Château Lafite Rothschild 1970
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Füllniveau top shoulder, Kapsel und gut.
Produktinformationen
Der Jahrgang 1970 von Château Lafite Rothschild präsentiert sich als ein faszinierendes und vielschichtiges Kapitel in der Geschichte dieses berühmten Premier Cru Classé. Im Gegensatz zum schwierigen und historisch eher kuriosen Jahrgang 1973, steht der 1970er für einen klassischen, traditionellen Bordeaux, der jedoch im Laufe der Jahrzehnte eine bemerkenswert gespaltene Kritik erfahren hat. Er ist ein Wein der Gegensätze: mal als "First Growth de choix" gefeiert, mal wegen seiner hohen Säure kritisiert . Dieser Bericht beleuchtet die verschiedenen Facetten dieses Weines anhand der verfügbaren Quellen.
Überblick und Charakteristika
Der Château Lafite Rothschild 1970 ist ein Rotwein aus der Appellation Pauillac, dem berühmten Weingebiet im Médoc, Bordeaux. Als Premier Grand Cru Classé der Klassifikation von 1855 repräsentiert er die höchste Stufe der Weinkunst der Region . Die genaue Rebsatz-Zusammensetzung kann je nach Quelle variieren, besteht aber typischerweise aus den klassischen Rebsorten der Region. Historisch gesehen wurde der Wein oft mit einem sehr hohen Anteil an Cabernet Sauvignon gekeltert, teils über 90% . Die heutige Zusammensetzung des Weinguts liegt bei etwa 70% Cabernet Sauvignon, 25% Merlot, sowie kleineren Anteilen Cabernet Franc und Petit Verdot .
Die Bewertungen dieses Weines sind außergewöhnlich breit gefächert und spiegeln sowohl die unterschiedlichen Erwartungen an einen Wein dieses Alters als auch die Probleme der Lagerung und Flaschenvariation wider. Die Spannweite reicht von 80 Punkten in einer enttäuschten Community-Verkostung über 85 Punkte von Robert Parker in den 1990ern bis hin zu herausragenden 94 Punkten von Vinous im Jahr 2023 . Auch der Aggregator Tastingbook verzeichnet einen guten Wert von durchschnittlich 92 Punkten . Der Weinhandel listet den 1970er Lafite als begehrtes Sammlerstück; Preise für eine Einzelflasche beginnen im unteren dreistelligen Bereich, während Magnumflaschen oder solche mit exzellenter Provenienz deutlich höher gehandelt werden .
Geschmacksprofile: Ein Monument der Gegensätze
Die Geschmacksbeschreibungen des Château Lafite Rothschild 1970 könnten unterschiedlicher nicht sein und hängen entscheidend vom Zustand der einzelnen Flasche und dem Verkostungszeitpunkt ab.
Die positive Perspektive: Der elegante Klassiker
Zahlreiche Verkoster zeichnen das Bild eines zwar alternden, aber immer noch bezaubernd eleganten Weines. Neal Martin von Vinous schwärmte bei einer Verkostung im September 2023 von einem Wein mit "lovely delineation and vitality". Er fand Noten von kandierter Orangenschale, reiner roter Frucht und Graphit. Am Gaumen zeigte sich der Wein für ihn feingliedrig mit "panache and verve" und er zog den Schluss, dies könnte sein "First Growth de choix" im Jahrgang 1970 sein . Auch Jane Anson beschrieb den Wein 2021 als "moreish" mit Aromen von Lagerfeuer, gebürstetem Leder, wilden Erdbeeren und einer salzigen Austernschalen-Note . Der Weinhändler Comptoir des Millesimes fasst den Stil als konzentriert mit aromatischen Noten von Cassis und Tee zusammen und betont die Eleganz und Fülle der Aromen, die für Lafite typisch ist . Eine Verkostungsnotiz auf Tastingbook vergab sogar 96 Punkte und hob die "fantastische Nase" mit Feigen, Pflaumen, Tabak und Leder sowie eine "atemberaubende Eleganz" am Gaumen hervor . Jancis Robinson beschrieb einen Moment, in dem der Wein nach einer halben Stunde im Glas "absolut herrlich" wurde, nachdem er anfangs herb wirkte .Die kritische Perspektive: Von der Säure gezeichnet
Die Gegenposition wird eindrucksvoll von Robert Parker vertreten, der den Wein mehrfach als Enttäuschung bezeichnete. In seiner Verkostung 1996 bemängelte er eine "annoyingly high acidity", die problematisch sei, da der Wein nicht genug "Frucht, Fett und Extrakt" besitze, um diese Säurestruktur zu kaschieren. Sein vernichtendes Urteil: "Dies ist ein Wein, der auf dem Auktionsmarkt weitaus mehr Wert hat als auf dem Esstisch" . Diese Erfahrung teilen auch andere Verkoster. The Wine Cellar Insider beschrieb den Wein im Februar 2024 als "scharf, hell und knackig, mit mehr Säure als Frucht" und sah "nicht viel übrig für Vergnügen" . Ein Nutzer auf CellarTracker fand den Wein ebenfalls über seinem Zenit, mit einem "mild unangenehmen Tanninrückstand" und einem kurzen Abgang .Die Realität alter Flaschen: Ein Lotteriespiel
Die große Diskrepanz zwischen den Bewertungen zeigt, dass der Genuss einer Flasche Lafite 1970 einem Glücksspiel gleicht. Viele Quellen bestätigen, dass der Wein sich in einer Phase des sanften Niedergangs ("gentle fade") befindet . Die Bandbreite der Beschreibungen reicht von "perfektem Beispiel des klassischen Bordeaux" mit Zedernholz, Tabak, Bleistift und feuchter Erde (2018) bis hin zu einem "mürben, grünen Wein" mit Aromen von Tomaten und Kräutern (2024) . Der Zustand der Flasche (Füllstand, Korken, Lagerhistorie) ist hier der entscheidende Faktor für ein positives oder negatives Erlebnis.
Historischer Kontext und Bedeutung
Der Jahrgang 1970 gilt in Bordeaux als klassischer, traditioneller Jahrgang, der oft im Schatten der als großartig erachteten Jahre 1961 oder 1982 steht. Er produzierte Weine, die für eine lange Reifezeit gemacht waren. Im Kontext des Weinguts Château Lafite Rothschild ist der 1970er ein Zeugnis der Ära vor der großen technologischen Modernisierung, die in den 1980er und 1990er Jahren Einzug hielt. Die Weinbereitung war damals traditioneller, mit längerer Fassreife (etwa 30% neue Barriques) und kürzerer Maischestandzeit . Er ist somit ein Vertreter eines Weinbau-Stils, der auf Extrakte und Kraft setzte, um eine jahrzehntelange Reife zu ermöglichen – ein Stil, der bei manchen Flaschen bis heute glorreich funktioniert und bei anderen zu einer unbefriedigenden Säuredominanz geführt hat.
Zusammenfassung der Bewertungen
Die folgende Tabelle stellt die unterschiedlichen Bewertungen und Eindrücke gegenüber, um das gespaltene Echo auf diesen Wein zu verdeutlichen:
Fazit
Der Château Lafite Rothschild 1970 ist zweifellos ein großer Wein der Bordeaux-Geschichte, doch sein Genuss in der heutigen Zeit ist mit erheblichen Risiken verbunden. Er steht sinnbildlich für die Herausforderungen, die sehr alte Weine mit sich bringen: Selbst bei einem Premier Cru Classé entscheidet die individuelle Lagerungsgeschichte einer Flasche darüber, ob man das Erlebnis eines eleganten, vielschichtigen Klassikers hat oder einer säurebetonten, bereits verblassenden Reliquie gegenübersteht.
Wer eine Flasche besitzt oder erwerben möchte, sollte den Füllstand und die Provenienz genau prüfen. Eine Flasche mit exzellenter Herkunft kann durchaus ein atemberaubendes Geschmackserlebnis bieten, das die Eleganz und den einzigartigen Charakter von Lafite demonstriert . In vielen anderen Fällen wird der Wein jedoch nicht mehr die Kraft haben, seine strukturelle Säure zu überdecken, und hinterlässt einen eher säuerlichen und enttäuschenden Eindruck. Der 1970er Lafite ist daher weniger ein verlässlicher "Dinner-Gast" als vielmehr ein spannendes, aber spekulatives Sammlerstück für Kenner und Liebhaber, die sich der Unwägbarkeiten eines fast 55 Jahre alten Weines voll bewusst sind.
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Jahrgang: | 1970 |
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Farbe: | rot |
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Erzeuger: | Château Lafite Rothschild |
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Land: | Frankreich |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Rotwein |
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Region: | Bordeaux |
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Geschmack: | trocken |
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Rebsorte: | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot |
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Alkohol: | 14 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger