Château Cheval Blanc 1967
345,00 €*
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Füllniveau upper shoulder, Kapsel und Etikett gut.
Produktinformationen
Der Château Cheval Blanc 1967 ist ein faszinierendes Zeitdokument aus dem Herzen von Saint-Émilion. Im Gegensatz zu den oft strengen und tanninbetonten Weinen des linken Ufers (wie dem zuvor besprochenen Lafite Rothschild), steht Cheval Blanc für Fülle, Seidigkeit und einen hohen Anteil von Cabernet Franc. Der Jahrgang 1967 war in Bordeaux ein solider, aber nicht herausragender Jahrgang, der eher früher reifende, elegante Weine hervorbrachte. Heute, fast sechs Jahrzehnte später, präsentiert sich dieser Wein als eine seltene, aber äußerst fragile Rarität, deren Genuss einem Glücksspiel gleicht.
Dieser Bericht fasst die verfügbaren Informationen und Bewertungen zu diesem legendären Wein zusammen.
Überblick und Charakteristika
Der Château Cheval Blanc 1967 ist ein Rotwein aus der Appellation Saint-Émilion Grand Cru im Bordeaux. Das Weingut trug bis zu seinem freiwilligen Austritt im Jahr 2021 das Prädikat Premier Grand Cru Classé 'A' , die höchste Auszeichnung der Region . Charakteristisch für Cheval Blanc ist seine einzigartige Rebsatz-Zusammensetzung, die für den Jahrgang 1967 mit etwa 60% Cabernet Franc und 40% Merlot angegeben wird . Diese Dominanz des Cabernet Franc (im Gegensatz zum Merlot-lastigen Pomerol) verleiht dem Wein seine typische aromatische Finesse und rauchig-würzige Note . Die heutige Bepflanzung des Gutes umfasst auf 39,5 Hektar etwa 55% Cabernet Franc, 40% Merlot und 5% Cabernet Sauvignon .
Die Bewertungen des Weins sind, wie bei einem so alten Gewächs nicht anders zu erwarten, rar und spiegeln den fortschreitenden Alterungsprozess wider.
Punktbewertungen: Der aggregierte Wert auf Tastingbook liegt bei 89 Punkten , berechnet aus verschiedenen professionellen Kritiken .
Preisentwicklung: Eine Flasche aus diesem Jahrgang wird im Handel mit einem Füllstand "High Shoulder" (hohe Schulter, ein akzeptabler Füllstand für dieses Alter) für etwa 195 bis 235 Euro gehandelt . Dies ist deutlich günstiger als die Lafite-Jahrgänge der gleichen Epoche und spiegelt den weniger prestigeträchtigen, aber ebenso legendären Status des Weinguts wider.
Geschmacksprofile: Vom "weichen Luxus" zum unbeständigen Greis
Die Beschreibungen des Château Cheval Blanc 1967 zeichnen das Bild eines Weines, der seinen Höhepunkt bereits überschritten hat und sich in einem fortgeschrittenen Stadium des Niedergangs befindet. Der Zustand der einzelnen Flasche ist hier der absolut entscheidende Faktor.
Die Perspektive der späten 2010er Jahre: Noch genießbar, aber am Ende
Eine Verkostungsnotiz vom März 2019 beschreibt den Wein als "viel besser als die vorherige Flasche", wenn auch mit einem Abgang, der "nicht der Rede wert" sei. Die Textur wird als "weich, halb-opulent" und als Genuss beschrieben. Die Nase zeigte sich erdig und tabaklastig, hielt aber das Interesse aufrecht. Das Fazit: "Für einen Geburtstag oder Jahrestag bleibt dies eine vernünftige, aber verblassende Wahl" .Die ernüchternde Realität: Deutlich über dem Zenit
Nur drei Jahre zuvor, im April 2016, fiel das Urteil derselben Quelle weit weniger gnädig aus. Der Wein sei seit mindestens einem Jahrzehnt über seinem Höhepunkt. Er wird als "rustikaler und heller, als frisch und seidig" beschrieben – und das sei noch eine freundliche Umschreibung. Das vernichtende Urteil: "Es ist nicht mehr viel übrig. Wenn Sie eine Flasche haben, trinken Sie sie" . Die Jahrgangsbeschreibung auf Tastingbook bestätigt diesen Eindruck: "Heute ist der Wein über seinen Höhepunkt hinaus. Er ist von dezenter Eleganz, schöner Zartheit, erfreulich süßer Nase und einem Hauch von Kakao im Hintergrund" .Allgemeine Geschmacksnoten
Unabhängig vom Zustand werden typische Alterungsaromen genannt: Die Farbe wird als ziegelrot beschrieben . In der Nase und am Gaumen finden sich Noten von Pfeffer, Kaffee, Leder, roten Früchten, Mandeln, Minzschokolade, Menthol und Eukalyptus . Die Tannine sind mittel, die Säure ist durchschnittlich und der Wein wirkt insgesamt balanciert, aber trocken .
Historischer Kontext und Bedeutung
Der Jahrgang 1967 fällt in eine Ära, in der Cheval Blanc noch von der Familie Fourcaud-Laussac geführt wurde, bevor es 1998 an Bernard Arnault und Albert Frère verkauft wurde . Der berühmte Manager Jacques Hébrard, der später für den legendären 1982er Jahrgang und eine Auseinandersetzung mit Robert Parker bekannt wurde, übernahm die Leitung erst 1970 .
Für das Verständnis des Weines ist der Jahrgang 1967 selbst entscheidend: Nach einem heißen Juli mit 27 Tagen ohne Regen, kamen verheerende Regenfälle im September, die die Hoffnungen auf ein großartiges Jahr zunichtemachten . Das Ergebnis war ein eher leichter, eleganter Wein, der nie für eine jahrzehntelange Lagerung konzipiert war. Die Tatsache, dass er überhaupt bis heute überlebt hat, ist ein Tribut an die außergewöhnliche Qualität des Terroirs von Cheval Blanc. Das Weingut ist bekannt für seine Fähigkeit, Weine von seltener "Anmut, Alchemie und Eleganz" zu erschaffen, die "zu jeder Zeit gut" sein können .
Zusammenfassung der Bewertungen
Die folgende Tabelle stellt die Eindrücke und objektiven Daten zum Wein gegenüber:
Fazit
Der Château Cheval Blanc 1967 ist ein lehrreiches Beispiel für die Vergänglichkeit selbst der größten Weine. Im Gegensatz zum strukturell oft noch beeindruckenden Lafite 1970, ist der Cheval Blanc 1967 ein Wein, der seine beste Zeit definitiv hinter sich hat. Er wurde in einem Jahrgang geboren, der eher Eleganz als Langlebigkeit versprach, und ist nun, ein halbes Jahrhundert später, am Ende seines Lebenszyklus angelangt.
Wer das Glück hat, eine Flasche zu besitzen, sollte dies mit großer Vorsicht und Respekt vor der Geschichte tun, aber mit äußerst geringen Erwartungen an den Genuss. Eine Flasche mit tadelloser Provenienz und perfektem Füllstand mag noch einen Hauch der berühmten "seidigen" Textur und Komplexität von Cheval Blanc offenbaren – ein letztes, flüchtiges Echo seiner vergangenen Größe. Die überwiegende Mehrheit der Flaschen wird jedoch nur mehr eine rustikale, säurebetonte und verblasste Erinnerung an einen großen Namen sein. Er ist weniger ein Wein zum Trinken als vielmehr ein ehrwürdiges Museumsstück für den leidenschaftlichen Sammler, der die Geschichte und den Mythos mehr schätzt als den Geschmack im Glas. Im Vergleich zu den Lafites der gleichen Ära ist er preislich zwar moderater, aber das Risiko einer enttäuschenden Flasche ist hier wohl am höchsten.
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Jahrgang: | 1967 |
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Farbe: | rot |
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Erzeuger: | Château Cheval Blanc |
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Land: | Frankreich |
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Produktart: | Wein |
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Weinart: | Rotwein |
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Region: | Bordeaux |
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Geschmack: | trocken |
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Rebsorte: | Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot |
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Alkohol: | 14 |
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Füllmenge: | 750 ml |
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Allergene: Sulfite
Abfüller: Erzeuger