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Produktinformationen

Der Star des Abends aber war 1988 Mouton Rothschild. Wie oft habe ich mich in den letzten 18 Jahren schon über diesen Wein geärgert, der einfach nicht singen wollte. Und jetzt plötzlich geht hier in unglaublicher Form die Post ab. Hedonismus pur, hat alles, was man von einem großen, immer noch recht jungen Mouton erwartet, üppig mit faszinierender Röstaromatik und gewaltiger Statur, ein irres Teil – 98/100. Um Klassen besser als 89/90 dieses Gutes und für Jahrzehnte ein würdiger Herausforderer von 1982 und 1986, noch dazu jetzt immer noch fast zum Schnäppchenpreis (Quelle: wineterminator.com Dr. Becker).

Château Mouton Rothschild 1988

Der Château Mouton Rothschild 1988 ist ein klassischer Pauillac und ein eindrucksvolles Zeugnis eines herausfordernden Jahrgangs, der von einem der berühmtesten Künstlerlabels der Welt geziert wird. Die nachfolgende Tabelle bietet einen kompakten Überblick über die wesentlichen Eigenschaften dieses Premier Cru Classé.

MerkmalBeschreibung
WeingutChâteau Mouton Rothschild, Pauillac, Premier Cru Classé
Jahrgang1988
Rebsorten-Cuvée75% Cabernet Sauvignon, 13% Merlot, 10% Cabernet Franc, 2% Petit Verdot
KünstlerlabelKeith Haring (Amerikaner, 1958-1990). Sein Entwurf zeigt tanzende Widder, eine humorvolle und ironische Hommage an das Wappen des Châteaus .
Alkoholgehaltca. 12.5%
Optimale Trinkreife (laut Kritik)2010 - 2030

🧑‍🌾 Der Jahrgang 1988 und die Cuvée

Der Jahrgang 1988 stellte die Winzer vor einige Herausforderungen. Nach einem milden, aber sehr nassen Winter und Frühling folgte ein trockener Sommer. Erst Regenfälle Anfang September und darauffolgende Hitze ermöglichten eine normale Reifung der Trauben . Die daraus resultierende Cuvée spiegelt diesen Jahrgangscharakter wider:

  • Dominanz des Cabernet Sauvignon: Mit 75% bildet er das Rückgrat des Weins und verleiht ihm Struktur und Alterungspotenzial .

  • Unterstützende Rollen: Merlot (13%), Cabernet Franc (10%) und Petit Verdot (2%) fügen Fülle, Komplexität und würzige Noten hinzu .

👃 Verkostungsnotizen der Experten

Die Bewertungen des Weins haben sich im Laufe der Jahre entwickelt, was seine Komplexität und sein Alterungspotenzial unterstreicht.

  • Robert Parker (The Wine Advocate): Parker revidierte seine Einschätzung des Weins im Laufe der Zeit nach oben. 1998 bewertete er ihn mit 89 Punkten und beschrieb ihn als "schönen, festen, tanninbetonten Wein" mit einem "kurzen Abgang" . Nur fünf Jahre später, 2003, vergab er 92 Punkte und gestand: "Ich habe diesen Wein in seiner Jugend eindeutig unterschätzt." Er lobte ihn nun als "muskulösen, groß angelegten 1988er", der den berühmteren Jahrgängen 1989 und 1990 überlegen sei .

  • Neal Martin (Vinous, Verkostung 2018): Drei Jahrzehnte nach dem Jahrgang fand Martin den Wein vollreif mit ersten Anzeichen von Alterung ("Ziegelton am Rand"). Er beschrieb Aromen von Brombeere, Tabak, Sandelholz und Minze. Sein Urteil: "konservativ und korrekt", jedoch ohne die Präzision neuerer Jahrgänge .

  • Jancis Robinson MW (JancisRobinson.com, Verkostung 2018): Sie zeigte sich begeisterter und vergab 18,5 von 20 Punkten. Sie lobte die "nuancierte rubinrote Farbe", die "Reinheit" und den "aristokratischen" Charakter des Weins mit Noten von warmem Feuerstein. Für sie ist er "wirklich appetitanregend" .

  • Weitere Stimmen: James Suckling bewertete den Wein mit 93-94 Punkten und hob die Fülle an Cassis-, Tabak- und Röstnoten hervor . Ein Auktionshaus beschrieb ihn als "überraschend leicht zu trinken für einen eher strengen Jahrgang" .

🎨 Das legendäre Künstlerlabel

Eine besondere Geschichte erzählt das Label des Jahres 1988. Es wurde von dem amerikanischen Künstler Keith Haring gestaltet, einer Ikone der New Yorker Kunstszene der 1980er Jahre . Haring, der kurz nach der Gestaltung des Labels im Jahr 1990 verstarb, schuf eine satirische Version des "Tanzenden Widders", dem Wappentier von Mouton Rothschild. Sein dynamischer, graffitiartiger Stil verleiht dem Etikett eine verspielte und moderne Energie, die einen starken Kontrast zu den eher klassischen Labels anderer Jahrgänge bildet .

🍷 Fazit

Der Château Mouton Rothschild 1988 ist mehr als nur ein Wein; er ist ein Sammlerstück, das die Kunst der Geduld belohnt. Er präsentiert sich heute als ein vollreifer, klassischer Pauillac mit fester Struktur und komplexen Aromen. In Verbindung mit dem legendären Keith Haring-Label ist er ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte für Genießer und Sammler gleichermaßen.

Im historischen Rückblick gehen die Weinbergslagen des heutigen Chateau Mouton Rothschild zurück bis ins 14. Jahrhundert. Das Jahr 1311 begründete eine wichtige Jahreszahl für den heutigen Ruf des Gutes, die Rebflächen gehörten damals dem Landmann Pons de Castillon. Im 15. Jahrhundert wurden die Ländereien weitervererbt und gehörten schließlich auch einem Bruder von Heinrich dem V. Es folgten weitere Besitzwechsel des Mouton Rothschild in den nachfolgenden Jahren. Einige Besitzer waren Jacques de Ségur und Nicolas-Alexandre de Ségur, welcher im Jahre 1717 die Besitzverhältnisse um die Weinlagen des Château Calon-Ségur deutlich erweiterte. Die heutige Besitzfamilie des Chateau Mouton Rothschild erhielt das Gut im Jahre 1922, als Henri James de Rothschild das Gut seinem Sohn Philippe de Rothschild vererbte. Das durch grobe Missstände in Verruf geratene Gut Mouton Rothschild sollte fortan einen Höhenflug erleben. Der Baron Philippe de Rothschild sah Chateau Mouton Rothschild als Lebensinhalt an und investierte sehr viel Zeit und Geld in Erneuerungsmaßnahmen im Keller und im Weinberg. Chateau Mouton Rothschild war zudem der erste Erzeuger, welcher sich von den Weinhändlern löste, die zu dieser Zeit den gesamten Handel in Bordeaux kontrollierten, um den Wein in Eigenregie abzufüllen. Hier liegt wohl die Geburtsstunde des „Mise en bouteille au Château“, ein Machwerk von Baron Philippe de Rothschild. Er galt in der gesamten Regien des Bordeaux Weinanbaugebietes als Antriebskraft und Neuerer. Alte Wege schienen ihm für „sein“ Mouton Rothschild - Lebenswerk nicht geeignet und er suchte mit aller Tatenkraft nach Möglichkeiten, die Weine von Mouton Rothschild zu verbessern und den Ruf, welcher in den Jahren 1900 bis 1920 stark gelitten hatte, zu verbessern. Eine bis dahin undenkbare Neuerung für die Weine des Chateau Mouton Rothschild führte der Baron im Jahre 1945 ein. Vielleicht ausgelöst durch die Freude über des Endes des ersten Weltkrieges, entschloss man sich auf Mouton Rothschild ab sofort das Etikett des Weines von einem bekannten Künstler entwerfen zu lassen. Dies sollte die Individualität des Weines herausstellen und den Status des Chateaus verbessern. Als erster Künstler wurde Philippe Jullian ausgewählt. Fortan waren die Weine des Chateau Mouton Rothschild auch wegen des sich änderten Etiketts begehrte Sammlerflaschen unter den Weingenießern in Europa. Fast jeder bakntte Künstler hat in den vergangenen Jahren die Etiketten des Chateau Mouton Rothschild verschönert. Hierunter fallen Namen wie Salvador Dalí, Georges Mathieu, Henry Moore, César, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso, Andy Warhol, Saul Steinberg, Georg Baselitz und Prinz Charles. Gerade mit dem herausragenden Jahrgang 1945 schwang sich das Chateau Mouton Rothschild zu neuen Höhen unter der Leitung des allseits umtriebigen Baron Phillippe. Es folgten weitere sensationelle Jahrgänge wie 1953, 1959 und 1961. Die Reputation des Chateau Mouton Rothschild erlangte mit jedem Jahrgang eine weitere Steigerung und die Weinkritiker stellten es fortan auf den Rang eines 1er Cru classé Weines. Die im Jahre 1855 zur Weltausstellung in Paris geschriebende Klassifizierung der Bordeaux-Gebietes aber konnte nicht geändert werden, was den Baron sichtlich verärgerte und viel Kraft von ihm abverlangte. Er nahm sich nun zum Ziel, vor seinem Tod das Chateau Mouton Rothschild endlich auf den höchsten Rang der Klassifizierung zu heben. Man muss jedoch anfügen, dass seit Beginn der Bordelaiser Klassifizierung noch nie eine Änderung vorgenommen wurde. Es schien also auch für Mouton Rothschild keine Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung zu geben. Das Lebenswerk von Baron Philippe de Rothschild wurde 1973 endlich gekrönt, als das Château Mouton Rothschild vom Deuxième zum Premier Cru heraufgestuft wurde. Eine Leistung, die alleine dem Herren des Chateau Mouton Rothschild zugeschrieben werden kann. Auch heute ist das Chateau Mouton Rothschild der Inbegriff für roten Bordeaux Wein und erzielt oftmals Höchstpreise im internationalen Weinhandel. Der Jahrhundertjahrgang 1945 wird heute mit bis zu 5.000 Euro pro Flasche gehandelt. Allerdings muss man anfügen, dass kein Wein unter Fälscherkreisen beliebter ist als Mouton Rothschild. Gerade die Jahrgänge 1945, 1982 und 1986 stehen auf den Listen ganz oben. Man sollte daher auf eine Authentizität beim Kauf von Flaschen Mouton Rothschild aller Jahrgänge achten und nur bei seriösen Händlern einkaufen.
Jahrgang Jahrgang: 1988
Farbe Farbe: rot
Erzeuger Erzeuger: Château Mouton Rothschild
Land Land: Frankreich
Produktart Produktart: Wein
Weinart Weinart: Rotwein
Region Region: Bordeaux
Geschmack Geschmack: trocken
Rebsorte Rebsorte: Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot
Alkohol Alkohol: 14
Füllmenge Füllmenge: 750 ml

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Allergene: Sulfite

Abfüller: Erzeuger