem Trinken sollte der Cognac im Glas einige Minuten atmen, um die oxidativen Noten vollständig zu entfalten.
Begleitung: Aufgrund der extremen Intensität sollte man ihn am besten für sich allein als Digestif genießen. Höchstens ein kleines Stück dunkle Schokolade (mind. 70 % Kakao) oder etwas Parmesan (Parmigiano Reggiano) harmoniert mit den Rancio- und Nussaromen.
7. Fazit
Der Lheraud Fine Petit Champagne Cognac Hors d’Âge 1938 ist weit mehr als ein Spirituose. Er ist ein Zeitdokument aus einer längst vergangenen Ära des Weinbaus. Durch die Kombination des Terroirs der Petite Champagne, der handwerklichen Destillation von 1938 und der extrem langen Reifung im Fass (Hors d’Âge) entsteht ein Cognac, der die höchste Stufe der Altersentwicklung erreicht hat: die Phase des Rancio.
Für den Sammler stellt er eine lohnende Investition in greifbare Geschichte dar; für den Genießer ist er ein seltenes Erlebnis, das Geduld und Aufmerksamkeit belohnt. Aufgrund seines Alters und der natürlichen Verdunstung variiert der Geschmack von Fass zu Fass, was jede Flasche zu einem absoluten Einzelstück macht.
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Jahrgang: | 1938 |
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Farbe: | bernstein |
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Erzeuger: | Lheraud |
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Land: | Frankreich |
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Produktart: | Spirituosen |
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Weinart: | Cognac |
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Region: | Cognac |
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Geschmack: | trocken |
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Rebsorte: | Ugni Blanc |
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Alkohol: | 43 |
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Füllmenge: | 700 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger