Château Mouton Rothschild 1963
1.390,00 €*
1 Sofort verfügbar
Füllniveau low shoulder, Kapsel gut und Etikett beschädigt.
Produktinformationen
Der Jahrgang 1963 von Château Mouton Rothschild ist ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte dieses berühmten Premier Grand Cru Classé. Er stammt aus einem der schwierigsten Weinjahre des 20. Jahrhunderts in Bordeaux und bietet daher ein Profil, das sich deutlich von den großen, legendären Jahrgängen des Châteaus unterscheidet. Die folgenden Abschnitte bieten einen detaillierten Überblick über diesen besonderen Wein, von seiner Entstehungsgeschichte und seinem Geschmacksprofil bis hin zu seiner heutigen Bewertung und seinem Marktwert.
🌧️ Ein Jahrgang der Extreme: Der 1963er in der Bordeaux-Historie
Um den Château Mouton Rothschild 1963 zu verstehen, muss man sich zuerst das Jahr vor Augen führen, aus dem er stammt. Das Wetterjahr 1963 war in Bordeaux außergewöhnlich ungünstig. Ein strenger Winter ging in einen trüben und kühlen Frühling über, was zu einem schleppenden Austrieb und einer ungleichmäßigen Blüte führte. Die folgenden Sommermonate brachten nicht die dringend benötigte Wärme und Sonne, um die Trauben zur vollen Reife zu bringen .
In der Weinbauregion Bordeaux wird dieser Jahrgang daher einhellig als "schockierend schlecht" (shockingly bad) und von "unterdurchschnittlicher Qualität" (below average) beschrieben . Dies ist der entscheidende Hintergrund für alle folgenden Bewertungen. Ein großer Name und ein erstklassiges Terroir können die Launen der Natur nicht immer ausgleichen. Der 1963er ist somit kein Ausdruck der typischen Größe von Mouton Rothschild, sondern ein Dokument der Verletzlichkeit des Weins gegenüber den Elementen.
🍷 Charakter und Verkostungsnotizen
Die Bewertungen für den Mouton 1963 sind, wie bei einem so alten Wein aus einem schwachen Jahrgang zu erwarten, sehr unterschiedlich und hängen stark vom Erhaltungszustand der einzelnen Flasche ab. Im besten Fall bietet er noch ein interessantes, wenn auch nicht mehr jugendliches Geschmackserlebnis.
Die Beschreibungen der Verkoster zeichnen ein detailliertes Bild:
Farbe: Im Glas zeigt er eine bräunlich-rote Farbe mit einer wässrigen Randaufhellung, ein klares Zeichen für sein fortgeschrittenes Alter .
Nase (Geruch): Das Bouquet wird oft als der interessanteste Teil des Weins beschrieben. Hier finden sich Aromen von Tabak, Erde, Tomaten, leicht gekochten Erdbeeren und einem Hauch von Johannisbeersirup . Einige Verkoster nahmen auch eine angenehme Würze und eine gewisse "stinkige" Frucht wahr, die Komplexität andeutet .
Gaumen (Geschmack): Am Gaumen zeigt sich der Wein meist leicht und einfach . Die Aromen sind oft blattartig (leafy) mit Noten von kaltem Tee und einer gewissen grünen Note, was auf die mangelnde Reife der Trauben hindeutet . In gut erhaltenen Flaschen kann er aber auch eine überraschende Süße und Fruchtigkeit mit Noten von braunem Zucker, eingekochten Beeren und Schokolade bieten .
Struktur: Die Tannine sind, falls überhaupt noch vorhanden, nur noch eine leichte Andeutung. Die Säure ist mittel bis niedrig, und der Ablauf ist oft eher kurz .
Ein Verkoster fasste es treffend zusammen: "Beide Flaschen, die ich probiert habe, waren in gutem Zustand. Anständige, aromatische Tabak-Nase. In der Nase besser als am Gaumen. Leichter Körper, ein sehr, sehr reifer, weicher und einfacher Wein, aber immer noch recht angenehm" . Der Wein ist seit Jahrzehnten über seinen Höhepunkt hinaus und muss jetzt getrunken werden .
🏅 Bewertungen und Kritiken
Die offiziellen Bewertungen spiegeln die heterogene Natur dieses Weins wider. Die Spanne reicht von enttäuschend bis zu einer bemerkenswerten Höchstnote für eine außergewöhnlich gut erhaltene Flasche.
Durchschnittliche Bewertungen: Plattformen, die verschiedene Quellen zusammenfassen, vergeben Werte um die 82 Punkte (Tastingbook) , während andere einen Durchschnitt von 78/100 nennen .
Professionelle Kritiken: Der bekannte Kritiker Wine Spectator bewertete den Wein mit 77 von 100 Punkten . Eine einzelne Kritik auf Wine-Searcher vergab sogar nur 68 von 100 Punkten und nannte ihn enttäuschend .
Nutzerbewertungen: Auch unter Weingenießern sind die Meinungen geteilt. Während die Nutzerbewertungen auf Wine-Searcher mit 2,5 von 5 eher verhalten ausfallen , gibt es auf Tastingbook eine Verkostungsnotiz, die dem Wein in einem sehr guten Zustand 90 Punkte verleiht und ihn als "pleasant surprise" bezeichnet . Eine andere Notiz vergab 75 Punkte .
Diese Diskrepanz zeigt, dass der Zustand der Flasche alles ist. Ein 1963er Mouton, der sein ganzes Leben lang unter idealen Bedingungen im Keller lag, kann durchaus noch ein faszinierendes und genussvolles Erlebnis bieten. Eine schlecht gelagerte Flasche wird hingegen wahrscheinlich enttäuschen.
🎨 Die Künstler-Etikette: Bernard Dufour
Ein besonderes Merkmal jedes Mouton Rothschild-Jahrgangs ist das von einem berühmten Künstler gestaltete Etikett. Für den Jahrgang 1963 schuf der französische Künstler Bernard Dufour (1922-2016) das Kunstwerk .
Dufours Werk aus dieser Zeit bewegte sich hin zu einer figurativeren Malerei, oft mit Selbstporträts oder männlichen Köpfen. Für das Mouton-Etikett wählte er ein sinnliches Motiv: die Gegenüberstellung einer Traube und eines länglichen, weiblichen Körpers . Diese Darstellung wird durch eine Zeile des Dichters Stéphane Mallarmé aus seinem Gedicht "L'après-midi d'un faune" ergänzt: "Ainsi, quand des raisins j'ai sué la clarté..." (So, wenn ich aus Trauben die Klarheit schwitzte...). Diese Kombination aus Bild und Poesie verleiht der Flasche eine zusätzliche, tiefgründige Dimension und macht sie auch für Sammler interessant, die sich für die künstlerische Komponente interessieren .
💰 Marktinformationen: Preis und Verfügbarkeit
Trotz der geringen Wertschätzung für den Jahrgang selbst, bleibt der Name Mouton Rothschild ein Garant für hohe Preise. Der 1963er ist heute vor allem ein Sammlerstück, weniger ein Wein zum Genuss.
Preisspanne: Die Preise variieren stark je nach Quelle, Zustand der Flasche (Füllstand, Etikett, Korken) und Auktionshaus.
Eine Preisübersicht auf Wine-Searcher nennt einen durchschnittlichen Preis von etwa HK$ 22.132 (umgerechnet ca. 2.600 €) für eine 75cl-Flasche .
Auf der Auktionsplattform iDealwine wurde der Preis für das Jahr 2025 zwischen 533 € und 1.089 € geschätzt, mit einem jüngsten Auktionsergebnis von 1.089 € im April 2025 .
Ein Händler in Frankreich bot den Wein für 840 € an, während ein anderer 3.450 € verlangte .
Verfügbarkeit: Der Wein ist nicht mehr im regulären Handel erhältlich, taucht aber regelmäßig auf Weinauktionen und bei spezialisierten Online-Händlern auf . Interessenten sollten beim Kauf penibel auf die Beschreibung des Zustands (Füllstand, Etikett, Herkunft) achten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Château Mouton Rothschild 1963 ein Wein der Gegensätze ist: Ein schwacher Jahrgang eines der größten Weingüter der Welt, der in perfektem Zustand noch Momente überraschender Freude bereiten kann, meist aber vor allem als historisches und künstlerisches Sammlerstück dient.
|
|
Jahrgang: | 1963 |
|---|---|---|
|
|
Farbe: | rot |
|
|
Erzeuger: | Château Mouton Rothschild |
|
|
Land: | Frankreich |
|
|
Produktart: | Wein |
|
|
Weinart: | Rotwein |
|
|
Region: | Bordeaux |
|
|
Geschmack: | trocken |
|
|
Rebsorte: | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot |
|
|
Alkohol: | 14 |
|
|
Füllmenge: | 750 ml |
Anmelden
Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger